DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2014: Gute Zeiten für Wechselwillige
- Vor allem Vertrieb und IT suchen Verstärkung
- Akademiker: Wirtschaftswissenschaftler sind am gesuchtesten
- IT-Fachkräfte derzeit noch gefragter als Ingenieure
- Weniger Angebote im Gesundheitswesen, Gastgewerbe und am Bau
Die positive Stimmung in der deutschen Wirtschaft wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus. Was wechselwillige Fachkräfte erfreut, wird zur Herausforderung für Arbeitgeber. Der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der DEKRA Akademie untersucht, welche Berufe derzeit besonders gefragt sind. Die Erhebung zeigt: Unternehmen suchen verstärkt für den Vertrieb und die IT neue Mitarbeiter. Aber auch in Bereichen wie dem Controlling oder der Lagerlogistik können Bewerber aus zahlreichen Positionen wählen. Der Anteil von Vakanzen für Krankenschwestern und Ärzte ist hingegen gesunken.
Top-Ten-Berufe: Alte Bekannte und Newcomer
Auf Platz 1 und 2 liegen in diesem Jahr Kundenbetreuer und Wirtschaftswissenschaftler. Kundenbetreuer und -berater spielen in Unternehmen mit beratungsintensiven Produkten eine wichtige Rolle. Sie werden derzeit insbesondere in der Medien- und Kommunikationsbranche sowie in der Elektro- und IT-Industrie benötigt. Ein klassisches Einsatzgebiet für Wirtschaftswissenschaftler bleiben Unternehmensberatungen: Bei fast jeder zweiten Position, bei der die Branche des Arbeitgebers erkennbar war, ist der Bewerber später dort tätig. Unternehmen verstärken ihr Finanz- und Rechnungswesen darüber hinaus mit nicht-akademischen Experten.
Im technischen Bereich suchen Unternehmen vor allem Elektroniker, Software-Entwickler und Elektroingenieure. Gesundheits- und Krankenpfleger sind überraschend auf Platz 9 zurückgefallen. Auch Ärzte werden weniger häufig gesucht als im Vorjahr. „Es herrscht nach wie vor ein eklatanter Mangel an Pflegefachkräften“, erläutert Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Geschäftsführer der DEKRA Akademie GmbH, bei der Vorstellung des Reports vor Parlamentariern in Berlin. „Aber wir merken, dass unsere Kunden im Recruiting gezwungenermaßen kreativer werden. Klinikbetreiber rekrutieren beispielsweise im Ausland oder Personaler erarbeiten Strategien, um Mitarbeiter so weiterzuentwickeln, dass diese den Mangel an anderen Stellen ausgleichen.“
Erstmals finden sich Fachverkäufer im Nahrungsmittelgewerbe und Mechaniker unter den Top-Ten-Berufen. Vor allem Bäckereiketten profitieren von der „Snack-Kultur“ und suchen Verkaufspersonal. Für den Anstieg bei Mechanikern ist vermutlich die Produktionssteigerung infolge der guten Wirtschaftslage verantwortlich.
IT-Spezialisten und Ingenieure umworben
Nahezu jedes zehnte Stellenangebot richtet sich an Bewerber mit IT-Hintergrund (9,2 %). Die positive Entwicklung der Bereiche Software und IT-Services macht sich auch am Stellenmarkt bemerkbar: Software-Entwickler liegen an siebter Stelle der Top-Ten-Berufe. Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch der Beratungsbedarf, weshalb der Stellenanteil von IT-Beratern kräftig zugenommen hat. Auf Anwenderseite fehlen vor allem IT-Fachleute wie Systemadministratoren.
Daneben stehen Ingenieuren alle Türen offen, insbesondere wenn sie auf Elektro-technik spezialisiert sind. Innerhalb der Ingenieurberufe entfällt fast jedes dritte Stellenangebot auf sie (30,9 %). Die Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau befindet sich auf Platz 13 und damit erstmals seit 2010 nicht unter den Top-Ten-Berufen. Vermutlich machen sich nun die gestiegenen Absolventenzahlen in die-sem Fach bemerkbar. Bei Architekten und Bauingenieuren sorgt die anhaltend gute Lage am Immobilien- und Baumarkt für eine positive Stellensituation: Fast jede fünfte Ingenieurstelle ist für die Planungsspezialisten ausgeschrieben (19 %).
Anteil der wissensintensiven Tätigkeiten steigt
Der Arbeitsmarkt-Report beleuchtet seit 2008 die Entwicklung in sieben Berufsfeldern (Beratung, Entwicklung, Büro, Service, Verarbeitung, Infrastruktur und Erzeugung). In diesem Zeitraum hat der Anteil der wissensintensiven Berufe deutlich zugenommen: Knapp die Hälfte aller Anzeigen (49,1 %) sind in diesem Jahr den Berufsfeldern „Beratung“ und „Entwicklung“ zuzuordnen. Zum Vergleich: 2008 waren es noch 42,4%. Der Anteil des Berufsfeldes „Service“ mit überwiegend Berufen in den ausführenden Dienstleistungen wie Verkauf, Gastgewerbe oder Gesundheitspflege, ist auffällig gesunken. Hierfür ist vor allem das Tätigkeitsfeld Bewirtung und Betreuung verantwortlich. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Berufe in der „Verarbeitung“ und „Infrastruktur“ leicht. „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen eindeutig: Deutschland benötigt immer mehr sehr gut qualifizierte Fachkräfte“, sagt Jörg Mannsperger. „Der prognostizierte Rückgang einfacher Tätigkeiten scheint zu stagnieren. Und selbst hier steigen die Anforderungen an Mitarbeiter – beispielsweise durch den Einsatz neuer Technologien.“
Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2014:
Im Erhebungszeitraum vom 17. bis 23. Februar wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und einem sozialen Netzwerk ausgewertet. Der Report beinhaltet
- einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Berufsfelder
- eine vertiefende Analyse der Berufe im Tätigkeitsfeld „Lagerlogistik“
- eine vertiefende Analyse der Berufe im Tätigkeitsfeld „Arbeitssicherheit“
- einen Exkurs zu den Erfahrungen von Fachkräften aus dem Ausland
- Expertenkommentare zur Entwicklung einzelner Berufe
Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2014 kann kostenfrei per E-Mail unter service.akademie@dekra.com angefordert werden. Ein Blätterkatalog des Reports findet sich unter: http://www.dekra-media.de/katalog/arbeitsmarktreport2014/
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Datum: 27.06.2014 - 13:51 Uhr
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Freigabedatum: 27.06.2014
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