neues deutschland: Mario Adorf: "Wir müssen uns immer wieder fragen: Wie konnte es passieren?"
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das passieren? Welche Umstände befördern Ungeist und
Unmenschlichkeit? Wie konnte das Volk der Dichter und Denker
mehrheitlich auf Hitler hereinfallen? Was geschieht, wenn die Zahl
der Arbeitslosen oder prekär Beschäftigten, wie es heute heißt,
erneut auf sieben Millionen anwächst? Das sind Fragen, denen wir uns
wieder und wieder stellen müssen", sagt Mario Adorf in einem
Exklusiv-Interview mit der Tageszeitung "neues deutschland"
(Freitagausgabe).
In dem Interview sprach Adorf über seinen neuen Film "Der letzte
MenTsch" (Regie: Pierre-Henry Salfati), der am 15. Mai in die Kinos
kommt. Just an diesem Tag begann vor 70 Jahren die Deportation der
ungarischen Juden. Adorf spielt in dem Film einen Juden, der
Theresienstadt und Auschwitz überlebt hat und sich an seinem
Lebensabend auf die Spur nach seinen jüdischen Wurzeln auf die Reise
nach Ungarn, in das Land seiner Väter, begibt.
Adorf, Jahrgang 1930, erinnert sich im "nd"-Gespräch an das
Novemberpogrom 1938, das er als Kind in Mayen, einer Kleinstadt in
Rheinland-Pfalz erlebte. Von den millionenfachem Judenmord habe er
aber erst nach dem Krieg erfahren: "Das war eine große Enttäuschung -
Enttäuschung darüber, so getäuscht worden zu sein." Dankbar ist der
Mime, sein Handwerk bei aus der Emigration zurückgekehrten Künstlern
und Regisseuren wie Gerd Oswald und Artur Brauner gelernt zu haben,
denn: "Sie halfen mir zu verstehen und zu erkennen."
Große Sorge bereitet den Mimen der aktuelle Rechtsruck in Eruopa.
"Sie belegen die latente, irrationale Angst vor 'den Fremden'.« Und
diese ist für ihn durchaus auch ein Ausdruck eines gierigen
Kapitalismus.
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Datum: 10.04.2014 - 16:18 Uhr
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