Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Pitz zum Abschiebehaft-Urteil des EuGH
ID: 1086031
und gar nicht überraschend. Dass es gegen EU-Recht verstößt,
Abschiebehäftlinge gemeinsam mit gewöhnlichen Strafgefangenen in
herkömmliche Knäste zu sperren, ist schon seit Jahren klar. Der
Wortlaut der entsprechenden EU-Richtlinie lässt daran keinen Zweifel.
In dieser steht, dass illegale Migranten "grundsätzlich in speziellen
Hafteinrichtungen" untergebracht werden müssen. Normale Gefängnisse
seien lediglich dann zulässig, wenn im jeweiligen Mitgliedsstaat
"spezielle Hafteinrichtungen nicht vorhanden sind". Im Deutschland
gibt es aber gleich mehrere solcher Spezialeinrichtungen. Doch aus
fragwürdigen Erwägungen gelangten etliche Landesregierungen zu einer
ganz eigentümlichen Rechtsauslegung: Sie bezogen die Ausnahme, die
für die 28 EU-Mitgliedsstaaten vorgesehen ist, kurzerhand aufs eigene
Bundesland. Während etwa Niedersachsen und Bayern wenigstens schlau
genug waren, rechtzeitig vor dem EuGH-Urteil von dieser unhaltbaren
Position abzurücken, hielten Baden-Württemberg, Hessen,
Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis
zuletzt daran fest. Weder gibt es dort gesonderte Unterkünfte noch
kamen die Landesminister auf die Idee, mit anderen Bundesländern zu
kooperieren. Diese Tatenlosigkeit zeugt nicht nur von Ignoranz und
fehlendem politischen Instinkt, sie ist zudem in hohem Maße
verantwortungslos. Ein Migrant, der sich illegal in Deutschland
aufhält, ist noch lange kein Verbrecher und darf deshalb auch nicht
wie einer behandelt werden. Ihn aus Kostengründen oder schlicht aus
Bequemlichkeit in ein normales Gefängnis zu stecken, ist zwar die
einfachste Lösung - anständig ist dieser Umgang nicht. Dass es nun
erst eines Richterspruchs bedurfte, um die verschlafenen Politiker
zum Umdenken zu bewegen, ist ein Armutszeugnis. Die dreiste
Behauptung der Hamburger Innenbehörde, man sei auf das Urteil aus
Luxemburg gut vorbereitet, klingt da wie ein schlechter Witz.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.07.2014 - 19:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1086031
Anzahl Zeichen: 2341
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 255 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Pitz zum Abschiebehaft-Urteil des EuGH"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
neues deutschland: Sanktionen gegen Russland: Anstifter ...
Sanktionen sind vor allem eine Botschaft an die Öffentlichkeit. Das kleine Kuba lebt mit den US-amerikanischen schon über ein halbes Jahrhundert. Russland wird nun von Washington und Brüssel als Quelle allen ukrainischen Übels vorgeführt, als allein Schuldiger an den Pranger gestellt. Jeder
N24 LIVE am 18. Juli: Pressekonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel ...
Am Freitagmorgen gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Pressekonferenz und stellt sich vor Antritt ihres Sommerurlaubs den Fragen der Medien zu innen- und außenpolitischen Themen. N24 überträgt live ab ca. 11 Uhr. Pressekontakt: Cornelia Felber N24 Programmkommunikation/Marketing Telefon:
Das Erste, Donnerstag, 17. Juli 2014, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7:10 Uhr, Norbert Blüm, ehemaliger Politiker der CDU, Thema: Geburtstag der Kanzlerin. 8:10 Uhr, Philipp Mißfelder, Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thema: Ukraine. Pressekontakt: WDR Presse und Information, Annette Metzinger, Tel. 0221-220-7101 Agentur Ulrike Bol
WAZ: Das Urteil warüberfällig. Kommentar von Gudrun Büscher ...
Fast zwei Jahrzehnte nach dem Massaker von Srebrenica spricht ein niederländisches Zivilgericht in Den Haag Recht. Es ist ein richtiges Urteil, es war überfällig. Srebrenica war eine Schutzzone. 8000 Männer und Jugendliche waren nicht wie die anderen vor Mladics Leuten geflohen. Sie hatten ih




