Handwerksbetriebe bleiben optimistisch
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Traublinger: "Gute Stimmung kann nur die Politik eintrüben"
Die Kapazitäten der Handwerksfirmen im Freistaat waren im Berichtszeitraum zu 75 Prozent ausgelastet. Damit stieg der Auslastungsgrad im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte. Die Betriebe hatten im Durchschnitt für 7,3 Wochen Aufträge in Reserve. Vor Jahresfrist lag das Polster bei 7,1 Wochen. Seit letztem Sommer zeigt die Umsatzentwicklung im bayerischen Handwerk nach oben. Mit Beginn des neuen Jahres hat sich die Dynamik deutlich verstärkt. Die Nachholeffekte aus der zweiten Jahreshälfte 2013 mündeten in einen zyklischen Aufschwung, der durch die günstige Witterung neue Nahrung erhielt. Nach ersten Schätzungen erwirtschafteten die bayerischen Handwerksunternehmen bis Ende März des laufenden Jahres einen Umsatz in Höhe von rund 19,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Zuwachs um fünf Prozent (real: 3,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Schätzungsweise 880.000 Personen hatten im Berichtsquartal einen Arbeitsplatz im Handwerk. Im Vergleich zum 1. Quartal 2013 stieg dieser Wert wegen des anhaltenden Fachkräftemangels nur um 0,3 Prozent. Dagegen bietet sich den Betrieben weiterhin ein gutes Investitionsklima, das vor allem durch die niedrigen Zinsen geprägt wird. 30 Prozent führten im 1. Quartal 2014 Investitionen durch. Das entspricht dem Vorjahreswert. Insgesamt steckten die Betriebe 615 Millionen Euro in Ersatz-, Rationalisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozent. Zugelegt hat im Berichtszeitraum auch die Zahl der Handwerksbetriebe in Bayern. Rund 200.600 bedeuteten ein Plus von einem Prozent im Vorjahresvergleich.
"Die gute Stimmung im Handwerk kann momentan nur die Politik eintrüben. Aktuell kommt aus dem Bundesrat und der SPD-Bundestagsfraktion eine Initiative, den Handwerkerbonus zu kappen oder zumindest zu beschneiden. Das würde dem Handwerk vehement schaden", betonte Traublinger. Der Handwerkerbonus hat nachweislich zu einem Auftragsplus für die legal arbeitenden Handwerksbetriebe und somit zu weniger Schwarzarbeit geführt, was den öffentlichen Kassen wiederum ein Mehr an Steuern und Abgaben einbrachte. Eine Studie zur Schwarzarbeit des Experten für Schattenwirtschaft, Prof. Friedrich Schneider, hat dies bestätigt. Der BHT-Präsident: "Wir fordern daher nicht nur den Erhalt des Handwerkerbonus, sondern eine Ausweitung durch eine Zusammenlegung mit den allgemeinen haushaltsnahen Dienstleistungen. Hier können 20 Prozent der Arbeitskosten bis 20.000 Euro abgesetzt werden, also maximal 4.000 Euro. Bei den Handwerkerleistungen liegt die Obergrenze momentan nur bei 1.200 Euro."
Mit Sorge betrachtet Traublinger weiterhin die von der EU-Kommission angestoßene Debatte um den Meisterbrief. "Was der Verlust der Meisterpflicht für die Handwerksberufe bedeutet, bei denen durch die Novelle der Handwerksordnung 2004 die Meisterpflicht wegfiel, liegt auf der Hand: mehr Ein-Mann-Betriebe aber kein einziger Arbeitsplatz mehr, weniger Lehrlinge und kaum noch Meisterprüfungen, weniger Qualität und Verbraucherschutz", so der BHT-Präsident.
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Datum: 14.04.2014 - 12:44 Uhr
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