Bitte nicht füttern! Oder doch...?
ID: 1105555
Wildtieren um? Manche Arten werden vergöttert, andere verdammt.
Manche gehegt und gefüttert, andere gnadenlos verfolgt. Im
Mittelpunkt des 7. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtier Stiftung
steht daher das Verhältnis zwischen Mensch und Wildtier. Die
Veranstaltung findet vom 25. bis 28. September 2014 in Warnemünde
(Mecklenburg-Vorpommern) statt. Im Vorfeld beleuchtet die Deutsche
Wildtier Stiftung in einer Reihe von Presseinformationen anhand
verschiedener Beispiele den Umgang mit Wildtieren in Deutschland. Die
vierte Folge thematisiert den Konflikt um die "Fütterung" von
Wildtieren.
Warum füttern die Menschen Spatzen und Meisen im Winter, aber
keine Greifvögel oder Raben? Die meisten Arten, die an ein
Futterhäuschen kommen, sind im Bestand nicht bedroht. "Das Motiv für
das Füttern von Wildtieren ist nicht der Schutz von Arten, sondern
Mitleid mit der Not einzelner Tiere", meint Hilmar Freiherr von
Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Darüber
hinaus erfreuen sich Menschen gerade in der Winterzeit an den kleinen
Singvögeln. Amsel, Drossel, Fink und Star sind leicht zu versorgen,
doch was ist mit der Krähe oder dem Mäusebussard? "Hier sind
Handlungsmöglichkeiten und Mitleid gleichermaßen begrenzt", so
Münchhausen.
Um das Füttern von großen Wildtieren wie Rot- und Rehwild werden
von Naturschützern, Waldbesitzern und Jägern heftige Diskussionen
geführt. Denn die Bestände an Schalenwild sind in Deutschland hoch.
Soll man harten Wintern das Ausmerzen von kranken und schwachen Tiere
überlassen, um die Populationsdichte durch Nahrungsknappheit zu
regulieren? "Am Ende entscheidet der Mensch, welche Tiere ihr Fressen
`wert` sind und welche nicht", sagt Münchhausen. Der Geschäftsführer
der Deutschen Wildtier Stiftung hält es für notwendig, dass in
wirklichen Notzeiten auch die großen Wildtiere gefüttert werden. "In
unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft findet Rot- und Rehwild
in harten Wintern mit hoher Schneelage oder verharschter Eisdecke
sehr wenig Nahrung." Auch Störungen durch Spaziergänger, Jogger und
Wintersportler verlangen flüchtenden Tieren viel Energie ab. Die
Folge: Einige Rehe und Hirsche verhungern; die Überlebenden schädigen
durch Verbiss und das Schälen von Rinde den Wirtschaftswald.
"Artgerechtes Füttern in wirklichen Notzeiten ist eine moralische
Verpflichtung und ein Beitrag, um den Konflikt zwischen den
Ansprüchen von Wildtieren und den ökonomischen Zielen der
Forstwirtschaft zu entschärfen", betont Münchhausen.
Der Mensch füttert gern, denn Tier-Liebe geht bei den meisten
durch den Magen. "Besser als zu Füttern wäre es, wenn Wildtiere
geeignete Lebensräume hätten", fordert Münchhausen. Ob Kleingärtner,
Waldbesitzer oder Jäger - jeder, der Flächen besitzt oder Natur
nutzt, kann etwas für Wildtiere tun. Das beginnt bei der Gestaltung
von Gärten und hört bei der intensiven Flächennutzung in der Land-
und Forstwirtschaft auf.
Das 7. Rotwildsymposium findet vom 25. - 28. September 2014 in
Warnemünde statt. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Stiftung
"Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern" und durch das Land
Mecklenburg-Vorpommern. Schirmherr der Tagung ist Dr. Till Backhaus,
Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Zu den
Referenten gehören Kapazitäten wie Dr. Florian Asche, Prof. Dr. Dr.
Sven Herzog, Prof. Dr. Konrad Ott, Prof. Dr. Friedrich Reimoser und
Dr. Helmuth Wölfel.
Pressekontakt:
Eva Goris
Pressesprecherin
Deutsche Wildtier Stiftung
Billbrookdeich 216
22113 Hamburg
Telefon +49 (0)40 73339-1874
Fax +49 (0)40 7330278
E.Goris@DeWiSt.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de
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Datum: 09.09.2014 - 10:50 Uhr
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