Neue OZ: Kommentar zu Ukraine
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Auf dem Maidan in Kiew liegen Tote, erschossen von Heckenschützen,
die mit scharfer Munition feuern. Egal ob Präsident Viktor
Janukowitsch dahintersteckt oder radikale Regierungsgegner, die Hass
säen wollen: Diese Hinrichtungen sind der nächste Schritt zur
Verrohung der Beteiligten an diesem Konflikt, der als friedlicher
Protest auf dem Unabhängigkeitsplatz begann. Jeder Tote treibt die
Ukraine weiter auseinander, macht die Chancen auf Versöhnung etwas
kleiner.
Zu glauben, die Krise könne nur in der Ukraine selbst gelöst
werden, ist zu kurz gedacht. Moskau hat Janukowitsch
unmissverständlich klargemacht, dass er für Ordnung sorgen soll. Ohne
Ruhe auf Kiews Straßen kein neues Geld für den nahezu bankrotten
Staat, lautet die Botschaft. Freiwillig wird Russland in diesem
Machtkampf nicht klein beigeben, ebenso wenig wie EU und USA.
Das kaltblütige Tauziehen um geopolitischen Einfluss zwischen dem
Westen und Russland kostet in Syrien bereits seit drei Jahren jeden
Tag ungezählte Menschenleben. Auch die Ukraine ist eine Figur in
diesem Schachspiel. Es rächt sich, dass die USA und Europa die
Beziehungen zum Kreml in den vergangenen Jahren sträflich
vernachlässigt haben. Statt sich auf Augenhöhe zu begegnen, lebt der
Kalte Krieg fort, auf westlicher Seite begleitet von einem
herablassenden Lächeln gen Osten, während Russland seinen
Großmachtstatus zu wahren versucht. Darunter droht die Ukraine nun zu
zerbrechen.
Franziska Kückmann
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Datum: 20.02.2014 - 22:00 Uhr
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