Flächendeckender Breitbandausbau für deutlich geringere Investitionen möglich als erwartet
ID: 1018951
Vectoring Technik auf dem kupferbasierten Telefonanschlussnetz im
Vergleich zu reinen Glasfaseranschlussnetzen erheblich geringeren
Investitionsaufwand erfordert. Investitionsaufwand sinkt um den
Faktor vier.
Der flächendeckende Breitbandausbau ist eines der wesentlichen
Ziele der Bundesregierung. Die Modellrechnungen des
Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und
Kommunikationsdienste (WIK) zeigen, dass ein reiner
Glasfaseranschluss durchschnittliche Investitionen in Höhe von rund
2.400 Euro pro Kunde erfordert, ein VDSL Vectoring Anschluss hingegen
nur etwa 550 Euro. In Ballungsgebieten sinkt der Investitionsbedarf
für VDSL Vectoring sogar auf ca. 300 Euro pro Kunde.
Dr. Karl-Heinz Neumann, Direktor des WIK: "VDSL Vectoring
ermöglicht Bandbreiten von 50 Mbps und mehr bei rund einem Viertel
des Investitionsvolumens reiner Glasfaseranschlussnetze. Nach unseren
Modellrechnungen würde ein nahezu flächendeckendes VDSL Vectoring
Netz in Deutschland etwa 17 Mrd. Euro kosten." Berücksichtigt man den
bereits heute vorhandenen VDSL Ausbau in Deutschland, sinkt der
verbleibende Investitionsbedarf sogar auf etwas weniger als 14 Mrd.
Euro. Allerdings sind im ländlichen Bereich auf Grund der
Leitungslängen nicht überall Bandbreiten von 50 Mbps erreichbar.
Laut Neumann ist eine Vectoring-Strategie sowohl für die Telekom
als auch für alternative Netzbetreiber hochattraktiv, wenn sich die
Erwartungen an die technische Leistungsfähigkeit dieser Technik im
Betrieb erfüllen. Vectoring kann zumindest für die nähere Zukunft die
Bandbreitenerwartungen der meisten Kunden gut erfüllen.
"Langfristig sind nur reine Glasfaseranschlussnetze
zukunftssicher. Die Netzbetreiber können ihr VDSL Vectoring Netz
jedoch später zu einem vollständigen Glasfaseranschlussnetz
weiterentwickeln, wenn die Nachfrage nach besonders hohen
Geschwindigkeiten entsprechend zunimmt", so Neumann.
Das WIK hat mithilfe von Kostenmodellen den Investitionsaufwand
für eine bundesweite VDSL Vectoring Plattform abgeschätzt. Dies
diente als Grundlage für eine Untersuchung des
Investitionswettbewerbs in Deutschland im Auftrag des BREKO
(Bundesverband Breitbandkommunikation) Ende letzten Jahres. In dieser
Studie wurde auch gezeigt, dass der dynamische Investitionswettbewerb
zwischen Telekom und alternativen Netzbetreibern der beste Garant für
einen weitgehend flächendeckenden Breitbandausbau mit
Hochleistungsnetzen ist. Nun wurde die Analyse um den Vergleich mit
dem Investitionsbedarf reiner Glasfaseranschlussnetze erweitert.
Weitere Informationen zu der Untersuchung auf www.wik.org.
Über das WIK: 1982 als Ideenschmiede des damaligen
Postministeriums gegründet, hat sich das WIK Wissenschaftliche
Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH (vormals:
WIK Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste GmbH) zum
bedeutendsten Forschungs- und Beratungsinstitut für
Kommunikationsdienste in Deutschland entwickelt. Im Mittelpunkt der
wissenschaftlichen Arbeit stehen regulierungs- und ordnungspolitische
Fragestellungen in den Bereichen Telekommunikation, Post, Energie,
Bahn, Medien und Informationstechnologie.
Pressekontakt:
Dr. Thomas Plückebaum
WIK Wissenschaftliches Institut für
Infrastruktur und Kommunikationsdienste GmbH
Rhöndorfer Straße 68
53604 Bad Honnef
Tel: +49 2224 92 25 12
Fax: +49 2224 92 25 68
E-Mail: t.plueckebaum@wik.org
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Datum: 13.02.2014 - 10:00 Uhr
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