Krüger & Müller UG - Schuldenlast der BürgerInnen sinkt
Ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Privatinsolvenzen ist zu erkennen. Jedoch hat die Insolvenzreform, welche ab dem 1.Juli eine Verkürzung der Insolvenz ermöglicht, dafür gesorgt, dass viele Schuldner ihr Insolvenzverfahren zurückgehalten haben, um von den neuen Regelungen zu profitieren.
29.165 Menschen meldeten allein im ersten Quartal 2014 Privatinsolvenz an und sind damit über derlei Probleme weit hinaus. Sie sind zahlungsunfähig und somit meist nicht mehr in der Lage ihre laufenden Kosten zu decken.
Auch wenn die Zahl sehr hoch wirkt, ist doch ein deutlicher Rückgang von 12,5 % bei den Privatinsolvenzanmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Allerdings rechnen Fachleute, wie Norbert Sellin, Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit einem Anstieg der Privatinsolvenzen ab Mitte des Jahres. Grund ist die, am 1. Juli 2014 in Kraft tretende, zweite Stufe der Insolvenzrechtsreform. Es ist davon auszugehen, dass viele Betroffene ihr Verfahren hinauszögern, um in den Genuss der veränderten Bedingungen zu kommen.
Die Reform des Verbraucherinsolvenzrechts sieht eine Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens, auf im besten Fall drei Jahre und eine Stärkung der Gläubigerrechte vor. Allerdings wird diese Verkürzung nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt. Dazu zählt, dass insolvente Verbraucher in dem genannten Drei-Jahres-Zeitraum mindestens 35 Prozent der festgestellten Schulden sowie die Gerichtskosten begleichen müssen.
Schulden – Die Auslöser
Die drei Hauptauslöser der Überschuldung von Privatpersonen waren in den Jahren 2008 bis 2012 laut Statistischem Bundesamt :
Arbeitslosigkeit (2012: 25,6%), Trennung oder Tod des Partners (2012: 14,2%) sowie Erkrankungen, Sucht oder Unfälle (2012: 12,7%).
Diese Erhebung wird unterstützt von Aussagen der Schuldenberatungsstellen, wonach 28 Prozent der von ihnen betreuten Personen alleinerziehende Frauen und Männer waren.
Schulden – Die Gläubiger
Die durchschnittliche Schuldenhöhe liegt bei ca. 35.000 € und die größten Gläubiger sind Banken und Kreditinstitute sowie Energieversorger, öffentliche Einrichtungen und Vermieter.
Betroffene Personen, die sich unter anderem wegen offener Rechnungen von Energieunternehmen an Schuldenberatungsstellen wandten, hatten durchschnittlich rund 1.300 € Energieschulden.
Mietschulden – Eine positive Entwicklung
Einer der Großgläubiger, die Wohnungswirtschaft, vertreten durch den Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) vermeldet Positives: Die Außenstände sanken im Vergleich von 2012 zum Jahr 2013 um 7,6 Prozent auf rund 411 Millionen Euro. Dies ist noch immer eine immense Summe. Betrachtet man jedoch den langfristigen Trend, sind die Rückstände seit 2003 um nahezu 50 Prozent gesunken.
Neben den Mietschulden sanken auch die Mietausfälle. Dabei handelt es sich um verlorene Mieteinnahmen, die durch Leerstand, Mietminderungen durch Mängel und abgeschriebene Mietschulden entstehen.
Ein Grund für die rückläufigen Mietausstände ist, laut Deutschem Mieterbund das verbesserte Schuldenmanagement der Wohnungsunternehmen. Diese konzentrieren sich stärker auf die Ursachenforschung und unterstützen Betroffene bei der Lösungsfindung.
Mietschulden – eine nicht zu unterschätzende Gefahr
Trotz des positiven Trends sind Mietschulden nicht zu unterschätzen. Sie gelten als Problemforderungen, die einen besonders intensiven Umgang erfordern, um weitere Folgen wie Wohnungsverlust zu vermeiden.
Die Prognose
Im Großen und Ganzen ist, was die Verschuldung von Privatpersonen betrifft, eine positive Entwicklung zu beobachten. Die Hoffnung, dass der Aufwärtstrend durch die Konjunktur anhält, ist ebenfalls nicht unbegründet. Dennoch muss diese Entwicklung weiter kritisch beobachtet werden, um beispielsweise die Folgen der aktuell in Kraft getretenen Reform des Insolvenzrechts zu bewerten zu können.
Vor einer Privatinsolvenz liegt häufig ein langer Leidensweg der betroffenen Menschen und auch die Auswirkungen zahlungsunfähiger Personen auf die Volkswirtschaft sind nicht zu unterschätzen.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 07.07.2014 - 11:38 Uhr
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