Disaster Recovery: Für viele Unternehmen eine tickende Zeitbombe
Frankfurt am Main, 11. November 2014 – Viele Unternehmen gefährden ihre betriebliche Kontinuität, weil sie das Thema Disaster Recovery nicht im Griff haben. Auch wenn vordergründig alle Anforderungen erfüllt scheinen – im Hintergrund tickt oft eine Zeitbombe.
Gerade den Aufwand für umfangreiche Disaster-Recovery-Maßnahmen scheuen viele, weil ein möglicher IT-GAU so gut wie ausgeschlossen scheint: wann gibt es schon Hochwasserschäden, Flugzeugabstürze oder Hackerattacken, die komplette Rechenzentren lahmlegen? Die hohen Budget- und Manpower-Investitionen erscheinen vielen, gerade kleineren und mittleren Unternehmen, angesichts dieser statistischen Irrelevanz kaum verhältnismäßig.
Zum Einsatz kommen oft einzelne Sicherungsmaßnahmen wie redundante Server, Storage-Replikation oder sogar nur Backup-Lösungen, die allerdings kaum als vollständige Disaster-Recovery-Konzepte bezeichnet werden können. Eine Hochverfügbarkeit der IT ist damit in den seltensten Fällen gewährleistet, und die Wiederherstellung der Daten kann, etwa im Fall rudimentärer Backup-Lösungen, deutlich verzögert werden.
Fehlende Failover-Tests
Größere Unternehmen investieren in der Regel zwar in umfangreiche Disaster-Recovery-Maßnahmen - vom Diesel-Notstromaggregat bis hin zum gespiegelten Rechenzentrum. Allerdings wächst mit der Größe des Unternehmens auch die Komplexität der IT-Landschaft. Eine komplette Infrastruktur testweise herunterzufahren, trauen sich aber nur die wenigsten Großunternehmen: erstens ist die Vorbereitung eines Failover sehr aufwändig – etwa, weil bei großen Rechenzentren Abstimmungen mit dem Elektrizitätswerk erforderlich sind –, und zweitens besteht die Gefahr, dass das Failback bei komplexen IT-Strukturen nicht vollständig klappt.
"Ein missglücktes Failback ist das Horrorszenario eines jeden IT-Verantwortlichen", erklärt Peter Dümig, Field Product Manager Enterprise Solutions bei Dell. "Wir gehen davon aus, dass aus diesem Grund nur die allerwenigsten Großunternehmen jemals einen kompletten Failover-Test durchgeführt haben. Sie finden meist nur für isolierte Bereiche statt."
Leider üben auch die wenigsten anderen Unternehmen den Notfall. Viele trauen sich nicht einmal, einfache Backup-Sets wiederherzustellen – oder haben das Bewusstsein nicht, es einmal durchzuexerzieren. "Im Ernstfall kann das fatale Folgen haben", unterstreicht Dümig. "Wenn erst dann festgestellt wird, dass etwa Backup-Skripts falsch angelegt oder Daten nicht korrekt gesichert wurden, ist die betriebliche Kontinuität gefährdet, und das kompromittiert auch kleine Unternehmen."
Die dringende Empfehlung von Dümig lautet daher: "Unabhängig von der Größe sollte jedes Unternehmen Failover-Tests durchführen, sonst bleibt Disaster-Recovery auch bei schulbuchmäßiger Lösungsimplementierung eine tickende Zeitbombe."
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