NOZ: Gespräch mit Matthias Reim, Pop- und Schlagersänger
ID: 1137577
wird wie ein Stiefkind behandelt
"Das Volk wird völlig ignoriert"
Osnabrück. Pop- und Schlagersänger Matthias Reim ("Verdammt, ich
lieb' Dich") kann nicht nachvollziehen, warum zahlreiche
Radiostationen deutsche Pop- und Schlager-Musik ignorieren: "Es ist
einfach schade, dass so viel hochqualitative deutsche Musik wie ein
Stiefkind behandelt wird, obwohl das Stiefkind schon längst die
Straßen regiert", sagte der 56-Jährige der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Donnerstag). Er könne sich diese ablehnende Haltung von
vielen Senderredaktionen nicht erklären. "Man sieht, dass es eine
gigantische Renaissance gibt, dass dieser Bereich ein gigantischer
Wirtschaftsfaktor geworden ist. Das Volk, das zu Zehntausenden in die
Hallen strömt, um deutsche Künstler zu sehen, wird völlig ignoriert."
Nach Meinung des Schlagerstars sind die Senderverantwortlichen
offensichtlich immer noch der Meinung, dass sie mit deutscher Musik
dieser Stilrichtungen "das jugendliche Klientel vergraulen". Reim
weiter: "Und das ist eine falsche Meinung, wenn ich mir das
jugendliche Publikum in den Hallen anschaue. Aber mit dem gleichen
Schicksal hatte zum Beispiel Mitte der 1990er-Jahre auch schon
Wolfgang Petry zu kämpfen. Er hat Stadien gefüllt und wurde von
vielen Radiosendern nicht gespielt. Das wurde als Kurzkult abgetan."
Die aktuelle Prognose von Matthias Reim: "Über kurz oder lang landen
diese Sender auf ihren Hinterteilen. Die Quoten werden dort sinken -
und bei denen steigen, die Toleranz zeigen."
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Datum: 19.11.2014 - 15:53 Uhr
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