Rheinische Post: Lokführer sind nur noch Randfiguren des Streiks
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Lokführer, die mit ihrer letzten Patrone gegen einen übermächtigen
Konzern ankämpfen. Um Lokführer geht es in diesem Streik inzwischen
sogar am allerwenigsten. Der Streik ist das Resultat eines
rücksichtslosen Machtkampfes zweier Gewerkschaften, die beide genau
wissen, dass das Land eigentlich nur eine von ihnen braucht. Die
Lokführergewerkschaft GDL will künftig unbedingt auch für die
Zugbegleiter zuständig sein, obwohl die bereits bestens von der
konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten
werden. Um dieses Ziel trotzdem zu erzwingen, streikt die GDL. Das
ist unverschämt. Denn der Machtanspruch der GDL hat mit den
Arbeitsbedingungen der Lokführer im Grunde gar nichts zu tun. Streiks
sind aber nicht dazu da, um einer Gewerkschaft Geländegewinne im
Kampf gegen eine andere zu sichern, sondern um die Arbeitnehmer vor
unzumutbaren Arbeitsbedingungen zu schützen. Bei den
Arbeitsbedingungen hat die Bahn längst weitreichendes Entgegenkommen
signalisiert. Deshalb ist es unfair von der GDL, jetzt Millionen von
Bahnfahrern für ein Streikziel in Geiselhaft zu nehmen, das in
Wahrheit nur den GDL-Funktionären dient.
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Datum: 05.11.2014 - 20:47 Uhr
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