Westfalenpost: Joachim Karpa zum Fall Bernie Eccleston
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Bazar handelt das Gericht mit dem Angeklagten eine Summe für die
Freiheit aus. Wer viel Geld hat, wird nie eine Zelle von innen sehen.
Nein. Er zahlt, bedankt sich brav, schleicht sich und geht weiter
seinen Geschäften nach. Kein Märchen aus 1001er Nacht. Wir sind in
Bayern am Landgericht in München. Hier schreibt der Fall Bernie
Ecclestone Justizgeschichte. Der Prozess gegen den Formel-1-Chef wird
zum atemberaubenden Preis von 100 Millionen Dollar eingestellt. Nach
monatelanger Verhandlung spielt der Vorwurf der Bestechung und der
Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall keine Rolle
mehr. Ja, die Strafprozessordnung sieht die Einstellung von Verfahren
gegen Auflagen vor. In der Regel bevor der Prozess eröffnet wird.
Dass jemand diese Riesensumme bereitwillig zahlt, ohne dass offenbar
eine Schuld vorliegt, lässt sich dem gewöhnlichen Erdenbürger nicht
vermitteln. Ecclestone schwimmt im Geld. 100 Millionen Dollar? Für
ihn kleine Nüsse. Die Freiheit ist dem 83-Jährigen wichtiger. Aus
seiner Sicht verständlich. Für ihn läuft es wie immer in seinem
Leben. Wie geschmiert. So regiert er. Recht und Gesetz? Wer will das
wissen? Alles hat seinen Preis, auch ein deutsches Gericht.
Gerechtigkeit als Ware? Das geht nicht gut.
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Datum: 05.08.2014 - 21:17 Uhr
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