Langzeitarbeitslosigkeit / Die Bundesregierung kämpft gegen ihre eigenen Fehler

Langzeitarbeitslosigkeit / Die Bundesregierung kämpft gegen ihre eigenen Fehler

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(ots) - Zu viele Menschen sind mehr als zwölf Monate am
Stück arbeitslos. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und
versucht nun etwas für die derzeit rund 1,1 Millionen
Langzeitarbeitslosen zu tun. Die Bundesarbeitsministerin wird daher
voraussichtlich in Kürze ein Maßnahmenpaket vorstellen. Laut
Presseberichten sind darin unter anderem Vorschläge zu einem
sogenannten Passiv-Aktiv-Transfer enthalten. Zudem sollen die
Ausweitung der Zahl der Fallmanager in den Arbeitsagenturen sowie
eine stärkere Akquisition von Stellenangeboten angekündigt werden.
Diese Vorschläge haben gemeinsam, dass sie an den Symptomen
herumdoktern, ohne die Auslöser von Langzeitarbeitslosigkeit zu
bekämpfen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat in einer
Kurzbewertung für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
die voraussichtlichen Reformvorschläge analysiert und bewertet. Das
Ergebnis ist für Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM,
ernüchternd: "Statt die bestehenden Beschäftigungsmöglichkeiten von
unnötigen Regulierungen zu befreien und Einstiegschancen - zum
Beispiel über Zeitarbeit - zu erleichtern, werden alte und teure
Programme neu aufgelegt. Die Regierung könnte reale Jobs schaffen,
wenn sie die Rahmenbedingungen für flexible Beschäftigung verbessern
würde".

Die Ergebnisse des IW kurz zusammengefasst:

Regierungsvorschlag:
Passiv-Aktiv-Transfer
INSM-Bewertung:
Das könnte zur faktische Übernahme Arbeitsloser in den Staatsdienst
führen.

Regierungsvorschlag:
Mehr Stellenangebote akquirieren
INSM-Bewertung:
Ob dadurch tatsächlich neue Stellen entstehen, ist äußerst fraglich.
Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die stärkere Vermittlung durch
die Job-Center auf Kosten anderer Arbeitsuchender geht, die sich
eigeninitiativ bewerben.



Regierungsvorschlag:
Mehr Fallmanager
INSM-Bewertung:
Ein Schritt in die richtige Richtung, wobei sicherzustellen ist, dass
die erhöhten Kapazitäten auch in eine höhere Kontaktdichte umgesetzt
werden.

Die vollständige IW-Kurzbewertung finden Sie unter
www.insm.de/presse

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein
überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in
Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche
Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und
Elektro-Industrie finanziert.



Pressekontakt:
Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174;
hennet@insm.de

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Datum: 05.11.2014 - 09:35 Uhr
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