Zu wenige Therapieplätze für drogensüchtige Straftäter
ID: 1117709
genannten Maßregelvollzug nicht ausreichend Klinikplätze für
verurteilte, drogensüchtige Straftäter vorhalten. Teilweise warten
Verurteilte über ein Jahr in Freiheit darauf, ihre Strafe anzutreten.
Das ergab eine Umfrage des NDR Politikmagazins "Panorama 3" unter den
Gesundheits- und Justizbehörden der Länder. Experten zeigen sich von
der Situation alarmiert und warnen vor Gefährdungen durch Straftäter,
die noch auf einen Therapieplatz warten. Gerichte verurteilen
Straftäter immer häufiger zum Drogenentzug. Der Ausbau von
Maßregelvollzugsanstalten hält damit jedoch nicht Schritt.
Im Detail ergab die Umfrage, dass derzeit in sieben Bundesländern
für mehr als 100 Straftäter, für die ein Drogenentzug angeordnet
wurde, kein Therapieplatz vorhanden ist. Allein in
Nordrhein-Westfalen warteten im August 57 Straftäter auf einen frei
werdenden Platz. Gegenüber "Panorama 3" erklärte das
nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium, dass man "wie auch in
einigen anderen Bundesländern einen Belegungsdruck zu verzeichnen"
habe. Derzeit werde gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium nach
einer Lösung gesucht.
Mehr als ein Drittel der drogenkranken Straftäter wartet in
Freiheit auf den Therapiebeginn, knapp zwei Drittel in Haft. Bei der
Platzvergabe werden aus juristischen Gründen die in Haft wartenden
Straftäter bevorzugt. Entsprechend verlängert sich die Wartezeit der
Straftäter auf freiem Fuß. In Niedersachsen liegt die Wartezeit in
manchen Fällen bei einem Jahr und darüber. Niedersachsens Sozial- und
Gesundheitsministerin Cornelia Rundt sagte, solche Wartezeiten seien
zwar "nicht schön", aber "akzeptabel".
Lange Wartezeiten halten Experten für alarmierend, man gehe so das
Risiko ein, neue Straftaten zu provozieren. Der Bremer
Strafverteidiger Helmut Pollähne, der auf dem Gebiet Maßregelvollzug
forscht, warnt: "Wenn man die drogensüchtigen Straftäter monatelang
sich selbst überlässt und nicht therapiert, kann das schnell außer
Kontrolle geraten und dazu führen, dass sich die Person selber oder
auch Dritte gefährdet." Gerade bei den therapiewilligen Straftätern
wirke sich die Wartezeit negativ auf den Erfolg des Entzugs aus, da
mit der Zeit auch die Einsicht in die Notwendigkeit zur Behandlung
schwinde.
"Panorama 3": Dienstag, 7. Oktober, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen
Mehr zur Sendung unter www.panorama.de
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
04041562303
i.bents@ndr.de
http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.10.2014 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1117709
Anzahl Zeichen: 2940
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Umfrage
Diese Pressemitteilung wurde bisher 243 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zu wenige Therapieplätze für drogensüchtige Straftäter"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NDR Norddeutscher Rundfunk (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Was beschäftigt die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern? Um möglichst viele Perspektiven einzufangen, ist der NDR DialogBus von Samstag, 6. Juni, bis Samstag, 29. August, in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. An über 20 Stationen – von Gadebusch über Waren (Müritz) bis Strasburg (Uckermark
Investigative „team.recherche“-Doku von NDR und WDR zeigt das Netzwerk des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Europas Modelbranche ...
Mit der Aussicht auf eine große Modelkarriere fängt es an: Ein Modelscout spricht eine junge Frau an, macht Komplimente und prahlt von seinen Kontakten zu einflussreichen Branchengrößen. Was nach einer großen Chance klingt, ist für einige junge Frauen offenbar der Beginn eines Albtraums. Sie g
NDR mit „Podcast Live-Tour“ in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs – jetzt Tickets sichern ...
Acht Live-Shows, sieben Städte, fünf Podcasts: Zwischen Ende Mai und Mitte Juli bringt der NDR einige seiner beliebtesten Podcasts nach Mecklenburg-Vorpommern und lädt die Menschen vor Ort ein, die Shows live mitzuerleben. Station machen die Podcasts „eat.READ.sleep.“, „Die Ernährungs-Docs
Weitere Mitteilungen von NDR Norddeutscher Rundfunk
Legale Suizidbeihilfe - Vier von fünf Deutschen wünschen sich Unterstützung vom Arzt - Infratest dimap Umfrage im Auftrag von "hart aber fair" ...
Vier von fünf Deutschen wünschen sich, dass Ärzte schwerkranken Menschen beim Suizid assistieren dürfen. In einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag der ARD-Sendung "hart aber fair" (WDR) erklärten 79 Prozent der Befragten, dass es Ärzten erlaubt sein solle, i
Große Angst vor Bloßstellungen im Internet - Umfrage: Viele jüngere Menschen fürchten, auf sozialen Plattformen diffamiert zu werden ...
Sehr viele junge Männer und Frauen nutzen soziale Plattformen wie Facebook oder Twitter. Dabei sind sich viele offenbar auch der möglichen Gefahren bewusst: Sogenannte Freunde könnten jederzeit herabsetzende Texte über einen verbreiten oder peinliche Bilder ins Netz stellen. Bei einer reprä
Makler befürchten Preissteigerungen durch EnEV 2014 / Große Umfrage von kalaydo.de unter Maklern und Immobiliensuchenden zur neuen Energieeinsparverordnung / Wenig Zustimmung zum Energieausweis (FOT ...
Gut isolierte Gebäude, moderne Anlagen, geringe Heizkosten - die Energieeinsparverordnung EnEV 2014 legt seit 1. Mai 2014 neue Standards für Wohnimmobilien fest. Gut für die Umwelt, aber auch gut für die Menschen und die Wirtschaft? Nein, sagt eine Umfrage von kalaydo.de unter 1.150 Verb
Gut die Hälfte der Deutschen für mehr Geld für Verteidigung ...
Sperrfrist: 02.10.2014 22:45 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Angesichts der Diskussion über Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr sprechen sich 55 Prozent der Deutschen dafür aus, mehr Geld für Verteid




