Baugewerbe warnt vor Kostenexplosion bei Infrastrukturmaßnahmen!
ID: 1065396
Verkehrsinfrastruktur dürfte noch wesentlich teurer werden als es die
ersten Schätzungen befürchten lassen", so die Einschätzung von Dr.
Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches
Baugewerbe.
Loewenstein weiter: "Zwar gelingt es der deutschen Bauwirtschaft
derzeit noch, ca. 90 % der mineralischen Abfälle im Kreislauf zu
halten, doch ist diese hohe Verwertungsquote durch immer höhere
Umweltauflagen und eine sinkende Akzeptanz von Recycling-Baustoffen
ernsthaft bedroht."
Denn nach wie vor gelten im Zuge von Baumaßnahmen gelöste Böden
als Abfall, sofern sie nicht wieder auf der gleichen Baustelle
eingebaut werden können. Diese Böden müssen mit hohem Kostenaufwand
auf Umweltschadstoffe untersucht werden. Völlig saubere Böden sind
jedoch gemessen an den hohen Maßstäben der Umweltbehörden weder in
Siedlungsgebiete noch an Verkehrswegen anzutreffen. Gering und höher
belastete Böden sind somit auf dafür zugelassenen Deponien zu
entsorgen. Da sich aber der entsprechende Deponieraum verknappt,
befürchten wir in spätestens 5 Jahren erhebliche
Entsorgungsengpässe." So Loewenstein.
Eine Umfrage unter ZDB-Mitgliedsbetrieben ergab, dass sich
Entsorgungskosten für belastete Böden seit dem Jahr 2008
versechsfacht haben. Auch bei geringfügig belasteten Böden ergab
sich, so die ZDB-Mitgliedsbetriebe, eine Verdreifachung der
Entsorgungskosten. Ursächlich hierfür sind die immer größeren zu
entsorgenden Bodenmengen einerseits und die bereits eingetretene
drastische Abnahme von Anzahl und Restvolumen der Deponien
andererseits.
Daher müssen höher belastete Böden bereits heute bis zu 250 km
weit zur nächsten Deponie transportiert werden. Das belastet nicht
nur Umwelt und Verkehr, sondern verschlechtert auch den Zustand der
Straßen wesentlich. In Summe werden die anstehenden
Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen dadurch erheblich verteuert. Wenn sich
die Verwertung oder Entsorgung der jährlich im Zuge von Baumaßnahmen
anfallenden über 100 Mio. Tonnen Böden und Steine im Schnitt um nur
10 Euro je Tonne verteuern sollte, bedeutet dies 1 Mrd. Euro
Mehrkosten jährlich.
"Diese Mehrkosten werden zum großen Teil bei öffentlichen
Baumaßnahmen anfallen und die zusätzlichen Bundesmittel zur
Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur zu großen Teilen aufzehren", so
die Befürchtung des ZDB-Präsidenten.
Loewenstein forderte daher das Bundesumwelt- und Bauministerium
auf, endlich für ausgewogene Regelungen für die Verwertung
mineralischer Abfälle zu sorgen, ansonsten drohe Deutschland ein
Zusammenbruch der überaus erfolgreichen Kreislaufwirtschaft Bau und
zudem ein Entsorgungskollaps bei mineralischen Abfällen.
Pressekontakt:
Dr. Ilona K. Klein
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail klein@zdb.de
www.zdb.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.05.2014 - 09:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1065396
Anzahl Zeichen: 3346
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bau & Immobilien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 271 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Baugewerbe warnt vor Kostenexplosion bei Infrastrukturmaßnahmen!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Statistische Bundesamt hat heute die Baufertigstellungen und den Bauüberhang für das Jahr 2025 sowie Auftragseingang und Umsatz im Bauhauptgewerbe für März 2026 veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein erneuter Rückgang um 18 Prozent gegenüber den
Wohnungsbau: Genehmigungszahlen steigen, Bedarf bleibt ...
Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für die Baugenehmigungen im März 2026 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe: "Im März genehmigten die Behörden den Bau von 21 800 Wohnungen, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmo
Baugewerbe zum Vergabebeschleunigungsgesetz: Wichtiger Schritt für unser Land ...
Statement von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, zur heutigen Verabschiedung des Vergabebeschleunigungsgesetzes durch den Bundesrat: "Mit der Zustimmung des Bundesrats ist das Vergabebeschleunigungsgesetz beschlossene Sache. Das ist ein wichtiges Signa
Weitere Mitteilungen von ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe
Manfred Hildebrand zum Volksentscheid Tempelhofer Feld: "Falsche Entscheidung, die niemandem nützt" ...
Home Estate 360: Herr Hildebrandt, sind Sie vom Ausgang des Volksentscheids zum Erhalt des Tempelhofer Feldes überrascht? Manfred Hildebrandt: In seinem Ergebnis nicht, in seiner Deutlichkeit schon. Umfragen vor der Abstimmung sahen die Ergebnisse deutlich näher beisammen. Die grundsätzliche Abl
DIP-Partner AENGEVELT verkauft letztes Baugrundstück auf der Düsseldorfer Friedrichstraße ...
Die Developmentspezialisten von AENGEVELT vermitteln im Exklusivauftrag einer privaten Eigentümergemeinschaft den Verkauf der Liegenschaft „Friedrichstraße 98“ in der Düsseldorfer Friedrichstadt an die Bluestone Trading GmbH. Es handelt sich dabei um das letzte freie Baugrundstück auf der Fr
Individuelle Mauerabdeckungen von EBERLE BAU ...
Ja, Sie lesen richtig. Wir stellen Betonfertigteile her. Das hat mein Großvater bereits in den 70iger Jahren ins Leben gerufen. Er war davon überzeugt, dass eine Bau-Maßnahme mit Betonfertigteilen wesentlich schneller fertigerstellt wird. Betonfertigteile haben sich seither in der Baubranche durc




