Neue OZ: Kommentar zu Handel / EU / USA
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Mehr Arbeit, mehr Wachstum, mehr Handel, oder mehr Chlor-Hähnchen,
mehr Hormonfleisch und mehr Genmais? Die Meinungen über ein
Freihandelsabkommen der EU mit den USA klaffen weit auseinander. Die
mächtige Lobby von Nicht-Regierungsorganisationen, die sich selbst
für lobbykritisch hält, macht jedenfalls Stimmung gegen den
Wirtschaftspakt. Tatsächlich besteht weder Anlass für
Schreckensszenarien noch für zu großen Jubel.
Wenn sich niedrigere Produktionskosten ergeben, weil eine Maschine
für den EU-Markt wie für den US-Markt produziert werden kann, bringt
das eindeutig Vorteile. Und für die Exportnation Deutschland wäre ein
transatlantisches Wirtschaftsgebiet so bedeutsam wie der NATO-Raum in
der Sicherheitspolitik. Aus gutem Grund hat Bundespräsident Joachim
Gauck kürzlich das Freihandelsabkommen verteidigt.
Doch bis der Pakt zustande kommt, wird es wohl noch dauern, und
auch das ist gut so. Die Verhandlungspartner der USA und der EU haben
die bestehenden hohen Hürden vornehm-diplomatisch als
"Herausforderungen" bezeichnet. Nötig ist, dass alle Vereinbarungen
transparent werden. Und dass alle EU-Standards weiterhin gelten.
Womöglich gelingt das nur, wenn der Agrarbereich ausgeklammert
bleibt, weil die Ansichten von Amerikanern und Europäern hier zu
unterschiedlich sind.
Christof Haverkamp
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Datum: 18.02.2014 - 22:00 Uhr
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