So billig kommt ihr nicht davon - Proteste für Entschädigung von Rana Plaza Opfern
ID: 1049769
Rana Plaza in Bangladesch protestieren AktivistInnen des
INKOTA-netzwerk im Verbund mit anderen Organisationen heute in Berlin
für die Entschädigung der Opfer. Auch ein Jahr nach der Katastrophe
fehlen immer noch 25 Millionen US-Dollar im von der internationalen
Arbeitsorganisation ILO kontrollierten Entschädigungsfonds. Firmen
wie KiK, NKD, Güldenpfennig, KANZ/ Kids Fashion Group, Adler
Modemärkte, C&A und Benetton, denen Produktionsbeziehungen zu Rana
Plaza nachgewiesen werden konnten, sind aufgefordert Verantwortung zu
übernehmen und substantielle Beiträge in den Fonds einzuzahlen.
Auf dem Berliner Kurfürstendamm liegen schwarz gekleidete Menschen
mit weißen Masken regungslos auf dem Boden. Sie sind bedeckt von
Pappschildern, die die Trümmer von Rana Plaza symbolisieren. Auf den
Pappschildern sind die Logos von Unternehmen zu sehen, die in Rana
Plaza produzieren ließen: KiK, NKD, Güldenpfennig, KANZ/ Kids Fashion
Group, Adler Modemärkte, C&A, Mango und Benetton. Im Hintergrund
stehen AktivistInnen, die Banner mit der Aufschrift "So billig kommt
ihr nicht davon" und "Zahlt jetzt! - Entschädigung für die Opfer von
Rana Plaza" halten.
"Die genannten Unternehmen haben entweder gar nicht oder viel zu
wenig in den von der ILO kontrollierten Entschädigungsfonds für die
Opfer der Katastrophe von Rana Plaza eingezahlt. Das ist ein
Skandal!", so Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk,
Mitgliedsorganisation der Kampagne für Saubere Kleidung.
Allen Unternehmen, die von INKOTA, der Kampagne für Saubere
Kleidung und anderen Organisationen zur Einzahlung in den
Entschädigungsfonds aufgefordert werden, konnten
Produktionsbeziehungen in eine der Fabriken des Rana Plaza Gebäudes
nachgewiesen werden. Dennoch versuchen sie sich mit verschiedenen
Ausreden aus der Affäre zu ziehen. Die einen sagen, sie hätten keine
direkten Lieferbeziehungen gehabt, sondern lediglich ihre
Zwischenhändler. Andere behaupten, der Auftrag wäre ohne ihr Wissen
in Rana Plaza platziert worden. Einige geben an, nur einmalig Ware
aus den Fabriken von Rana Plaza bezogen zu haben.
"Genau auf diesem System der weitverzweigten Zulieferbetriebe und
der flexibel platzierten Aufträge basiert die globale
Textilproduktion und hier liegt das Problem", kritisiert Hinzmann.
Diese typischen Produktionsbeziehungen erschweren die Haftbarkeit von
Unternehmen, wenn es zu Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen
kommt. "Deshalb ist eine verbesserte Haftungspflicht für Unternehmen
notwendig. Denn sonst kommt das momentane Zuliefersystem einer
legalisierten Verantwortungslosigkeit gleich", so Hinzmann weiter.
Auch die Ausrede, dass schon Monate oder Jahre vor dem Einsturz von
Rana Plaza keine Ware aus den Fabriken in Rana Plaza bezogen wurde,
sei inakzeptabel. "Der Einsturz der Fabrik war nur eine Frage der
Zeit."
Zurzeit fehlen noch immer mindestens 25 Millionen US-Dollar, damit
die Opfer gemäß der ILO-Konvention 121 entschädigt werden können. Die
Entschädigungssumme basiert auf angenommenen Lohnverlusten der
Hinterbliebenen und Verletzten der Katastrophe und ist insgesamt sehr
niedrig angesetzt. Je mehr Geld also in den Fonds fließt, desto höher
können auch die Auszahlungssummen an die Opfer sein.
Fotos von der Aktion: www.inkota.de/aktion-jahrestag-rana-plaza
(Online ab 13 Uhr)
Presseinfo zu Produktionsbeziehungen einzelner Unternehmen mit
Rana Plaza und ihrer Position zum Entschädigungsfonds:
www.inkota.de/presseinfo-rana-plaza
Website zum Entschädigungsfonds: www.ranaplaza-arrangement.org
(Englisch)
Pressekontakt:
Ansprechpartner
Berndt Hinzmann, INKOTA-Referent der Kampagne für Saubere Kleidung,
Mobil: 0160-94 69 87 70, Tel.: 030 - 42 08 202-0, Fax: 030 - 42 08
202-10, E-Mail: hinzmann@inkota.de
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Datum: 23.04.2014 - 10:35 Uhr
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