Studie banking insight zeigt: Niedrigzinsphase überlagert Auswirkungen von Basel III

Studie banking insight zeigt: Niedrigzinsphase überlagert Auswirkungen von Basel III

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Die Ausrichtung der Geschäftsmodelle zur Erfüllung der Basel-III-Anforderungen wird durch die aktuelle Niedrigzinspolitik der Notenbanken beeinflusst. Aufgrund der reichlichen Liquiditätsausstattung mit Zentralbankliquidität stellt sich z.B. der Wettbewerb um Spareinlagen weniger intensiv dar als noch vor einem Jahr. 65 Prozent der Geldhäuser rechnen zwar nach wie vor damit, dass sie Sparern unter Basel III höhere Zinsen für langfristige Anlageprodukte zahlen müssen. 2012 gingen allerdings noch 85 Prozent der Institute davon aus. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „banking insight“ der Unternehmensberatung msgGillardon, für die 200 Fach- und Führungskräfte der deutschen Kreditwirtschaft befragt wurden.



(firmenpresse) - Unverändert gehen die deutschen Banken davon aus, dass sich ihre Produktangebote infolge der Basel-III-Regelungen verändern werden. „Im aktuellen gesamtwirtschaftlichen Umfeld eine anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sowie einer relativ schwachen Kreditnachfrage ist die Unsicherheit, wie sich Basel III tatsächlich auf Attraktivität von Finanzprodukten auswirken wird, gegenüber dem Vorjahr allerdings gestiegen“, sagt Ralf Zimpel, Leiter des Center of Competence Unternehmenssteuerung & Risikomanagement von msgGillardon. „Insgesamt werden von den Studienteilnehmern jedoch weniger gravierende Auswirkungen als noch 2012 erwartet und zwar quer durch alle Produktklassen.“

Eine Mehrheit der Befragten hat aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase ihre Einschätzung der Basel-III-Effekte auf Bankprodukte, geändert. Beispielsweise gehen noch 63 Prozent der Geldhäuser davon aus, dass Kredite mit festen Laufzeiten über einem Jahr unter Basel III teurer werden. Das ist zwar nach wie vor ein hoher Wert, doch 2012 waren noch 79 Prozent aller Institute dieser Meinung. 55 Prozent rechnen damit, dass Bankaktien durch Basel III für Investoren unattraktiver werden; 2012 waren noch 70 Prozent dieser Ansicht. Neben der Niedrigzinspolitik dürften für die Einschätzung auch Entlastungen durch die Neu-Kalibrierung des LCR-Ratios im Januar 2013 durch den Basler Ausschuss eine Rolle gespielt haben.

Insgesamt ist jedoch festzuhalten, dass geschäftspolitische Maßnahmen, mit denen die Institute die Auswirkungen der neuen Eigenkapital- und Liquiditätsstandards abfedern bzw. kompensieren wollten, vor allem im Hinblick auf die Einschränkung der Fristentransformation, durch die Niedrigzinspolitik der EZB teilweise konterkariert werden. Dies gilt sowohl für das Kreditgeschäft, hier insbesondere bei der angestrebten Verkürzung der Kreditlaufzeiten, als auch für das Einlagengeschäft, wo der Trend zu kurzfristigen Anlagen wie Tagesgeldern, den Absatz von Sparprodukten mit langfristiger Kapitalbindung erschwert bzw. unmöglich macht. „Für Banken ist dies insofern problematisch, als hierdurch die Anfälligkeit gegenüber Zinsänderungsrisiken weiter steigt und zudem die Notwendigkeit höhere Liquiditätsreserven vorzuhalten, die im derzeit niedrigen Zinsumfeld keine Zinserträge bringen, den Druck auf die Erträge noch weiter verstärkt.“ sagt Ralf Zimpel.



Trotzdem geht die Bereitschaft der Banken zurück, langfristige Einlagen durch höhere Zinsen einzuwerben. Dies ist besonders auffällig bei Groß- und Landesbanken. In der Studie sinkt der Anteil derer, die glauben, dass sich bei längeren Laufzeiten die Konditionen für Sparer verbessern, von 89 auf 64 Prozent.

Über die Studie „banking insight“

Die Studie „banking insight“ der Unternehmensberatung msgGillardon in Kooperation mit dem Handelsblatt untersucht künftige Geschäftsmodelle von Banken unter dem Einfluss des Regelwerks Basel III. Gefragt wurde unter anderem, inwieweit die deutschen Banken und Sparkassen ihre Steuerung bereits auf Basel III ausgerichtet haben und ob das neue Regelwerk zu einem veränderten Preis- und Geschäftsmodell der Kreditinstitute führt. Auch die Auswirkungen von Basel III auf konkrete Finanzprodukte standen im Fokus. An der Studie haben insgesamt 200 Fach- und Führungskräfte der deutschen Kreditwirtschaft teilgenommen. Die Studie wurde 2013 bereits zum zweiten Mal durchgeführt.
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Datum: 12.02.2014 - 09:50 Uhr
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