Alterssicherung: Paritätische Modellrechnung prognostiziert drastischen Anstieg der Altersarmut

Alterssicherung: Paritätische Modellrechnung prognostiziert drastischen Anstieg der Altersarmut

ID: 1142517
(ots) - Vor einer auf uns zurollenden "Lawine der
Altersarmut" warnt der Paritätische Gesamtverband und prognostiziert,
dass sich die derzeit noch moderate Altersarmutsquote bis 2021
drastisch erhöhen werde, sofern konsequente Reformen ausbleiben. Der
Verband fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung
und insbesondere eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze.

In einer aktuellen Modellrechnung der Paritätischen
Forschungsstelle, die im neuen Vierteljahresheft zur
Wirtschaftsforschung des DIW Berlin heute veröffentlicht wurde,
rechnet der Paritätische anhand eines eigenen Prognosemodells vor,
dass die Quote der altersarmen Menschen in Deutschland bereits 2021
auf mindestens 7 Prozent ansteigen und in Ostdeutschland sogar dann
bereits die 10-Prozent-Marke überschritten haben wird. "In weniger
als zehn Jahren droht ein Heer von ehemals Langzeit- und
Mehrfacharbeitslosen sukzessive und unaufhaltsam in die Altersarmut
zu fallen", warnt Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. "Selbst bei
vorsichtiger Schätzung wird sich die Zahl der Grundsicherungsbezieher
im Laufe der 2020er auf eine Million erhöhen und werden die Quoten
dann zweistellig werden."

In der Modellrechnung betrachtet der Verband die Gruppe derjenigen
zwischen 55 und 65 Jahren, die heute bereits Arbeitslosengeld I,
Sozialhilfe oder andere Existenzminimumleistungen bzw. Wohngeld
beziehen und die mit großer Gewissheit bei Renteneintritt altersarm
und auch dann weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werden.
Ohne politische Interventionen sei davon auszugehen, dass im Jahr
2021 7,2 Prozent der Menschen in Deutschland über 65 Jahren von
Altersarmut betroffen sein werden. Insbesondere in Ostdeutschland, wo
Altersarmut bisher nur eine untergeordnete Rolle spiele, werde die
Altersarmut in den nächsten Jahren sprunghaft und massiv auf 10,2


Prozent (Westdeutschland: 6,4 Prozent) ansteigen, sofern nicht
umgehend politisch gegengesteuert werde, warnt der Verband.

Der Paritätische bekräftigt seine Kritik an der bisherigen
Alterssicherungspolitik der Bundesregierung. Auch die im
Koalitionsvertrag vereinbarte "Solidarische Lebensleistungsrente", so
die Analyse des Verbandes, werde das Problem nicht lösen. Die Hürden
für die Inanspruchnahme seien zu hoch und die geplante Rente zu
niedrig, um vor Armut im Alter zu schützen. Um künftiger Altersarmut
vorbeugen und bestehende Altersarmut zu beseitigen, schlägt der
Paritätische stattdessen eine Reform der Altersgrundsicherung vor.
Erforderlich sei vor allem eine bedarfsgerechte Erhöhung der
Regelsätze in der Altersgrundsicherung - inklusive altersspezifischem
Mehrbedarf - auf 457 Euro. Stromkosten seien künftig wie Heiz-und
Mietkosten in voller Höhe zu übernehmen und einmalige Leistungen für
größere Anschaffungen zu gewähren. Schließlich fordert der Verband
großzügige Freibeträge auf Vorsorgeleistungen und Rentenansprüche.



Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, pr@paritaet.org

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Wirtschaftsminister Gabriel sieht durch  Eon-Entscheidung phoenix-Live: Bemerkungen des Bundesrechnungshofs 2014 u. Rede Merkel beim Festakt zur Rentenversicherung - Dienstag, 2. Dezember 2014, ab 11.00 Uhr
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.12.2014 - 13:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1142517
Anzahl Zeichen: 3328

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 173 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Alterssicherung: Paritätische Modellrechnung prognostiziert drastischen Anstieg der Altersarmut"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Paritätischer Wohlfahrtsverband (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Studie belegt: Wohnen macht arm ...
Die Paritätische Forschungsstelle hat heute eine bahnbrechende Berechnung zur Wohnarmut in Deutschland veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein alarmierendes Bild: Deutlich mehr Menschen als bisher angenommen leben in Armut, wenn die Wohnkosten berücksichtigt werden. Die steigenden Mieten belast

Der Paritätische Gesamtverband: Achim Meyer auf der Heyde zum Vorsitzenden gewählt ...
In seiner heutigen Mitgliederversammlung hat der Paritätische Gesamtverband Achim Meyer auf der Heyde ohne Gegenstimme zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt damit auf den Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, der nach 12 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht wieder antr

"Worauf warten wir noch?"/ Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft fordern ein Gewalthilfegesetz ...
Mit dem Slogan "Worauf warten wir noch?" fordern 22 Prominente aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft seit heute früh in einem 60-Sekunden-Film (https://www.youtube.com/watch?v=5Gm2-oaJWCg) ein Gewalthilfegesetz. Der Clou: Erstmals beteiligen sich Männer an einem solchen Video! Das un


Weitere Mitteilungen von Paritätischer Wohlfahrtsverband


Rheinische Post: Wirtschaftsminister Gabriel sieht durch Eon-Entscheidung "neue Chancen" ...
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Entscheidung von Eon, sich von seiner Sparte konventioneller Energieerzeugung zu trennen begrüßt. "Mit seiner Entscheidung stellt sich Eon konsequent auf und zieht als erstes Unternehmen die Konsequenz aus einer sich völlig gewandelt

rbb exklusiv: Töpfer: Unternehmen reagieren auf die Energiewende ...
Der frühere Bundesumweltminister und Chef des UN-Klimaprogramms, Klaus Töpfer, hat die angekündigte Umstrukturierung des Eon-Konzerns als richtigen Schritt begrüßt. Eons Entscheidung sei ein Hinweis darauf, dass sich auch große Konzerne auf die Energiewende einstellen würden, sagte Tö

Landesvertretungen kooperieren mit Lobbyisten vor Bundesratssitzungen / Prof. Dr. Ulrich Battis: "Undemokratische und rechtsstaatswidrige Praxis" / "Leif trifft" am 3.12.14, 20.15 ...
Sperrfrist: 01.12.2014 08:05 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Die Landesvertretungen beim Bund der Länder Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg kooperieren im laufenden Gesetzgebungs

WAZ: NRW-Verkehrsminister Groschek fordert regelmäßige Sehtests für Autofahrer ...
NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) fordert regelmäßige Sehtests für Autofahrer. "Begrüßen würde ich einen verpflichtenden Sehtest alle 15 Jahre in Verbindung mit der künftig notwendigen Erneuerung des Führerscheindokuments", sagte Groschek der in Essen erscheinenden Wes


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z