Neue OZ: Interview mit dem Opernsänger René Kollo
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Bayreuth
"Das hat mit Wagner gar nichts zu tun" - Tenor auf
Abschiedstournee - "dann werde ich warten, bis der liebe Gott mich
holt"
Osnabrück.- René Kollo (76) sieht schwarz für die Zukunft der
Bayreuther Festspiele. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
(Samstagausgabe) sagte der Opernsänger, "man will Kintopp auf der
Bühne, will ablenken, jede Sekunde einen Witz machen. Das hat mit
Wagner gar nichts zu tun." Deswegen seien die Zeiten, in denen jeder
Platz im Festspielhaus zehnfach überbucht war, längst vorbei.
Unter anderem lastet er das dem zeitgenössischen Regietheater an:
"Eine Tankstelle im ,Rheingold' macht keinen Wagner", sagte er in
Anspielung auf Frank Castorfs "Ring"-Inszenierung bei den
diesjährigen Festspielen. Es gebe "kein wirkliches Nachdenken über
die Stücke".
Überhaupt kann Kollo wenig mit dem derzeitigen Musiktheaterbetrieb
anfangen. Die Berliner Opernhäuser meidet er, "weil ich mich jedes
Mal ärgere: über diesen Sänger und über das, was passiert, oder über
das, was alles nicht passiert." In der Deutschen Oper in Berlin sei
er Ehrenmitglied, könne die Generalprobe besuchen und in der Pause
gehen. "Aber wenn ich irgendeine Vorstellung besuche, kann ich nicht
weg, denn so weit kennt man mich dann doch. Das heißt, ich muss bis
zum Schluss bleiben, also bleibe ich lieber gleich ganz weg."
Am liebsten sitzt Kollo ohnehin zuhause "und schreibe an meinen
Büchern". Im Mai soll ein neues Buch über seine Bayreuther Zeit in
die Läden kommen. Ansonsten pendelt der Tenor zwischen seinem Haus
auf Mallorca und Berlin - wenn er nicht gerade Konzerte seiner
Abschiedstournee singt: Anderthalb Jahre lang tourt er durchs Land,
mit einem unterhaltsamen Programm, aber auch mit Franz Schuberts
Liederzyklus "Die Winterreise". Was danach kommt, könne er noch nicht
sagen. "Dann werde ich schreiben, dann werde ich auf Mallorca sitzen,
auf die Palmen gucken und warten, bis der liebe Gott mich holt."
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Datum: 15.03.2014 - 07:00 Uhr
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