Judith Holofernes: "Ich möchte nicht vage prominent sein, sondern, dass Leute meine Platte hören."
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Rahmen der Gesprächsreihe BRIGITTE LIVE Songwriterin und Sängerin
Judith Holofernes in den Hamburger Kammerspielen. Das Publikum traf
auf eine gut gelaunte, energiegeladene und reflektierte Künstlerin,
die offen und mit viel Leidenschaft über die Dinge sprach, die sie
wirklich bewegen und erlebte einen kurzweiligen, amüsanten Abend mit
viel Raum für zwischenmenschliche Töne.
Im Interview zu "Männern" befragt, spricht Holofernes, die über
Jahre als einzige Frau gern mit zwölf Männern auf Tour war, über den
anstrengenden Wettbewerb im Popbusiness, den sie als ständigen
Machtkampf empfunden habe. Männer könnten dem oft mehr abgewinnen und
hätten es dadurch leichter, sagt sie. Ihre Erfahrung zeigt: "Frauen
relativieren diesen Wettbewerb." Deshalb freue sie sich auch, durch
ihre aktuelle Solo-Karriere inzwischen mit mehr Frauen
zusammenzuarbeiten. "Band-Musikerinnen, also Instrumentalistinnen, zu
finden, ist in Deutschland immer noch erstaunlich schwierig", ergänzt
sie mit einem Blick nach Schweden, wo "Musikerinnen ein ganz anderes
Selbstverständnis und eine andere Selbstsicherheit" hätten.
Sie spricht über die Medien und darüber, wie diese ein Bild von
ihr erschaffen, das zum Teil weit von der Wirklichkeit abweicht: "Mir
wurden in Interviews Begleitaccessoires angedichtet, die ein
bestimmtes Image unterstützen sollten. So beispielsweise einmal ein
Outfit, das ich gar nicht besitze." Seit dem Start ihrer Solo-Tour
Anfang April mit ihrem aktuellen Album "Ein leichtes Schwert" würden
Journalisten sie hauptsächlich nach ihrer Mutterrolle fragen, was die
Künstlerin nervt: "Ich will über Musik reden. Ich habe keine
Mutti-Platte gemacht, und bei Männern würde auch keiner über eine
Papi-Platte sprechen, nur weil jemand Vater ist." Mit einem
Augenzwinkern ergänzt sie: "Ich verstehe jetzt auch, warum Beyonce
und Co. sich immer nackt aus Hubschraubern abseilen müssen - um das
Mutter-Klischee loszuwerden." Und sie empfinde es zunehmend als
schwierig, im Fernsehen aufzutreten: "Als Künstler sitzt man in den
meisten Sendungen am Katzentisch, die Musik, wenn sie denn vorkommt,
wird ausgeblendet, gekürzt, hin und her geschoben. Es gibt wenige
Formate, die auf Musik ausgerichtet sind. Dadurch ist es sehr schwer,
sich mit dem zu präsentieren, was man eigentlich macht. Und ich
möchte nicht vage prominent sein, sondern, dass Leute meine Platte
hören."
"Heiraten und Kinderkriegen ist nicht spießig, denn ein Ring am
Finger sagt nichts über die Art einer Beziehung aus", erläutert sie,
nach der Ehe gefragt. "Ich habe aus einem romantischen Impuls und aus
einer ästhetischen Entscheidung heraus geheiratet, denn ich sage
einfach gerne 'mein Mann'." Auf die Frage nach Gleichberechtigung und
Emanzipation in der Ehe antwortet sie: "Gleichberechtigung ist für
mich selbstverständlich. Gleichsein als Anspruch an die Liebe ist
nicht gut. Es funktioniert nicht, mit starren Vorstellungen an die
Liebe heranzugehen."
Auf die letzten 20 Jahre zurückblickend und die Frage, was sie
heute besser kann als damals, antwortet sie: "Ich kann meine Gefühle
besser wahrnehmen und ihnen mehr Autorität geben. Ich vertraue meinen
Instinkten und stelle fest: Die Fehlerquote ist nicht höher, wenn ich
auf meinen Bauch höre, anstatt viel zu Grübeln und Rat einzuholen.
Und die Fehler, die ich mache, machen mehr Spaß." Wiederum 20 Jahre
in die Zukunft geschaut, ist sie sich sicher: "Ich denke, ich werde
das, was ich jetzt tue, auch in 20 Jahren noch machen. Auf der
aktuellen Tour habe ich gemerkt, 'hier bin ich genau dort, wo ich
hingehöre'."
Weitere Termine von BRIGITTE LIVE "Die Stunde der Frauen":
Bestseller-Autorin Eva-Maria Zurhorst (14. August, Hamburger
Kammerspiele) sowie mehr Frauen im Laufe des Jahres.
Weitere Informationen unter www.brigitte.de/LIVE.
Druckfähiges Bildmaterial von der Veranstaltung erhalten
Redaktionen über unten genannten Pressekontakt.
Über BRIGITTE LIVE
Nach dem Erfolg der Reihe BRIGITTE LIVE "Frauen wählen!", bei der
BRIGITTE im vergangenen Bundestagswahljahr sieben
Spitzenpolitikerinnen zum öffentlichen Interview begrüßte, u.a.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, wird das Format in diesem Jahr unter
dem Motto "Die Stunde der Frauen" fortgesetzt. BRIGITTE feiert in
diesem Jahr ihren 60. Geburtstag. Deshalb präsentiert Deutschlands
führendes Frauenmagazin bei "Die Stunde der Frauen" weibliche
Vorbilder, die mit ihrer Arbeit, Visionen und Ideen das moderne
Frauenbild maßgeblich mitgestalten. Sie stehen beispielhaft für die
starken Persönlichkeiten, die BRIGITTE als das Leitmedium für Frauen
seit sechs Jahrzehnten im Magazin begleitet. Jetzt bietet BRIGITTE
ihnen zusätzlich und im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne und
Interessierten so die Möglichkeit, diese Frauen unmittelbar zu
erleben - in einer einzigartigen Gesprächs-Atmosphäre: ein Gespräch,
unverfälscht und mit viel Raum für zwischenmenschliche Töne, mit
persönlichen Ansichten und Einsichten.
Über BRIGITTE
BRIGITTE ist das Leitmedium für Frauen in Deutschland, weiß, was
Frauen bewegt und kennt all ihre Facetten. BRIGITTE hält die perfekte
Mischung bei Auswahl und Umsetzung der Themen bereit und bietet die
Vielfalt, die Frauen interessiert: Mode, Beauty, Kultur, Reise,
Kochen, Gesundheit und Wohnen - mit erstklassigem Service und stets
auf Augenhöhe der Leserin. Sie nimmt aktuelle und gesellschaftlich
relevante Themen auf, die Frauen betreffen - leicht und emotional,
aber nie oberflächlich. Reportagen, Porträts und Dossiers überzeugen
mit starken journalistischen Inhalten. Als meistgelesene klassische
Frauenzeitschrift erzielt BRIGITTE mit 2,6 Millionen Leserinnen pro
Ausgabe die höchste Reichweite im Wettbewerb über alle Altersgruppen
hinweg (ma 2014-I) und erreicht eine verkaufte Auflage von
durchschnittlich 536.972 Exemplaren (IVW I/2014). BRIGITTE erscheint
14-täglich mittwochs zum Preis von 2,80 Euro.
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Datum: 07.05.2014 - 11:03 Uhr
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