Badische Neueste Nachrichten: Auf dem falschen Fuß - Kommentar von Udo Stark
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russische Soldaten die Krim, dann stimmte die Bevölkerung für einen
Anschluss an Russland und jetzt wird dieser Wunsch sofort in die Tat
umgesetzt. Seit gestern gehört die Halbinsel wieder zu Russland.
Alles lief wie am Schnürchen, so als ob die Ereignisse einem bis ins
Detail ausgeklügelten Drehbuch gehorchen würde, geschrieben vom
Kreml-Chef. Gewiss, die Ukraine, die EU und die USA haben Moral und
Völkerrecht auf ihrer Seite. Zu Recht prangern sie an, dass sich
Putin an keine Regeln hält. Aber eines ist nicht zu bestreiten: Der
Westen reagiert nur, immer ist ihm Putin ein Schritt voraus. Das
macht keinen guten Eindruck. Ja man hat den Eindruck, dass der Westen
auf die Situation überhaupt nicht vorbereitet gewesen war. Wo waren
denn all die "Think Tanks", die mächtigen Geheimdienste und die hoch
bezahlten Politikberater in Washington, Berlin und Brüssel? Haben sie
sich überhaupt keine Gedanken über einen möglichen Krisenherd Ukraine
gemacht? Und wenn nicht sie Szenarien durchgespielt haben, dann
hätten wenigstens die verantwortlichen Politiker auf einen zu allem
entschlossenen Putin vorbereitet sein müssen. Denn ganz unerwartet
brach das Ukraine-Debakel über den Westen nicht herein. Seit der
deutschen Wiedervereinigung, der Nato-Osterweiterung und zuletzt seit
dem Georgien-Krieg 2008 war klar, dass Russland unter einem
Einkreisungstrauma leidet. Doch niemand hat das so richtig ernst
genommen. Nun wurde der Westen auf dem falschen Fuß erwischt. Es wird
noch dauern, bis sich die EU und die USA wieder gefangen haben.
Vielleicht kommen sie dann auch zu dem Schluss, dass die Krise nur im
offenen Dialog mit Moskau zu lösen ist.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 18.03.2014 - 22:45 Uhr
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