Kinderschutzbund fordert Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen

Kinderschutzbund fordert Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen

ID: 1057036
(ots) - Der Deutsche Kinderschutzbund fordert einen
Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen. Dies machten heute der Präsident des
Verbandes, Heinz Hilgers, und Marlis Herterich, Vorsitzende des
Kinderschutzbundes Köln, auf einer Pressekonferenz in Köln aus Anlass
der Kinderschutztage 2014 deutlich.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert einen allgemeinen
Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen, weil in Deutschland zur Zeit leider
Qualität und Umfang von Hilfen davon abhängen, wo Kinder geboren
werden und leben", so Heinz Hilgers. Dies sei aus Sicht des
Kinderschutzbundes in keiner Weise akzeptabel und gewähre nicht die
vom Grundgesetz verlangte Gleichheit der Lebensverhältnisse. Die
Kinderschützer wollen daher auf den Kinderschutztagen 2014 in Köln
eine Resolution zur Etablierung des Rechtsanspruchs auf Frühe Hilfen
beschließen und sehen den Gesetzgeber in der Pflicht, tätig zu
werden.

Das Bundeskinderschutzgesetz von 2012 hat zwar die Hilfen in der
frühen Kindheit als Soll-Vorschrift für alle Kommunen formuliert,
dies greift nach Ansicht des Kinderschutzbundes aber zu kurz: "Wir
fordern eine stärkere Verankerung der Frühen Hilfen durch
Konkretisierung der Leistungen und durch Schaffung individueller
Rechtsansprüche", so Hilgers.

Der Kinderschutzbund will mit dieser konkreten Forderung und einer
damit einhergehenden Reform von SGB V und SGB VIII einer Entwicklung
begegnen, die in Deutschland trotz aller Bemühungen um frühe Hilfen
festzustellen ist: "Immer mehr Städte und Gemeinden sind aufgrund
ihrer Finanzsituation nicht in der Lage, den dort lebenden Kindern
und ihren Eltern die präventiven und leicht erreichbaren Angebote und
Hilfen zur Verfügung zu stellen, die sie dringend benötigen. Statt
einer frühen Förderung und Unterstützung wird so allzu oft leider
erst reagiert, wenn die Probleme schon zu groß geworden sind. Nicht


zuletzt die steigenden Zahlen von Inobhutnahmen belegen dies
eindrucksvoll", führt Marlis Herterich aus.

Dass es aber auch besser gehen kann, dafür liefert der
Kinderschutzbund in Köln gute Beispiele. Marlis Herterich: "Wir haben
in Köln schon sehr früh erkannt, dass die beste Bekämpfung familiärer
Gewalt darin liegt, ihre Ursachen frühzeitig zu erkennen und Hilfe
dagegen anzubieten." "Seit 16 Jahren betrachten wir Hilfen in der
frühen Kindheit als eine wesentliche vorallem präventive Aufgabe des
Kinderschutzes und haben ein entsprechendes Angebot in besonders
belasteten Stadtteilen aufgebaut", ergänzt Renate Blum-Maurice,die
fachliche Leiterin der Arbeit in Köln. Im Elterncafé, in
Intensivgruppen und in der Einzelberatung zeigt sich immer wieder
eindrucksvoll, dass ein feinfühliger Umgang mit Kindern (und damit
auch gewaltfreie Erziehung) gelerntwerden kann, wenn Eltern behutsam
und ermutigend begleitetund unterstützt werden.

Hilgers und Herterich sind sich sicher, dass die
Mitgliederversammlung des Kinderschutzbundes auf den
Kinderschutztagen in der nächsten Woche die Resolution mit breiter
Mehrheit beschließen wird und fordern, "dass die politischen Akteure
nun Gesetze verabschieden, die der frühzeitigen Förderung einer
gesunden Entwicklung von Kindern dienen und verbindliche
Rahmenbedingungen schaffen, die Chancengerechtigkeit unabhängig von
der sozialen Herkunftund dem Wohnort ermöglichen."

Die Kinderschutztage des Kinderschutzbundes finden in diesem Jahr
auf Einladung des Ortsverbandes Köln in Köln statt. Dabei wird auch
das 60-jährige Bestehen des OV Köln begangen und seine seitdem immer
weiter gewachsene engagierte Arbeit für Kinder und Eltern gewürdigt.



Pressekontakt:
Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Köln e.V.

Jochen Muth
Bonner Straße 151
50968 Köln
Tel (0221) 5 77 77-14
Mobile 0160 96 63 60 34
Fax (0221)5 77 77-11
E-Mail j.muth@kinderschutzbund-koeln.de


Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V:

Christian Briesen
Schöneberger Str. 15
10963 Berlin
Tel (030) 21 48 09-40
Mobile 0151 125 24 521
Fax (030) 21 48 09-99
Email briesen@dksb.de

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Datum: 09.05.2014 - 11:22 Uhr
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