Westfalen-Blatt: zur Krise in Frankreich

Westfalen-Blatt: zur Krise in Frankreich

ID: 1041237
(ots) - Es sieht ein wenig nach Panik aus. Präsident
François Hollande setzt nach dem Erdrutsch bei den Kommunalwahlen auf
die Popularität seines Innenministers und ernennt ihn zum Premier.
Aber Popularität ist kein Programm. Ohne radikalen Kurswechsel der
Politik wird die »blaue Welle« - das ist die Farbe der Bürgerlichen
und Rechten in Frankreich - die Linke weiter überrollen. Den Wechsel
muss man messen können, Zahlen haben den Charme des Unbestechlichen.
Die Zahl der Arbeitslosen und Unternehmenspleiten steigt - trotz der
Versprechen Hollandes . Das Staatsdefizit liegt ebenfalls höher als
versprochen - trotz der Beschwichtigungen des Finanzministers. Und
die Unsicherheit im Land ist auch im Steigflug, trotz der
Interpretationskünste des ehemaligen Innenministers und jetzigen
Premiers. Das sind die Eckdaten für Manuel Valls. Hier muss er sich
beweisen. Gelingt es ihm nicht, wird die »blaue Welle« zum
politischen Tsunami für die Linken. Bei den Kommunalwahlen haben die
Blauen mehr als hundertfünfzig Rathäuser in Kommunen mit mehr als
zehntausend Einwohnern erobert, darunter größere und symbolträchtige
Städte wie Toulouse, Reims, Angers, Quimper, Saint-Etienne, Amiens,
Limoges, Dunkerque. Selbst der rechtsextreme Front National (FN)
holte drei Städte, ein Dutzend kleinere Kommunen und 1300 Sitze in
Gemeinderäten. Bei allem Lokalkolorit, den solch eine Wahl natürlich
hat, ist klar: Dies war eine Volksabstimmung gegen die Regierung
Hollande. Der neue Premier ist ein liberaler Sozialdemokrat, er soll
das Volk nun beruhigen. Aber die nächste Welle rollt an. Am 25. Mai
wählen die Franzosen ihre Abgeordneten für das Europa-Parlament. Dann
gilt das Verhältniswahlrecht und es kann passieren, dass der FN an
den anderen Parteien vorbeizieht. Denn bei der Europawahl wird sich
nicht nur der Frust über die Regierung Hollande niederschlagen, dann


gilt auch der Persönlichkeitsfaktor des Kandidaten nicht mehr. Es
wird programmatisch gewählt, Europa ist weit weg, man kann weit
ausholen. Im Herbst folgen die Senatswahlen, 2015 die Regionalwahlen.
Überall hat die Linke Sitze und Pfründe zu verlieren. Die Unruhe in
den eigenen Reihen wächst. Hollandes großes Vorbild, François
Mitterrand, hatte auch sein März-Erlebnis. Er verlor 1983 die
Kommunalwahlen, eine Woche später bildete er die Regierung um und
setzte auf eine andere Politik. Damals hatte er noch fünf Jahre Zeit.
Hollande hat nur drei Jahre. Selbst die neue Regierung wird so bald
keine Erfolge ernten können, zumal die Gesetze für größere
Sparmaßnahmen und steuerliche Erleichterungen erst 2015 in Kraft
treten sollen und vor den Präsidentschaftswahlen wirtschaftlich kaum
greifen werden - wenn sie überhaupt beschlossen werden. Valls ist die
vorletzte Patrone. Danach kommt nur noch die Auflösung des
Parlaments. Im Elysee weht ein Hauch von Panik.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Ulrich Krökel zu Ungarn/Orban/Wahlen Westfalen-Blatt: zur Nato
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.04.2014 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1041237
Anzahl Zeichen: 3265

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Außenhandel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 170 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zur Krise in Frankreich"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: zur Nato ...
Die Nato hat ein Problem. Sie wurde von Moskau regelrecht überfahren. Man hatte Russland aus seinem Feindbild gestrichen. Möglicherweise ein folgenschwerer Fehler, wie die Militärs der Allianz jetzt hinter vorgehaltener Hand einräumen. Hat man zu früh abgerüstet? Noch weiß die Nato nicht,

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Ulrich Krökel zu Ungarn/Orban/Wahlen ...
Es ist schon eine sonderbare Sache, wie schnell sich in der politischen Sphäre die Maßstäbe verschieben können. Noch vor Jahresfrist galt Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in der EU als der Buhmann schlechthin. Der Rechtspopulist stand in dem Ruf, in Ungarn eine autoritäre Herrschaft er

Märkische Oderzeitung: Die "Märkische Oderzeitung" in Frankfurt (Oder) schreibt zur möglichen Stationierung von Nato-Truppen in Polen: ...
Polens Außenminister fordert von der Nato die Stationierung von Bodentruppen in seinem Land. Aus polnischer Perspektive ist diese Haltung sehr verständlich. Zum einen, weil das Land mehrfach in seiner Geschichte von Moskau bevormundet oder beherrscht worden ist. Zum anderen, weil man es merkwÃ

FREIE WÄHLER lehnen Freihandelsabkommen ab und sehen sich darin bestärkt / Europaspitzenkandidatin Ulrike Müller sammelt Bürgermeinungen auf Ländertour ...
Die FREIEN WÄHLER lehnen das derzeit bekannte Freihandelsabkommen mit den USA ab. Bei Ihrer Ländertour gestern in Sachsen sah sich die Europa-Spitzenkandidatin Ulrike Müller, MdL, erneut in dieser Position bestärkt. Es gebe keinen vernünftigen Grund für Standardabsenkungen. Man brauche kei


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z