NOZ: Gespräch mit Uwe Jun, Parteienforscher
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Politikwissenschaftler Jun sieht in Rückbesinnung auf ur-grüne
Kernthemen Chancen, beim Wähler zu punkten - Nach wie vor "höchster
Kompetenzwert"
Osnabrück.- Mit Blick auf den an diesem Freitag startenden
Bundesparteitag der Grünen sieht Parteienforscher Uwe Jun die Partei
auf dem richtigen Weg. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Freitag) sagte Jun: "Die Grünen besinnen sich auf ihre
alten Kernthemen wie Energiepolitik oder Umweltschutz. Das ist
sinnvoll. Nach wie vor haben sie in diesen Fragen den höchsten
Kompetenzwert." Dass inzwischen nahezu alle Parteien diese Themen
besetzen, stelle "ein eher kleineres Problem" dar, erklärte der
Politikwissenschaftler von der Universität Trier: "Die Wähler
bevorzugen das Original." Auch dass etwa die SPD und ihr Parteichef
Sigmar Gabriel von ihren Klimazielen abrückten, berge Möglichkeiten,
so Jun. "Diese Chancen können die Grünen jetzt nutzen."
Die Partei wolle überdies "weg von der Verbotspartei" und lege
stattdessen den Fokus auf klassische libertäre Ansätze wie
persönliche Freiheit und Selbstentfaltung, was ebenfalls zur
Profilschärfung beitragen könne, schätzte Jun ein.
Offen sei, wie sich die Partei zukünftig in Koalitionsfragen
verhielte. "Zurzeit gilt: Die Grünen sind bereit zu Koalitionen, bei
denen sie am meisten grüne Inhalte durchsetzen können. Ob die Grünen
in Zukunft zu einer Scharnierpartei werden könnten, die Schwarz-Grün
ebenso in Betracht zieht wie rot-grüne Koalitionen, muss sich noch
zeigen." Für Spekulationen, etwa mit Blick auf die nächste
Bundestagswahl 2017, sei es zu früh. "Da muss noch vieles in der
Partei durchdiskutiert werden", sagte Jun, Inhaber des Lehrstuhls für
Regierungslehre an der Universität Trier.
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Datum: 21.11.2014 - 05:00 Uhr
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