Energiewende muss mittelständische Projekte ermöglichen / Nüssel: Potenziale der Genossenschaften nutzen!
ID: 1025591
"Die Raiffeisen-Genossenschaften tragen wesentlich zum Gelingen
der Energiewende bei. Ich begrüße die von Bundeswirtschaftsminister
Gabriel angekündigte schrittweise Überführung Erneuerbarer Energien
in den Markt. Dafür müssen die Rahmenbedingungen aber so ausgestaltet
werden, dass die überwiegend mittelständisch geprägten
genossenschaftlichen Projekte weiterhin erfolgreich am Markt
platziert werden können", erklärte Manfred Nüssel, Präsident des
Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Bilanzpressekonferenz.
Die Raiffeisen-Genossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag
zum Ausbau und zur Vermarktung Erneuerbarer Energien. Sie sind u. a.
als Projektierer und Dienstleister tätig. Sie erweitern ihre
Kernkompetenz - die Bündelung und Vermarktung von Warenangeboten im
ländlichen Raum - auf Ökostrom. "Der Gründungsboom bei
Energiegenossenschaften unterstreicht eindrucksvoll, dass
Genossenschaften die Treiber einer dezentralen Energieversorgung
sind. Bundesweit sind mehr als 800 Energiegenossenschaften mit
über 200.000 Mitgliedern erfolgreich tätig", so der
Raiffeisen-Präsident.
Darüber hinaus spielen die im DRV zusammengeschlossenen
genossenschaftlichen Unternehmen eine zentrale Rolle bei der
Versorgung der oftmals strukturschwachen ländlichen Räume mit
fossilen Energieträgern. Sie betreiben das fünftgrößte
Tankstellennetz Deutschlands und sind damit einer der führenden
Brennstoffhändler.
Bei der Novellierung des EEG erwartet Nüssel uneingeschränkten
Vertrauensschutz für Bestandsanlagen. Sehr kritisch bewertet er die
geplanten Änderungen beim Eigenstromverbrauch. "Bestandsanlagen
dürfen nicht mit der EEG-Umlage belastet werden. Denn inzwischen
haben zahlreiche energieintensive Unternehmen zur Senkung ihrer
Betriebskosten auf Eigenstrom umgestellt", so der DRV-Präsident.
Weiter verschärft würde die Kostensituation durch mögliche
Einschränkungen bei der Umlagen-Befreiung für energieintensive
Unternehmen. "Ich schließe eine deutliche Verschlechterung der
Wettbewerbsfähigkeit für zahlreiche genossenschaftliche Unternehmen
nicht aus", betonte Nüssel. Der DRV erwartet von der Brüsseler und
nationalen Politik Augenmaß bei der EEG-Novelle. "Das gilt umso mehr,
als die Agrarwirtschaft mittlerweile auf dem Weltmarkt angekommen ist
und sich die Preisbildung vor Ort von globalen Entwicklungen
ableitet", unterstrich der DRV-Präsident.
Ausreichende Übergangfristen fordert Nüssel für genehmigte
Anlagen, damit diese unter den gegenwärtigen Bedingungen in Betrieb
genommen werden können. Das ist für Agrar- und
Energiegenossenschaften von entscheidender Bedeutung. Die geltende
Frist bis zum 31. Dezember 2014 stellt dafür eine gute
Diskussionsgrundlage dar.
Deutscher Raiffeisenverband e.V. (DRV)
Der DRV vertritt die Interessen der genossenschaftlich
organisierten Unternehmen der deutschen Agrar- und
Ernährungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette
Lebensmittel erzielen die 2.385 DRV-Mitgliedsunternehmen im
Agrarhandel und in der Verarbeitung von Agrarerzeugnissen mit rund
82.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 68,7 Mrd. Euro. Landwirte,
Gärtner und Winzer sind die Mitglieder und damit Eigentümer der
Genossenschaften.
Pressekontakt:
Monika Windbergs
Telefon: 030 856214-430
Fax: 030 856214-432
E-Mail: presse@drv.raiffeisen.de
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Datum: 27.02.2014 - 12:15 Uhr
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