Neue OZ: Gespräch mit Holger Zastrow, Sachsens FDP-Vorsitzender
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In Sachsen verteidigen die Liberalen ihre letzte
Regierungsbeteiligung - Landes-Chef für radikaleren Kurs - Bei AfD
"Ton der NPD"
Osnabrück. Sachsens FDP-Vorsitzender Holger Zastrow strebt mehr
Einfluss auf Bundesebene an. In einem Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) sagte der Politiker vor der
Landtagswahl am kommenden Sonntag, sollten die Liberalen erfolgreich
abschneiden und die Regierungsbeteiligung in Dresden verteidigen,
"werde ich unsere Positionen sicherlich mit Selbstbewusstsein in
Berlin einbringen".
Eine Zweitstimmenkampagne wie zuletzt im Bund sowie in
Niedersachsen schloss Zastrow für die letzten Tage vor der Wahl
ebenso aus wie die Übernahme eines Ministeramts für den Fall einer
Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition unter Ministerpräsident
Stanislaw Tillich (CDU). Zastrow will weiterhin der Fraktion
vorstehen und parallel seine Medienagentur leiten.
Der sächsische Landesvorsitzende setzt sich seit längerem für
einen radikaleren Liberalismus als die Bundesspitze seiner Partei
ein. Außerdem habe es ihm aus seiner Sicht in der Euro-Politik an
einem "kritischen Blick" gefehlt. Zastrow war bereits einmal
stellvertretender Bundesvorsitzender, zog sich aber nach
Meinungsverschiedenheiten aus Berlin zurück. Keine Sorgen machte sich
der Fraktionschef aus Dresden wegen der Alternative für Deutschland
(AfD). "Unsere Wähler jammern nicht. Bei der AfD ist es das
Gegenteil", erklärte Zastrow. Außerdem entlarve sich die Partei unter
Spitzenkandidatin Frauke Petry zunehmend selbst. "Sie hören bei denen
den Ton der NPD", sagte der liberale Spitzenkandidat. "Sicherlich
gibt es welche, die versuchen, das in den Griff zu bekommen. Nur
schaffen sie das nicht." Umfragen sehen die AfD allerdings vor der
FDP.
Mit Blick auf den Bund macht sich Zastrow derweil auch für den
Fall eines Erfolges in Sachsen keine Illusionen: "Auf Bundesebene ist
die FDP aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verschwunden",
sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Und wenn überhaupt, dann
ist die Wahrnehmung eher negativ." Der Wiederaufbau der FDP werde
daher Zeit beanspruchen.
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Datum: 26.08.2014 - 05:00 Uhr
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