Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur gescheiterten ESM-Klage

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur gescheiterten ESM-Klage

ID: 1034399
(ots) - Die Kläger sind gescheitert. Aber sie haben sich
um Europa verdient gemacht. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes
über den dauerhaften ESM-Rettungsschirm mag - je nach Standpunkt -
entweder als Bestätigung oder als Niederlage gesehen werden. Aus dem
europäischen Blickwinkel bringt es eine wohltuende Klärung. Gerade in
den Verhandlungen über die Vollendung die Bankenunion, die heute in
Brüssel auf der Tagesordnung steht: Denn die Richter haben deutlich
gemacht, dass die Bundesrepublik keine europäischen Verpflichtungen
eingehen darf, die nicht vom Bundestag gebilligt wurden. Nichts darf
die Hoheit der Abgeordneten schmälern. Der ESM wurde rechtlich sauber
installiert. Das steht fest. Aber die Versuchung, sich über
verfassungsrechtliche Prinzipien hinwegzusetzen, bleibt groß. Niemand
darf ihr erliegen - kein Bundesfinanzminister, kein Kanzler, kein
Europa-Politiker. Diese Deutlichkeit der Verfassungsrichter muss
jeder als wohltuend und richtig empfinden. Seit dem Ausbruch der
Krise hat die Euro-Zone mehr Tabus gebrochen, als man je glaubte, den
Wählern zumuten zu können. Als die ersten Banken in Schwierigkeiten
gerieten und von ohnehin überschuldeten Staaten gestützt werden
mussten, gab es noch das strikte Verbot, einem klammen Nachbarn mit
Gemeinschaftsmitteln unter die Arme zu greifen. Heute stehen wir kurz
vor der Einführung der gemeinsamen Haftung aller für einen in der
Bankenunion. In diesen Jahren wurden Hilfspakete geschnürt,
Rettungsschirme aufgespannt und - was zeitweise undenkbar schien -
der weitaus größere Teil der Schuldensünder auf den Pfad der Tugend
zurückgeholt. Die Gemeinschaft hat sich einen dauerhaften
Stabilitätsmechanismus gegeben, der die gegenseitige Haftung an hohe
Kriterien bindet. Dadurch wuchs die EU zusammen - sie steht heute
angesichts neuer außenpolitischer Herausforderungen geschlossener da


als vor sechs Jahren. Der ESM hat sich so sehr bewährt, dass er
bisher kaum gebraucht wurde. Das Gerede von der eigenen Sanierung
mit billigem Geld aus der eigenen Familie war immer Unsinn. Die Angst
davor blieb berechtigt. Zu oft hatten Regierungen ihre nationale
Eigenständigkeit zum Schuldenmachen ausgenutzt und sich nicht um
Disziplinierungsversuche aus Brüssel gekümmert. Der ESM hat nicht
bewirkt, dass die Leichtfertigkeit im Umgang mit Steuergeldern auf
europäischer Ebene fortgesetzt werden konnte. Im Gegenteil:
Schuldenabbau wurde als Tugend wiederentdeckt. Dass das
Bundesverfassungsgericht den Umgang mit dem deutschen Anteil strikt
an das Votum des Bundestages gebunden hat, kommt da gerade recht. Es
macht klar, dass wir uns keineswegs blind an Europa verkauft, sondern
tatsächlich das getan haben, was Bundespräsident Joachim Gauck als
»Solidarität für Europa« bezeichnet hat.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Westfalenpost: Mindestlohn - Ein Kommentar von Stefan Hans Kläsener Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Anschluss der Krim an Russland
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.03.2014 - 21:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1034399
Anzahl Zeichen: 3183

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 190 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur gescheiterten ESM-Klage"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Anschluss der Krim an Russland ...
Wer einem Autokraten wie Wladimir Putin mit den Mitteln eines demokratischen Rechtsstaats die Stirn zu bieten versucht, gibt per se eine schwache Figur ab. Der neo-zaristische Herrscher im Kreml führt den Westen vor, und der Westen muss es sich gefallen lassen - mal wieder. Von Gegenwehr kann k

Westfalenpost: Mindestlohn - Ein Kommentar von Stefan Hans Kläsener ...
Große Taten hat die Große Koalition bislang nicht vollbracht. Sie hatte aber auch Pech: Einen Start wie mit der peinlichen Edathy-Affäre um Schmuddelbilder aus dem Internet konnte niemand vorhersehen - außer Edathy selbst. Nun also, so gaben sich die Parteigranden Merkel, Gabriel und Seehofe

Rheinische Post: Klassenfahrten-Problem Kommentar Von Thomas Reisener ...
Wer eine Weltanschauung haben will, muss sich die Welt anschauen. Deshalb sind Klassenfahrten ein wichtiger Bestandteil schulischer Bildung. Natürlich müssen Lehrer ihre dabei anfallenden Spesen erstattet bekommen. Für sie sind Klassenfahrten schließlich Dienstreisen. Schlimm, dass erst ein

Rheinische Post: Raffinierter Putin Kommentar Von Matthias Beermann ...
Wladimir Putin kennt die Schwachstellen des Westens in dessen Haltung zur Krim-Krise ganz genau. Eine davon ist Deutschland. Wir wären ganz besonders stark betroffen von einer Verschlechterung der Beziehungen, weit mehr jedenfalls als Frankreich oder Großbritannien, von den USA ganz zu schweige


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z