Weniger Kaninchen für Tierversuche ? EU-Kommission schreibt Ersatzverfahren vor
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Weniger Kaninchen für Tierversuche ? EU-Kommission schreibt Ersatzverfahren vor
Die Prüfung von Chemikalien auf Reizungen der Haut, die üblicherweise an Kaninchen erfolgt, darf in der EU in Kürze
"In Deutschland wurden 2007 noch knapp 900 Kaninchen für solche schmerzhaften Hautreizungstests eingesetzt und das nur, weil die Behörden viel zu lange brauchen, um wissenschaftlich anerkannte Ersatzverfahren in die Prüfvorschriften aufzunehmen. Das muss schneller gehen", sagt Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.
Beim sogenannten Hautirritationstest wird den Kaninchen 24 Stunden vor dem Versuch das Fell auf dem Rücken geschoren. Die Tiere werden einzeln gehalten. Die Prüfsubstanz wird auf eine kleine Hautfläche aufgetragen. Wirkt die Substanz hautreizend, entstehen schmerzhafte Entzündungen. Der Test wird zuerst an einem Tier durchgeführt. Wird der Stoff als ätzend eingestuft, werden keine weiteren Tierversuche durchgeführt. Das Ersatzverfahren, das als EpiSkin und EpiDerm im Handel ist, ist ein Test mit menschlichen Hautmodellen. Um auch weltweite Anerkennung zu erhalten, steht nun allerdings noch die Aufnahme in die OECD-Prüfrichtlinien aus.
Der Bundesverband hatte im April das Kaninchen zum Versuchstier des Jahres 2009 bestimmt, um auf die Leiden dieser Tiere aufmerksam zu machen. Nach Aussagen des Bundesverbandes wird in 2010 ein weiterer Test am Kaninchen durch ein In-vitro-Verfahren ersetzt werden. Der sogenannte Pyrogentest zur Testung fieberauslösender Eigenschaften von Substanzen ist in der Arzneimittelprüfung vorgeschrieben und soll dann statt am Kaninchen an menschlichen Blutzellen durchgeführt werden.
Weitere Informationen unter:
http://www.versuchstier-des-jahres.de/2009/toxikologische-tests.htm
Kontakt:
Pressestelle - Stephanie Elsner, Tel.: 05237 - 2319790, E-Mail: elsner@tierrechte.de
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich auf rechtlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung und Umsetzung elementarer Tierrechte ein. Als Dachverband sind ihm etwa 100 Vereine sowie persönliche Fördermitglieder angeschlossen. Seit seiner Gründung ist er als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
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Datum: 24.07.2009 - 10:36 Uhr
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