Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Landtagswahl in Sachsen

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Landtagswahl in Sachsen

ID: 1101685
(ots) - Fast ein Jahr liegt das Bundestagswahldebakel
der FDP nun schon zurück, doch der Tiefpunkt scheint der Partei erst
jetzt bevorzustehen. Bei der Wahl in Sachsen an diesem Sonntag
wackelt die letzte Beteiligung der Liberalen an einer Landesregierung
- und zwar ganz gewaltig. FDP-Spitzenmann Holger Zastrow und seine
Mitstreiter brauchen wohl schon ein mittelgroßes Wunder, um aus dem
Drei-Prozent-Tal der Umfragen (mindestens) noch ein
Fünf-Prozent-Ergebnis zu machen. Es ist bitter: Da schauen alle auf
das Abschneiden der kleinen Parteien, doch für die FDP bleibt bloß
noch ein mitleidiger Seitenblick übrig. Zastrow und sein
Bundesvorsitzender Christian Lindner sind sich in herzlicher
Abneigung verbunden. Seinen Wahlkampf hat der Sachse weitgehend ohne
und zu einem gehörigen Teil sogar gegen die Bundes-FDP geführt.
Lindner hat es geschehen lassen. Sein eigener Einsatz in den
vergangenen Wochen blieb überschaubar. Trotzdem bilden beide nun eine
Schicksalsgemeinschaft. Längst geht es um mehr als um Landespolitik.
Vielleicht geht es sogar schon um alles: Für die FDP steht die
Existenz auf dem Spiel. Zwar ist der Bedarf an liberaler Politik in
Zeiten von Abhörskandalen und großkoalitionärer Wohlfühl- und
Wünsch-Dir-Was-Politik gewiss nicht geringer geworden. Doch weckt das
politische Agieren der FDP in den vergangenen zwölf Monaten wenig
Hoffnung auf eine politische Wiedergeburt. Die Frage stellt sich: Was
fehlt eigentlich, wenn die FDP fehlt? So machen andere die Musik. In
Sachsen ist das insbesondere die AfD, der erstmals der Sprung in ein
Länderparlament gelingen könnte. Schon warnt Sigmar Gabriel die CDU
vor dem »Sündenfall« - den ein Bündnis mit der eurokritischen Partei
aus seiner Sicht darstellt. Freilich kaschiert der SPD-Vorsitzende
damit nur die eigene Schwäche im Freistaat. Nirgendwo sonst im Osten


sind Rot-Rot und sogar Rot-Rot-Grün, selbst rechnerisch, so
unwahrscheinlich wie hier. Da sind die Aussichten für die SPD in
Thüringen und Brandenburg, wo in zwei Wochen gewählt wird, doch sehr
viel besser. Untergangsangst bei der FDP, Optimismus bei der AfD und
die Grünen stimmungsmäßig mittendrin. Vom Scheitern bis zur Bildung
einer schwarz-grünen Regierung wie in Hessen scheint für die
Öko-Partei alles drin. Der Osten als Politiklabor: Es könnte neuer
Schwung in die deutsche Koalitionsarithmetik kommen. In Sachsen
dürften schon wenige Stimmen den Unterschied ausmachen. Umso
ärgerlicher, dass Schwarz-Gelb den Wahltermin gegen den Willen der
Opposition in die Sommerferien gelegt hat. Demokratie lebt immer vom
Mitmachen, und Politik zieht ihre Legitimation stets auch daraus,
dass ihre Basis breit genug ist. Besonders aber gilt das für ein
Parlament, dem erneut der Einzug der NPD droht. Man kann nur hoffen,
dass es nicht eine extrem niedrige Wahlbeteiligung ist, die den
Rechtsextremen zum Sprung in den Dresdner Landtag verhilft.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar / 
Minister in Erklärungsnot 
= Von Christian Schwerdtfeger Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum EU-Gipfel in Brüssel
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.08.2014 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1101685
Anzahl Zeichen: 3326

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 267 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Landtagswahl in Sachsen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum EU-Gipfel in Brüssel ...
Wladimir Putin kann bisher zufrieden sein. Bis auf ein paar lästige Sanktionen des Westens war er in der Lage, seine Pläne in der Ukraine ungehindert durchzuziehen. Ob sich das an diesem Wochenende wirklich ändert, darf man mit Recht bezweifeln. Die europäischen Staats- und Regierungschefs ste

Rheinische Post: Kommentar / Flüchtlinge in NRW = Von Thomas Reisener ...
Natürlich muss ein reiches Land wie Deutschland Menschen aufnehmen, die in ihrer Heimat von Hunger, Krieg und menschenverachtenden Regimen verfolgt werden. Schließlich haben andere Länder jenen Deutschen, die in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte ins Ausland fliehen mussten, auch geholfen.

Rheinische Post: Kommentar / Minister in Erklärungsnot = Von Christian Schwerdtfeger ...
Ausgerechnet eine Mitarbeiterin des Innenministeriums soll an dem Gutachten des britischen Panikforschers Keith Still mitgewirkt haben, auf dem im Wesentlichen die Anklage der Staatsanwaltschaft im Fall der 21 Todesopfer auf der Loveparade in Duisburg beruht. Die Expertise spricht die Polizei frei

Südwest Presse: KOMMENTAR zu HADERTHAUER Ausgabe vom 30.08.2014 ...
KOMMENTAR zu HADERTHAUER Ausgabe vom 30.08.2014 Gutachten gehören zu den Reflexen in der Politik. Gutachten sollen einem Recht geben. Oder einem angeschlagenen Gegner vollends den K.o. verpassen. Die Rechtsgutachten der bayerischen SPD sind also nichts anderes als politische Reflexe. Nach A


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z