Lausitzer Rundschau: Risiko mit Ansage - Bundestag stimmt Waffenlieferungen in den Irak zu

Lausitzer Rundschau: Risiko mit Ansage - Bundestag stimmt Waffenlieferungen in den Irak zu

ID: 1102368
(ots) - Es ist gut, dass sich der Bundestag in einer sehr
sachlich und ernsthaft geführten Debatte mit dem fundamentalen
Kurswechsel in der deutschen Außenpolitik beschäftigt hat. Schlecht
ist, dass die Sondersitzung erst stattfand, nachdem der Kurswechsel
von der Bundesregierung bereits beschlossen war. Streng nach Gesetz
hat das Parlament bei der Entscheidung, erstmals Waffen an Kräfte in
ein Kriegsgebiet zu liefern, die nicht zu Deutschlands langjährigen
Verbündeten zählen, zwar keinerlei Mitspracherechte. Gleichwohl ist
das Thema zu bedeutend, als dass es nur an einem Kabinettstisch
abgehandelt werden könnte. So bleibt dann auch ein fader
Beigeschmack. Nämlich der von der Arroganz der Macht, konkret von
einer Großen Koalition, die sich anfangs sogar verwundert zeigte, als
der Ruf nach einer parlamentarischen Befassung laut wurde. Dabei
kann es der Bundesregierung doch eigentlich nur recht sein, dass ihr
Entschluss nun auch von einer breiten Mehrheit im Bundestag
mitgetragen wird. Dass die Koalitionstreue am Ende viele Zweifel bei
den Abgeordneten von Union und SPD wegwischte, steht dabei allerdings
außer Frage. Nicht nur, weil eine breite Mehrheit der Bevölkerung
gegen Waffenlieferungen in den Norden Iraks ist. Sondern auch
deshalb, weil mancher Befürworter gestern im Bundestag aus seinem
Zwiespalt keinen Hehl machte und dabei Argumente anklangen, die eine
Ablehnung gerechtfertigt hätten. Das Gewichtigste: So groß das Leiden
der Kurden im Kampf gegen die bestialischen IS-Terroristen ist, so
hoch ist auch das Risiko, dass deutsche Panzerfäuste, Handgranaten
und Maschinengewehre für weitergehende Ziele wie etwa der Errichtung
eines eigenen Kurdenstaates missbraucht werden, den Berlin vehement
ablehnt. Keiner vermag vorherzusagen, wie sich Deutschland dann
verhält, wo es doch durch die Waffenlieferungen indirekt schon


Kriegspartei geworden ist. Nach Darstellung der Bundesregierung
handelt es sich bei den Waffenexporten ins nordirakische Kriegsgebiet
um einen Ausnahmefall, um Nothilfe und keinen Paradigmenwechsel oder
gar Tabubruch. Trotzdem hat Schwarz-Rot damit eine Grundüberzeugung
deutscher Außenpolitik aufgegeben, die der militärischen
Selbstbeschränkung. Binnen drei Wochen ist aus dem kategorischen
"Nein" zu Waffenlieferungen in den Irak eine detaillierte
Liefer-Liste geworden. Derzeit schließt Berlin Waffenlieferungen an
die Ukraine kategorisch aus. Aber wie lange noch, sollte sich auch
dort die Situation dramatisch verschärfen? Wird Kiew dann die nächste
"Ausnahme"? Eine beunruhigende Vorstellung. Der Einstieg in eine
mögliche militärische Spirale ist jedenfalls auch mit Rückendeckung
des deutschen Parlaments vollzogen worden. Übrigens genau am 1.
September, dem Weltfriedenstag.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar / 
Putin erteilt Europa eine bittere Lektion
= Von Matthias Beermann Erler (SPD): Auch Kreml weiß nicht genau, was Russlands Ziele sind
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.09.2014 - 20:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1102368
Anzahl Zeichen: 3182

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Außenhandel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 179 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Risiko mit Ansage - Bundestag stimmt Waffenlieferungen in den Irak zu"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Rheinische Post: Kommentar / Neue Verantwortung = Von Eva Quadbeck ...
Das Jahr 2014 wird die deutsche Außenpolitik nachhaltig verändern: Traditionell zeichnet sie sich durch Zurückhaltung in bewaffneten Konflikten aus, die die jeweiligen Regierungen mit der historischen Schuld des Zweiten Weltkriegs beggründeten. In ihrer Regierungserklärung argumentierte Kan

Rheinische Post: Kommentar / Putin erteilt Europa eine bittere Lektion = Von Matthias Beermann ...
Verzweifelt versuchen westliche Diplomaten zu ergründen, welche Ziele Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem unerklärten Krieg gegen die Ukraine verfolgt. Strebt er die Bildung eines Pufferstaats an, eines von Moskau abhängigen "Neu-Russlands"? Will er einen "Krim-Korrid

Allg. Zeitung Mainz: Putins Probleme / Kommentar zur Ukraine ...
Wladimir Putin läuft die Zeit davon: In wenigen Wochen werden Kälte und Winter auf der Krim Einzug halten. Mangels direkter Verbindung dürfte es dann einige Probleme geben, die Menschen auf der aus der Ukraine widerrechtlich herausgerissenen Halbinsel zu versorgen. Ein Szenario, das der stark

WAZ: Rasmussens Kraftmeierei. Kommentar von Knut Pries ...
Im Sommer 2012 versicherte Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, die EZB werde "tun, was immer nötig ist", um den Euro zu stabilisieren. "Und glauben Sie mir - es wird reichen!" Die starken Worte hatten durchschlagenden Erfolg: Die Finanzmärkte glaubten dem Ital


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z