Rheinische Post: Türkisches Fiasko
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syrischen Bürgerkriegs stärker zu leiden als all jene Länder, die ihr
jetzt gute Ratschläge erteilen. Hunderttausende Flüchtlinge hat das
Land klaglos aufgenommen, das sollte uns Respekt abnötigen. Ansonsten
aber, das ist leider ebenso wahr, ist die türkische Syrien-Politik
ein einziges Fiasko. Weil man in Ankara trotz aller Friedensgespräche
mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK weiter vom Kurden-Trauma
gelähmt scheint, setzt man im Kampf gegen die Terror-Horden des
"Islamischen Staats" die falschen Prioritäten. Wochenlang hat sich
die Türkei geweigert, den bedrängten kurdischen Verteidigern von
Kobane Hilfe zukommen zu lassen - bis sich die Amerikaner jetzt
darüber hinwegsetzten und Waffen per Fallschirm abwarfen. Nun, ganz
plötzlich, sollen doch irakische Kurden über türkisches Territorium
nach Kobane dürfen. Dieser Zickzackkurs ist peinlich für die Türkei,
die doch so gerne als regionale Führungsmacht wahrgenommen werden
will. Präsident Erdogan ist gerade dabei, die internationale
Reputation seines Landes zu verspielen.
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Datum: 20.10.2014 - 19:59 Uhr
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