Schwäbische Zeitung: Es kommt aufs Programm an - Kommentar
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über die Führung in Baden-Württemberg entschieden. Damals ging es um
den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten. Annette
Schavan gegen Günther Oettinger - der vermeintlich konservative
Parteiflügel gegen die junge Garde der Modernisierer. Wie mit dem
damaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel umgegangen wurde,
missfällt bis heute vielen an der Basis. Der Riss, der sich damals in
der Partei auftat, scheint bis heute nicht ganz geschlossen. Nun
feiern sich die Unions-Granden ob ihrer basisdemokratischen Neigungen
und machen aus der Not eine Tugend. Die Parteimitglieder sollen
erneut bestimmen, wer denn nun die CDU im Lande in den Wahlkampf
führen und - falls das Ergebnis stimmt - neuer Regierungschef in
Baden-Württemberg werden wird. Vielleicht ist die Einbeziehung der
Basis die beste aller Möglichkeiten in einer recht verfahrenen
Situation. Denn drei Jahre nach der historischen Wahlniederlage gegen
Grün-Rot hat die Union ein Personalproblem: Sie hat keinen wirklich
profilierten Spitzenmann, keinen, der die unangefochtene, quasi
natürlich nachgewachsene Nummer eins wäre. Guido Wolf ist ein
beliebter und volksnaher Landespolitiker, ein Programm sucht man bei
ihm bisher aber vergebens. Thomas Strobl ist ein versierter
Bundespolitiker, der den Eindruck verwischen muss, Landespolitik sei
ihm im Tiefsten doch zu viel kleines Karo. Das spiegelt sich auch in
den Prognosen wider. Während Thomas Strobl in Berlin und Stuttgart
als Favorit gehandelt wird, gilt Guido Wolf den Menschen im
ländlichen Raum als kaum schlagbar. Eines aber ist gewiss: Einen auf
den Spitzenkandidaten fokussierten Wahlkampf können sich die
Christdemokraten im Südwesten nicht leisten. Da dürfte - salopp
formuliert - gegen den landesväterlichen Amtsinhaber Winfried
Kretschmann kein Kraut gewachsen sein. Es wird nur programmatisch
gehen. Mit einem Unions-Frontmann, der dieses Programm auch
glaubwürdig vertritt und die Partei geschlossen hinter sich hat.
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Datum: 16.06.2014 - 20:00 Uhr
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