Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Großen Koalition

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Großen Koalition

ID: 1080764
(ots) - Eines vorweg: Untätig ist diese Bundesregierung
nicht. 44 Gesetzesentwürfe hat die Große Koalition in den gut sieben
Monaten ihrer Amtszeit ins Parlament eingebracht - eine beachtliche
Zahl.

Und Schwarz-Rot hält, was es verspricht - was man wahrlich nicht
von jeder Regierung sagen kann. Rentenpaket durchgewunken,
Mindestlohn mit überragender Mehrheit beschlossen. Mangelnden Fleiß
kann man Regierung und Abgeordneten nicht ins Zeugnis schreiben,
wenn's jetzt in die Sommerpause geht.

Mangelnden Stil übrigens auch nicht. Regiert wird fast
geräuschlos. Seit Union und SPD Ende November den Koalitionsvertrag
unterschrieben haben, musste der Koalitionsausschuss nicht ein
einziges Mal tagen. Nur zur Erinnerung: Als Vorgängerregierung hatten
CDU/CSU und FDP zum Vergleichszeitpunkt schon sämtliche Abgründe des
gemeinsamen Gegeneinander ausgelotet und sich als »Gurkentruppe« und
»Wildsäue« tituliert.

Das käme Kanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und dem
SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel nicht in den Sinn. Vor allem
Letzterer hat bemerkenswert viel aus einem bemerkenswert bescheidenen
Wahlergebnis gemacht. Nie war Gabriel als Parteivorsitzender so
unangefochten wie derzeit. Sollte es ihm gelingen, als
Bundeswirtschaftsminister die Energiewende weiter so zu gestalten,
dass er Unternehmen und Industrie (freilich zu Lasten der
Verbraucher) schont, könnte er am Ende tatsächlich noch für
kanzlerkandidatentauglich gehalten werden. Wer hätte das am Wahlabend
gedacht?

Das Beste aus Sicht der Regierenden aber: Die Opposition findet so
gut wie nicht statt und auch die Wähler scheinen sehr zufrieden zu
sein. Sieht man auf die jüngsten Umfragen, so ist unübersehbar, dass
das Wahlergebnis keine Momentaufnahme war. Würde an diesem Sonntag
wieder abgestimmt, ginge es fast auf die Nachkommastelle so aus wie


am 22. September 2013.

Also alles in bester Ordnung? Mitnichten. Allein mit ihren beiden
Großprojekten hat die Regierung einen Wechsel auf die Zukunft
ausgestellt, von dem keiner weiß, ob er gedeckt ist. Was wir wissen,
ist, dass das Rentenpaket ungerecht und falsch finanziert ist. Noch
dazu wird es sündhaft teuer. Der Mindestlohn bleibt vorerst nicht
mehr als ein Versprechen von mehr sozialer Gerechtigkeit. Dass das
Gesetz unvermeidlich war als Reaktion auf asoziale
Beschäftigungsverhältnisse und das Versagen der Tarifpartner, sagt
leider noch nichts über seine Qualität und mögliche unerwünschte
Nebenwirkungen aus.

Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Und gut koaliert ist nicht
gut regiert. Einen gehörigen Teil ihres Pulvers hat diese Große
Koalition nun verschossen. Und nichts darf darüber hinwegtäuschen,
dass sich die Partner bloß arrangiert haben. Einzig die grandiose
konjunkturelle Lage ist der Leim, der den Laden zusammenhält. Lange
wird Schwarz-Rot nicht mehr so zufrieden mit sich sein können wie
derzeit. Und wir sollten es jetzt schon nicht sein.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Aus der Geschichte lernen
Ritualisiertes Gedenken reicht nicht
Stefan Brams Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NSA
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.07.2014 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1080764
Anzahl Zeichen: 3431

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 238 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Großen Koalition"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur NSA ...
Die brisanten Informationen gingen nicht an China, nicht an Russland, sondern blieben vermutlich in den Reihen eines befreundeten Geheimdienstes. Doch das wird die Stimmung beim Bundesnachrichtendienst (BND) kaum verbessern. Schließlich soll ein Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Aus der Geschichte lernen Ritualisiertes Gedenken reicht nicht Stefan Brams ...
In diesen Tagen gedenken wir des 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Und werden mit einem kaum noch zu überbietenden Angebot von Ausstellungen, Büchern, Dokumentationen und Filmen an diesen Tag erinnert. Die historische Rückschau, das Gedenken und Erinnern scheinen Konjunktur

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Dobrindt will Pkw-Maut vor der Sommerpause vorstellen Zurück in die Wahlkampfkiste Alexandra Jacobson, Berlin ...
Als Generalsekretär war CSU-Mann Alexander Dobrindt laut und dauernd präsent. Seitdem er als Verkehrsminister an dem unsinnigen Wahlkampfprojekt "Pkw-Maut für Ausländer" herumbastelt, ist er leise und unsichtbar geworden. Nun will er sein Konzept noch vor der Sommerpause vorstellen

Schwäbische Zeitung: Überwachte Überwacher ...
Die Nachricht ist ein Schock. Mitglieder des deutschen Untersuchungsausschusses werden von einem BND-Mitarbeiter im Auftrag der NSA ausspioniert. Schlimmer geht es nicht. Schließlich soll sich doch gerade dieser Ausschuss damit beschäftigen, wen die NSA alles ausspionierte und wie man das in Zu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z