EEG-Reform 2.0
Was die Deutsche Politik tun muss, damit die Energiewende gelingt
Vor einigen Jahren hat Deutschland im breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens den Kurs eingeschlagen, seine Energieversorgung dahingehend zu modernisieren, dass regenerative Erzeugungsarten insbesondere aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse mittel- bis langfristig die herkömmliche Verstromung von fossilen und atomaren Brennstoffen ablösen sollen.
Nun steht die Reform des bisherigen Kerns der Energiewende im Strombereich, nämlich das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), wieder einmal zur politischen Debatte. Und dabei stellt sich die Frage: Wie gelingt die Energiewende in Deutschland? Diese Frage stellt sich mit den Prämissen der Versorgungssicherheit, der Bezahlbarkeit und der angemessenen Ausbaugeschwindigkeit. Dabei ist der letzte Punkt die wichtigste Voraussetzung für die ersten beiden: Wer beim Überqueren eines unruhigen Fahrwassers nicht auf der anderen Seite ankommt, wird untergehen.
Bei den Systemkosten konnten in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte erreicht werden. So sind die wesentlichen Erzeugungsarten, v.a. aus Wind, Wasser und Sonne inzwischen in der Marktreife angelangt oder stehen kurz davor. Das haben auch andere Nationen erkannt. Deshalb werden in vielen Ländern derzeit ehrgeizige Ausbaupläne dafür entwickelt. Hier sind insbesondere China, Indien, Japan Australien und mittlerweile sogar die Vereinigten Staaten von Amerika zu nennen.
Zu den größten Herausforderungen in Deutschland zählen unterdessen aus Sicht des Bundesverbandes der Haus- und Betriebstechniker e.V. (BdHB) klar die Zusammenführung von Energieerzeugung und -verbrauch. Es ist absehbar, dass der großflächige Netzausbau, der in erster Linie wegen der Offshore-Windenergienutzung erforderlich ist bzw. wird, nicht im gebotenen Tempo gelingen wird. Vielerorts regt sich Widerstand in der Bevölkerung oder es sind technische oder rechtliche Problem-stellungen mit hohem Zeitaufwand zu überwinden. Auch aus Kostensicht werden diese Anforderungen nicht innerhalb weniger Jahre voll zu erfüllen sein.
Nun gehen aber nach geltender Rechtslage spätestens innerhalb der nächsten acht Jahre alle Kernkraftwerke in Deutschland mit einer derzeitigen Bruttoleistung von 12,7 GW vom Netz. Betrachtet man die Restlaufzeit nach Reststrommengen, so sind rund 6,9 GW bereits innerhalb der nächsten 4 Jahre zu ersetzen. Dazu kommt, dass nach derzeitiger Beschlusslage bis 2020 rund 1.000.000 Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollen, die zusätzlich mit elektrischer Energie zu versorgen sind.
Um diese gewaltigen Herausforderungen innerhalb der kurzen verbleibenden Zeit meistern zu können, sind nun aus unserer Sicht mit der jetzigen EEG-Novelle unbedingt ein entschlossener Ausbau der erneuerbaren Energien ? und aus Kostensicht verstärkt der günstigstenen Erzeugungsarten zu forcieren.
Ganz besonders sind aber jetzt deutliche Anreize zu schaffen, Erzeugung und Verbrauch aufeinander abzustimmen ? wo nötig auch unter Einsatz von Speichersystemen.
Ein naheliegender Weg sind Anreize zum dezentralen Eigenverbrauch. Besondere Zuschüsse sind für Neuanlagen nicht mehr notwendig. Eine Belastung mit Steuern, Abgaben oder Umlagen ist jedoch absolut kontraproduktiv. Die geplante EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch von selbst erzeugter Energie wird die Probleme bei der Netzintegration ganz wesentlich verschärfen. Ein Scheitern der bezahlbaren Energiewende als Ganzes kann drohen.
Weitere Maßnahmen zur Zusammenführung von Erzeugung und Verbrauch können auf Verbrauchsseite entsprechende Tarifmodelle sein, wo steuerbare Verbraucher bedarfsabhängig regelbar zu- oder abgeschaltet werden können (vergleichbar mit bisherigen Elektrowärme-Tarifen im Privatbereich). Auch hier ist aus unserer Sicht eine Subventionierung nicht (mehr) erforderlich, weil sich die notwendigen Anreize marktkonform aus den Schwankungen des Börsenstrompreises ergeben.
Eine Dritte Maßnahme, die die Ziele Verbesserung der Netzintegration und Begrenzung der Kosten gleichermaßen erfüllen kann, ist eine Öffnung des Eigenverbrauchs für Altanlagen. So könnte der hohe Kostenblock, der insbesondere für Photovoltaikanlagen aus den Jahren vor 2009 mit Vergütungen von bis zu 57,4 Cent je Kilowattstunde dadurch um bis zu 35% reduziert werden, wenn ein einfacher Anreiz geschaffen wird, den Strom nicht mehr vergütungspflichtig einzuspeisen, sondern ortsnah direkt selbst zu verbrauchen. Dieses Anreizmodell kann sich vom System her an den Eigenverbrauchsvergütungen der Folgejahre orientieren. Die Höhe der Vergütungssätze könnte jedoch aufgrund der inzwischen deutlich gestiegenen Strompreise ebenso deutlich niedriger ausfallen, z.B. bis zu 37 Cent.
Durch verfügbare technische Maßnahmen kann die Inanspruchnahme von Netzkapazitäten vor allem in Spitzenzeiten wesentlich verringert und die Kosten gleichzeitig noch deutlich gesenkt werden.
Die Technik dafür steht bereit. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen jetzt geschaffen werden.
