Westfalenpost: Westfalenpost zur Krise auf der Krim
Geschichte droht sich zu wiederholen. Doch der
neue Kalte Krieg wird im Gegensatz zum früheren Ost-West-Kräftemessen
das Ungleichgewicht wohl nicht mehr los. Auf der Krim zeigt Wladimir
Putin der Welt, dass er ein Verschleiern seiner Übernahme-Planung
überhaupt nicht für notwendig erachtet. Ein eiskaltes Symbol großer
Verachtung aller Widersacher.
Was bleibt den starken
europäischen Nationen und US-Präsident Barack Obama? Das Mahnen und
Drohen. Erfolgsaussichten gleich Null. Rote Linien sind vom
Präsidenten der Weltpolizei USA schon in der Vergangenheit vergeblich
festgelegt worden. Wladimir Putin definiert Stärke nicht über
diplomatisches Geschick. Spätestens nach dem Ergebnis des Referendums
wird sich Russland durch "seine" Bevölkerung legitimiert sehen, die
Krim ins eigene Staatsgebilde zu integrieren, sie so dem befürchteten
Zugriff durch die Nato zu entziehen - und die Ukraine in Gänze weiter
zu destabilisieren. Dem gebeutelten Land bleibt reflexartig fast nur
noch Krieg.
Europa und die USA werden nicht sprachlos
zusehen, aber tatenlos. Die Warnungen vor einer neuen Spaltung
Europas sind nicht mehr als Petitessen. Sie lassen Putin kalt.
Sanktionen werden allein Symbolcharakter haben. Denn trotz der
russischen Verstöße gegen die Souveränität der Ukraine wird Putin vom
Westen nicht komplett isoliert werden. In Afghanistan, Syrien und im
Iran reicht die Stärke der Europäer und der USA allein nicht aus, um
Brandherde zu befrieden. Die Energieressourcen Russlands und deren
Bedeutung für Westeuropa haben wir dann noch gar nicht bewertet. Der
russische Präsident taktiert nicht, er riskiert. Viel. Zu viel? Diese
Frage müsste Barack Obama beantworten - und zwar deutlich. Darauf
setzen sollten die Ukrainer nicht.
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Datum: 02.03.2014 - 20:59 Uhr
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