Schwäbische Zeitung: Leitartikel zum Asylstrom: Feilschen alleine reicht nicht
ID: 1110200
schnellere Arbeitsaufnahme und Entlastung der Kommunen - im Grunde
wird auch beim Thema Asyl, wie bei allen Bundesratsthemen,
gefeilscht. Die Grünen, die sich von jeher den Schutz von
Flüchtlingen auf ihre Fahnen geschrieben haben, tun sich damit
besonders schwer. Dabei ist dies ein völlig normales und auch
sinnvolles politisches Vorgehen. Wenn Länder nicht mehr wissen, wo
sie Flüchtlinge unterbringen sollen und Kommunen unter den Kosten
ächzen, muss an Stellschrauben gedreht werden. Das Gesetz über die
sicheren Herkunftsstaaten ist eine sehr kleine Stellschraube, auf
vernünftige Art Verfahren zu beschleunigen und vielleicht eine
gewisse Abschreckung zu erzielen.
Feilschen alleine aber reicht nicht, um die Probleme zu lösen. Das
Asylrecht ist in Deutschland ohnehin ein Recht, das de facto wenige
geltend machen können, weil das Land der Ankunft in Europa zuständig
ist, in der Regel Italien. Europa kann sich nicht länger zurücklehnen
und Geld nach Lampedusa schicken. Das Mittelmeer ist zum Massengrab
geworden, und es ist eine Aufgabe aller Europäer, das zu verhindern.
Dazu gehört die Hilfe vor Ort in den armen Regionen dieser Welt,
aber auch die Hilfe für Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte.
Eine gemeinsame europäische Aufteilung der Flüchtlinge, eine
gemeinsame Verantwortung ist nötig. Und in Deutschland muss nicht nur
die Hilfe für Kommunen geleistet werden, sondern eine vernünftige
Asylpolitik, die über die Schaffung von Massenunterkünften in
Gewerbegebieten hinausgeht. Eingefordert werden muss aber auch die
aktive Integration von in Deutschland Schutzsuchenden. Wenn
Flüchtlinge wie in Berlin unter grüner Bezirksverwaltung ein Jahr
lang einen Platz besetzen können, trägt dies am Ende zu
Ausländerfeindlichkeit und nicht zum Schutz von Flüchtlingen bei.
Winfried Kretschmanns Ruf nach einem Flüchtlingsgipfel im Land ist
richtig. Es müssen aber vor allem auf nationaler und europäischer
Ebene neue Weichen gestellt werden.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.09.2014 - 20:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1110200
Anzahl Zeichen: 2404
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 185 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Leitartikel zum Asylstrom: Feilschen alleine reicht nicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
WAZ: Flüchtlinge treffen auf EU-Egoismus. Kommentar von Matthias Korfmann ...
In Karlsruhe stehen Feldbetten in Turnhallen, und Baden-Württemberg lässt dort Großzelte errichten. Oberhausen stellt Wohncontainer auf, Witten plant ein Containerdorf. Die Dortmunder Ordnungsdezernentin Diane Jägers spricht vom "kollabierenden System", und der Innenminister schäu
Westdeutsche Zeitung: Eine Flüchtlingspolitik, die keine ist = von Olaf Steinacker ...
Knallen die Ländervertreter heute im Bundesrat die Tür zu für Flüchtlinge aus den westlichen Balkanstaaten, müssen Asylsuchende aus Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina künftig noch schneller als bisher die Rückreise antreten. Meist handelt es sich bei ihnen um Roma, deren Anträge
Der Tagesspiegel: Grüne erwägen Mandat für deutschen Irak-Ausbildungseinsatz ...
Berlin - Die Grünen halten unter bestimmten Bedingungen ein nachträgliches Mandat des Bundestags für den Ausbildungseinsatz der Bundeswehr im Irak für erforderlich. Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour sagte dem Tagesspiegel (Freitagausgabe), er wolle zunächst in der kommenden Sitzung
"Business Club" der Berliner Frontfrauen startet auch in Frankfurt am Main ...
Mit Erfolg. Zahlreiche Frauen aus Beratungsgesellschaften, Banken, Kanzleien und Verbänden folgten der Einladung. Claudia Bender, Initiatorin des Frontfrauen Business Clubs: "Ich freue mich, dass wir auf so viel Resonanz gestoßen sind. Frankfurt ist eine Stadt voller Frontfrauen, die sich