Der Bundesverband für Haus- und Betriebstechniker e.V. (BdHB) ist die Interessenvertretung des Berufsstandes der Technik- und Gebäudeverantwortlichen in Unternehmen, Institutionen und Organisationen auf Bundesebene. Mitglieder sind Einzelpersonen wie Betriebsingenieure, Facilitymanager, Energiemanagement-Verantwortliche, Haus- und Betriebstechniker sowie Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die Energie verbrauchende Anlagen betreiben.
Der Verband bietet fachlichen Austausch, Schulungen, Seminare und viele weitere Maßnahmen,um dafür zu sorgen, dass die Mitglieder technisch und rechtlich aktuell informiert und dadurch in der Lage sind, ihre Gebäude und Anlagen sicher, zuverlässig und energieeffizient zu betreiben. Der Politik steht der BdHB mit einer vielfältigen Mischung aus umfassender Praxiserfahrung seiner Mitglieder im Betrieb gebäudetechnischer Anlagen gerne als Ratgeber zur Verfügung, wenn es darum geht, Entscheidungen mit technischem Hintergrund zu treffen, wie dies in den Bereichen, Gebäudesicherheit und Energie der Fall ist.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Bundesverband für Haus- und Betriebstechniker e.V. (BdHB) ist die Interessenvertretung des Berufsstandes der Technik- und Gebäudeverantwortlichen in Unternehmen, Institutionen und Organisationen auf Bundesebene. Mitglieder sind Einzelpersonen wie Betriebsingenieure, Facilitymanager, Energiemanagement-Verantwortliche, Haus- und Betriebstechniker sowie Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die Energie verbrauchende Anlagen betreiben.
Der Verband bietet fachlichen Austausch, Schulungen, Seminare und viele weitere Maßnahmen,um dafür zu sorgen, dass die Mitglieder technisch und rechtlich aktuell informiert und dadurch in der Lage sind, ihre Gebäude und Anlagen sicher, zuverlässig und energieeffizient zu betreiben. Der Politik steht der BdHB mit einer vielfältigen Mischung aus umfassender Praxiserfahrung seiner Mitglieder im Betrieb gebäudetechnischer Anlagen gerne als Ratgeber zur Verfügung, wenn es darum geht, Entscheidungen mit technischem Hintergrund zu treffen, wie dies in den Bereichen, Gebäudesicherheit und Energie der Fall ist.
Datum: 16.06.2014 - 18:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1072931
Anzahl Zeichen: 6649
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin/Stuttgart
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 329 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"EEG-Reform 2.0"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BdHB - Bundesverband der Haus- und Betriebstechniker e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Zeit läuft ab für all jene, die Wohnungseigentum besitzen: In Baden-Württemberg müssen alle zum Schlafen bestimmten Räume bis 31. Dezember 2014 mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. Deshalb legt der Bundesverband der Haus- und Betriebstechniker seinen Mitgliedern ein Seminar des Fortbild
Rauchwarnmelder retten Leben ...
Ein technischer Defekt im Kinderzimmer eines Mietshauses, unbemerkt, am späten Abend. Ein klassischer Schwelbrand. Gefährlicher Rauch entwickelt sich. Zum Glück besitzt der Raum einen Rauchwarnmelder. Ein Nachbar hört dessen Signal und alarmiert die Feuerwehr. In diesem Fall war der kleine, una
Energieeffizienz auf dem Prüfstand ...
Die Energiewende liegt dem Bundesverband der Haus- und Betriebstechniker (BdHB) am Herzen ? fernab von jeder parteipolitischen Diskussion. Deshalb widmet sich der Verband in seiner aktuellen Seminarreihe schwerpunktmäßig der Energieeffizienz. Ab Mitte August wird diese noch in vier Städten ? Ber
Weitere Mitteilungen von BdHB - Bundesverband der Haus- und Betriebstechniker e.V.
Bundespräsident Gauck lehnt Volksabstimmungen ab / Care-Energy mit Martin Richard Kristek als Energie Opposition ...
Wie aus diversen Presseartikeln zu entnehmen ist, findet unser Bundespräsident Joachim Gauck Volksabstimmungen als keine gute Idee. Er glaubt nicht, dass das Volk in der Lage sei, komplexe Entscheidungen so kompetent zu beurteilen wie die Parteien. "Care-Energy ist ja nicht der Speziali
VKU Hessen zur Landtagsanhörung zum Neu- und Ausbau der Stromnetze / Investitionsbedingungen für Verteilernetze zeitnah verbessern ...
Anlässlich der heutigen Anhörung zum Neu- und Ausbau der Stromnetze im Wirtschafts- und Energieausschuss des Hessischen Landtags fordert die Landesgruppe Hessen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), die Investitionsbedingungen für die Verteilnetze nachhaltig zu verbessern. "Den Ver
Brandschutz-Regallager mit Schiebetoren und bis zu 120 Minuten Brandschutz ...
Das Brandschutz-Regallager FBM (http://www.denios.de/produktprogramm/gefahrstofflagerung/gefahrstofflagerung-im-freien/regallager-fuer-gefahrstoffe-mit-brandschutz/) erfüllt dank doppelter Stahlrahmenkonstruktion und der nicht brennbaren Isolierung aus Mineralwoll-Paneelen (Baustoffklasse A) die
Preissenkungen zum Geburtstag ...
Dresden. (wei) Im Juni feiert die M4Energy eG ihren vierten Geburtstag. Und "beschenkt" nicht sich selbst, sondern Kunden mit und ohne Genossenschaftsmitgliedschaft gleichermaßen: Im Bereich der Wärmepumpenstrom- und Nachtspeicherheizungsstrombelieferungen wurden zum 1. Juni 2014 die Pre




