Projekt Datenschutz verzeichnet erneut steigende Pannen
München, 9. Juli 2014 – Die Zahl der in Deutschland öffentlich bekannt gewordenen Datenpannen ist erneut angewachsen. Im ersten Halbjahr 2014 verzeichnete das Projekt Datenschutz 26 Vorfälle, auch der Berliner Pannenflughafen BER ist mit von der Partie.
Damit hält die seit dem letzten Jahr zu beobachtende Trendwende an. Von 2009 bis 2012 war die Zahl der öffentlich gewordenen Datenschutzpannen kontinuierlich gesunken und hatte 2012 mit insgesamt 20 Vorfällen (1) ihren bis dato niedrigsten Stand erreicht. 2013 dann die Richtungsänderung: Mit 41 von den Medien und Einzelpersonen gemeldeten Fällen (1) stieg die Zahl der bekannt gewordenen Pannen sprunghaft an. Dieser Trend setzt sich in dieses Jahr hinein fort. Mit 26 Vorfällen allein im ersten Halbjahr 2014 wird der Wert für das Gesamtjahr 2013 aller Voraussicht nach deutlich übertroffen.
Auch 2014 sind in der Übersicht von Projekt Datenschutz wieder Unternehmen, Behörden, öffentliche Einrichtungen und politische Akteure vertreten. Zu den zahlreichen prominenten Sündern zählt der Berliner Pannenflughafen BER. Akten des Hauptstadtflughafens, die detaillierte Angaben zu Fahrstühlen und Starkstromanlagen sowie Grundrisse des Fluggastterminals, Verteilerpläne und Förderanlagen enthielten, wurden in öffentlich zugänglichen Müllcontainern entsorgt.
„Das erste Halbjahr 2014 lässt nichts Gutes erwarten. Unsere Zahlen von 2013 werden bis zum Jahresende aller Voraussicht nach deutlich übertroffen“, sagt Alain Blaes, Geschäftsführer von PR-COM und Initiator von Projekt Datenschutz. „Es geht momentan durch die NSA-Affäre vielleicht etwas unter – aber es ist auch der alltägliche Umgang mit vertraulichen Informationen in Deutschland, der unsere Daten bedroht. Die Kombination aus halbherzigen Gesetzen, mangelnden Kontrollen und sorgloser Schlamperei hat eine verheerende Wirkung.“
Eine detaillierte Übersicht aller im ersten Halbjahr 2014 öffentlich gewordenen Fälle ist unter www.projekt-datenschutz.de verfügbar.
(1) Insgesamt führt die Übersicht für das Jahr 2012 38 und für das Jahr 2013 50 Vorfälle auf. Sie enthält neben den von Medien und Einzelpersonen gemeldeten Datenschutzpannen auch Vorfälle, die sich aus Anfragen von Projekt Datenschutz an die Datenschutzbehörden der Bundesländer ergaben. Eine Auskunft der Behörden für das Jahr 2014 liegt noch nicht vor, weshalb diese Vorfälle zur besseren Vergleichbarkeit herausgerechnet sind. Die Gesamtzahlen für 2014 inklusive der Behördenangaben wird das Projekt Datenschutz zeitversetzt nachliefern.
Diese Presseinformation und Bildmaterial können auch unter www.pr-com.de/aktuell abgerufen werden.
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Über Projekt Datenschutz
Das "Projekt Datenschutz" wurde im September 2009 von PR-COM, Agentur für strategische Unternehmenskommunikation und PR in München, ins Leben gerufen und sammelt Datenpannen, Datenskandale und sonstige Datenvorfälle in deutschen Unternehmen, Behörden und Organisationen. PR-COM will mit diesem Projekt alle Beteiligten sensibilisieren, mit Daten sorgfältig und verantwortungsvoll umzugehen. Ergänzend hat PR-COM die „Affäre Snowden“ 2013 initiiert, eine Chronologie rund um die NSA-Affäre, die durch die Enthüllungen von Edward Snowden ausgelöst wurde und weite Kreise gezogen hat. Weitere Informationen sind unter www.projekt-datenschutz.de und https://twitter.com/prodatenschutz sowie www.affaere-snowden.de und https://twitter.com/affaeresnowden abrufbar.
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Datum: 09.07.2014 - 16:30 Uhr
Sprache: Deutsch
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Freigabedatum: 09.07.2014
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