Kernkompetenz Mathematik und Statistik
Antrittsvorlesung an der Hochschule Fresenius in Idstein

(PresseBox) - In seiner Antrittsvorlesung am 22. September brach Prof. Dr. Michael Urban die Lanze für Mathematik und Statistik. Mehr noch: Der frisch berufene Professor für Quantitative Methoden am Fachbereich Wirtschaft & Medien der Hochschule Fresenius in Idstein sieht in der unbefriedigenden Situation des mathematischen und statistischen Know-how in Deutschland eine Gefährdung des sozialen Friedens und demokratischer Strukturen.
Die moderne und besonders digitalisierte Welt werde durch mathematische Algorithmen und Big Data gesteuert. Mathematik und Statistik seien somit entscheidende, zukunftsorientierte Kernkompetenzen für private, unternehmerische und politische Entscheidungen.
Zugleich sind diese beiden Disziplinen nach wie vor unbeliebt und die Deutschen benötigen sogar Nachhilfe. Prof. Dr. Michael Urban erklärte das in seiner Antrittsvorlesung "Mathematik und Statistik - Notwendige Kernkompetenzen für gute ökonomische und politische Entscheidungen" so: "Mathematik braucht viel Konzentration und Übung. Allein das schreckt schon viele ab. Fehler in der Orthografie sind peinlich, während es fast schon zum guten Ton gehört, eine Null in Mathematik zu sein." Zudem werde in Schulen oftmals zu früh mit dem Rechnen mit Termen begonnen, was das in den Klassen 7 und 8 vorhandene Abstraktionsvermögen der Schüler noch gar nicht leisten kann. Das führe zur Ablehnung und Angst.
"Ich fürchte um die Demokratie"
Doch all das ist bereits bekannt aber nur wenig wird dagegen unternommen.
Der Grund: Eine finanzmathematisch uninformierte Bevölkerung lasse sich leichter täuschen: Große Gewinne und hohe Einkommen weniger Personen seien nur möglich, wenn viele kleine Anleger und Arbeitnehmer verlieren beziehungsweise auf ihren Lohn verzichten. So sind 0,001 Prozent aller Menschen in Besitz von 30,3 Prozent des globalen Nettogeldvermögens.
Eine statistisch uninformierte Bevölkerung treffe Wahlentscheidungen, die für sie selbst oft ungünstig seien.
Als negatives Beispiel benennt Urban die "Geschlossenen Schiffsfonds" deren Investoren 2012 mit der Insolvenz vieler Schiffe große Verluste machten, wohingegen die Initiatoren unbeschadet blieben. Marc Chesney, Professor am Institut für Banking und Finance an der Universität Zürich, sorge sich zu Recht um die Demokratie. Denn demokratische Strukturen funktionieren am besten bei nicht zu großer Ungleichheit - und sozialer Friede sei auch im Sinne aller.
Anhand konkreter Beispiele aus der Finanzmathematik dokumentierte Urban, dass das derzeitige exponentielle Wachstum des weltweiten Geldvermögens und die auf Dauer fallenden Wachstumsraten der Brutto-Inlandsprodukte weltweit zu einer Verarmung breiter Bevölkerungsschichten - auch in den Industrieländern der westlichen Welt - führen wird. Insbesondere machte er deutlich, dass die Besteuerung der abhängigen Arbeit extrem zugenommen hat: Musste man in Deutschland 1952 nur den Spitzensteuersatz von 70,1 Prozent bezahlen, wenn man das 66,7-fache des Durchschnittseinkommens verdiente, so muss heute jeder, der das 1,6-fache des Durchschnittseinkommens verdient, den Spitzensteuersatz von 42 Prozent leisten. Anhand der einfachen statistischen Verfahren arithmetischer Mittel und Median zeigte er schließlich, dass Deutschland in der Eurozone das Land ist, das die höchste Vermögenskonzentration aufweist.
"Für einen politisch und ökonomisch mündigen Bürger ist Mathematik und Statistik eine absolut notwendige Kompetenz", so Urban. Er plädiert daher, dass Kenntnisse in angewandter Mathematik und Statistik unbedingt in der Schule vermittelt werden müssen und zwar so, dass der private Nutzen davon erkennbar ist. Mit der abstrakten Mathematik solle jedoch erst dann begonnen werden, wenn das Abstraktionsvermögen der Schüler entsprechend ausgebildet ist. Urbans zahlreiche Auszeichnungen für exzellente Lehre an verschiedenen Bildungseinrichtungen und sehr gute Evaluationen zeugen davon, dass eine adäquate Vermittlung möglich ist.
Die Hochschule Fresenius gehört mit rund 10.000 Studierenden und Berufsfachschülern zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. 1848 als "Chemisches Laboratorium Fresenius" gegründet und seit 1971 als staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft zugelassen, unterhält die Hochschule Fresenius heute Standorte in Idstein, Köln, Hamburg, München, Frankfurt am Main und Berlin sowie Studienzentren in Düsseldorf und Zwickau. 2010 erfolgte die institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat. In den Fachbereichen Chemie & Biologie, Gesundheit & Soziales, Wirtschaft & Medien sowie Design können hier Ausbildungs-, Studien- und Weiterbildungsangebote wahrgenommen werden. Neben Bachelor- und Masterprogrammen in Vollzeit bieten die vier Fachbereiche mit ihren sieben Schools auch berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an.
Die Hochschule Fresenius setzt auf eine enge Einheit von Forschung, Lehre und Praxis und forscht in den Fachbereichen Chemie & Biologie (Institute for Analytical Research), Gesundheit & Soziales (Bewegungslabor), Wirtschaft & Medien (Institut für Gesundheitswirtschaft, Medienmanagement Institut, Institut für Energiewirtschaft) sowie Design. Mehr Informationen unter: www.hs-fresenius.de
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Die Hochschule Fresenius gehört mit rund 10.000 Studierenden und Berufsfachschülern zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. 1848 als "Chemisches Laboratorium Fresenius" gegründet und seit 1971 als staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft zugelassen, unterhält die Hochschule Fresenius heute Standorte in Idstein, Köln, Hamburg, München, Frankfurt am Main und Berlin sowie Studienzentren in Düsseldorf und Zwickau. 2010 erfolgte die institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat. In den Fachbereichen Chemie & Biologie, Gesundheit & Soziales, Wirtschaft & Medien sowie Design können hier Ausbildungs-, Studien- und Weiterbildungsangebote wahrgenommen werden. Neben Bachelor- und Masterprogrammen in Vollzeit bieten die vier Fachbereiche mit ihren sieben Schools auch berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an.
Die Hochschule Fresenius setzt auf eine enge Einheit von Forschung, Lehre und Praxis und forscht in den Fachbereichen Chemie & Biologie (Institute for Analytical Research), Gesundheit & Soziales (Bewegungslabor), Wirtschaft & Medien (Institut für Gesundheitswirtschaft, Medienmanagement Institut, Institut für Energiewirtschaft) sowie Design. Mehr Informationen unter: www.hs-fresenius.de
Datum: 25.09.2014 - 15:55 Uhr
Sprache: Deutsch
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