Neue OZ: Kommentar zu Verbraucherschutz
ID: 1023104
Viel hilft viel. Nach dieser Devise scheint das Land Niedersachsen
beim Thema Lebensmittelkontrollen zu verfahren. Zweifelsohne ist die
deutliche Aufstockung der Kontrolleure in Oldenburg ein starkes
Zeichen. Nach der langen Reihe der Skandale und Täuschungen der
vergangenen Monate wird dem Verbraucher (und Wähler) signalisiert:
Jetzt wird alles besser.
Wirklich? Es sei daran erinnert, dass die Lebensmittelproduktion
auch vor Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) kein
rechtsfreier Raum war. Skandale hat es trotzdem gegeben, und es wird
sie auch weiter geben, bei aller trügerischen Sicherheit durch
verstärkte Kontrollen. Denn die Lebensmittel- und Futterproduktion
ist ein weltweites Geschäft. Die Rohstoffströme ziehen sich über den
gesamten Globus. Kommt es an einem Punkt einer langen Kette zu
Problemen, setzt ein Domino-Effekt ein. Einige Kontrolleure mehr in
Oldenburg werden kaum verhindern, dass irgendwo auf der Welt
vermutlich schon der nächste große Lebensmittelskandal gärt, der auch
Niedersachsen erreichen wird.
Unabhängig davon sei daran erinnert, dass der Bürger in aller
Regel nicht erfährt, was der Kontrolleur herausfindet. Nach wie vor
ist Verbraucherschutz in Deutschland Verschlusssache. Das zu ändern
wäre ein echter Gewinn für den Verbraucher.
Dirk Fisser
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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
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Datum: 21.02.2014 - 22:00 Uhr
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