Thüringische Landeszeitung: Falsches Türkei-Signal / Kommentar von Bernd Hilder zur Türkei-Reise des Bundespräsidenten
ID: 1051966
war Bundespräsident Gauck auf schwieriger diplomatischer Mission am
Bosporus unterwegs. Auf der einen Seite kritisierte er schnörkellos
die undemokratischen und autoritären Angriffe des türkischen
Ministerpräsident Erdogan auf Demokratie und Andersdenkende. Auf der
anderen Seite pries er den wirtschaftlichen Aufstieg der Türkei.
Damit hatte er für beide Seiten des in Erdogan-Anhänger und -Gegner
tief gespaltenen Landes etwas im Reisegepäck.
Das war nicht mutig von Gauck, sondern selbstverständlich. Wie
blamiert wäre Gauck in Deutschland, wenn er die Angriffe Erdogans
auf die Meinungs- und Pressefreiheit nicht gegeißelt hätte, nachdem
er auf eine Reise zu den Olympischen Spielen in Sotschi verzichtet
hatte, nur um Russlands neuen Zaren Putin aus dem Weg zu gehen.
In einem entscheidenden Punkt sandte Gauck ein völlig falsches
Signal an Ankara: Er machte der Türkei Hoffnung, irgendwann doch noch
die EU-Mitgliedschaft zu ergattern. Damit schlug er sich auf die
sozialdemokratische Seite der Großen Koalition und widersprach der
CDU-Kanzlerin, die einen EU-Beitritt der Türkei ablehnt, aber eine
weniger bindende privilegierte Partnerschaft anstrebt.
Gaucks Motiv für das großzügige Angebot an die sich schleichend
islamisierende Türkei bleibt nebulös. Vielleicht will er das Land zu
demokratischen Reformen ermuntern und Erdogan dazu bewegen,
Islamisierung und Demokratieabbau zu stoppen. Das wäre naiv. Zudem
ist die Türkei auch ohne Erdogan mindestens für Jahrzehnte kein
geeigneter EU-Aufnahmekandidat. Mutig von Gauck wäre es, diese
Wahrheit auszusprechen, anstatt falsche Hoffnungen in der Türkei zu
wecken und spaltende Debatten in der EU zu sähen.
Pressekontakt:
Thüringische Landeszeitung
Chef vom Dienst
Norbert Block
Telefon: 03643 206 420
Fax: 03643 206 422
cvd@tlz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.04.2014 - 07:05 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1051966
Anzahl Zeichen: 2127
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Weimar
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 199 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Thüringische Landeszeitung: Falsches Türkei-Signal / Kommentar von Bernd Hilder zur Türkei-Reise des Bundespräsidenten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Thüringische Landeszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Thüringische Landeszeitung
Thüringische Landeszeitung: Die junge CDU / Kommentar von Hartmut Kaczmarek zur Widersprüchen innerhalb der CDU und der Großen Koalition ...
Die Steuerquellen sprudeln - und die Politik sitzt auf dem Geld. Keine Spielräume für einen Einstieg in den Abbau der Kalten Progression, so die Kanzlerin. Dafür gibt es aber Milliardengeschenke für die Rentner - und die Arbeitnehmer werden um die eigentlich fällige Senkung der RentenbeitrÃ
Mitteldeutsche Zeitung: Finanzen SPD-Rechtspolitiker Lischka fordert energische Schritte gegen die Eigengeldwäsche ...
Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, hat angeregt, die Herkunft der Investitionssummen bei größeren Immobiliengeschäften oder Unternehmensbeteiligungen zu prüfen, um Geldwäsche vorzubeugen. Er reagierte damit auf die jüngste Kritik der Organisation fÃ
Westfalen-Blatt: Weitere Panne bei Kfz-Steuer-Erfassung: Softwareändert eigenständig Abmeldedaten - mehr als 230 Zulassungsstellen sollen betroffen sein ...
Die Software-Probleme bei der Erfassung der Kfz-Steuerdaten sind größer als bislang bekannt. Aufgrund einer weiteren Software-Panne in Kfz-Zulassungsstellen sind vermutlich in mehr als 230 kreisfreien Städten und Kreisen falsche Steuerbescheide verschickt worden. Das berichtet das in Bielefel
Rheinische Post: Sicherheitsexperten mahnenüber 20.000 deutsche WM-Fans zur Vorsicht ...
Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft haben Sicherheitspolitiker an deutsche WM-Touristen appelliert, in Brasilien verstärkt auf die eigene Sicherheit zu achten. "Man muss immer ins Kalkül ziehen, dass Brasilien gefährlicher ist als Deutschland", sagte Unions-Innen




