Michael Oehme, Capital PR AG: Hat Zuckerberg für WhatsApp das Todesurteil gefällt?
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Am 19. Februar kaufte Facebook WhatsApp. Dessen Mitgründer Jan Koum zog in den Facebook-Verwaltungsrat ein. Doch außerhalb der Verhandlungen löst die Übernahme bei vielen Nutzern Sorgen über die Sicherheit der Daten aus. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg versucht derzeit die Nutzer zu beruhigen. Facebook werde keine Daten des Kurznachrichten-Dienstes WhatsApp auswerten. WhatsApp speichere keine Nachrichten seiner Nutzer oder Informationen über sie und Facebook werde das auch nicht ändern. Der Hintergrund: „Nach Bekanntgabe der Übernahme von WhatsApp vergangene Woche wurde spekuliert, Facebook könnte das Geld über die Auswertung der Daten zurückverdienen wollen“, erklärt Michael Oehme, Consultant bei der Capital PR AG.
Auch WhatsApp-Chef Jan Koum versuchte die Sorgen seiner Nutzer zu schmälern: „Als Firma wollen wir so wenig wie möglich über unsere Nutzer wissen.“ WhatsApp wolle weiterhin unabhängig arbeiten. Auf die Frage, was Facebook von dem Kauf habe, verwies Koum auf die hohen Nutzerzahlen von WhatsApp. Der Dienst habe inzwischen 465 Millionen Nutzer pro Monat. Vergangene Woche war noch von rund 450 Millionen die Rede.
Der stundenlange Whatsapp-Ausfall sorgte derweil am Samstagabend für verschiedene Verschwörungstheorien. Der Ausfall begann am Samstagabend deutscher Zeit. Die technische Panne löste in den sozialen Netzwerken Frustration und provokative Witze aus. Whatsapp teilte über Twitter mit, es gebe „Server-Probleme“. Kurz nach Mitternacht funktionierte der Dienst wieder. Nutzer machten sich an diesem Abend nicht nur hinsichtlich ihres Ärgers wegen des Ausfalls, sondern eben auch über die Facebook-Übernahme, Luft. Hämische Kommentare wie „Vielmehr müssen die Facebook-Verantwortlichen abgeschaltet“ oder „Keine Sorge - Zuckerberg lädt nur schnell eure Daten auf die Facebook-Server“ überfluteten das Netz.
Fakt ist: Die Fusion hat bei den Whatsapp-Nutzern Spuren hinterlassen. Laut einer gemeinsamen Umfrage des Marktforschungsinstitut Advise mit dem Online-Panelanbieter respondi AG können sich fast ein Drittel der WhatsApp-Nutzer in Deutschland vorstellen, Whatsapp zu verlassen. An der Umfrage nahmen vom 20. bis 21. Februar insgesamt 1012 WhatsApp-Nutzer teil. Die Gründe für einen Wechsel liegen vor allem in der Unsicherheit der Daten und der Angst, dass Facebook Zugriff auf die persönlichen Handydaten bekommen könnte. Werbung, Kosten oder eine schlechtere Benutzerfreundlichkeit spielen nur am Rande eine Rolle. Alternativen, die einen ähnlichen Dienst wie WhatsApp bieten, werden aktuell noch kaum genutzt. „Mit vier Prozent ist dabei die Schweizer App Threema das noch am weitesten verbreitete Programm unter den Befragten“, weiß Oehme. Allerdings rangiert die App hinter Skype nur auf Platz drei der möglichen Alternativen. Tatsächlich scheinen für viele Nutzer andere Formate als Ersatz für Messenger-Programme möglich. Als Alternativen zu WhatsApp geben mit 38 Prozent die meisten das an, was die Anwendung in kürzester Zeit selbst ersetzen konnte: die klassische SMS.
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Datum: 26.02.2014 - 11:48 Uhr
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