ROG bestürzt über Tod von Journalist Luke Somers im Jemen

ROG bestürzt über Tod von Journalist Luke Somers im Jemen

ID: 1145188
(ots) - Reporter ohne Grenzen (ROG) ist bestürzt über den
Tod des im Jemen entführten US-Fotojournalisten Luke Somers bei einem
missglückten Befreiungsversuch von US-Spezialkräften. Nach Angaben
des US-Präsidialamts töteten ihn seine Entführer von der
Dschihadistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel während der
Militäraktion in den Morgenstunden des Samstags. Weniger als 24
Stunden später wäre ein Ultimatum der Gruppe ausgelaufen.

"Somers' Tod erinnert auf tragische Weise an das zunehmende Risiko
für Journalisten, entführt und von ihren Geiselnehmern ermordet zu
werden", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Medienschaffende
sind weder Vertreter der Regierungen ihrer Heimatstaaten noch
Verfügungsmasse für die Propaganda von Dschihadisten, sondern müssen
gerade in bewaffneten Konflikten als unabhängige Beobachter geschützt
bleiben."

Somers wurde im September 2013 in Jemens Hauptstadt Sanaa
entführt. Er hatte seit gut drei Jahren als freier Journalist im
Jemen gearbeitet. Im November konnten jemenitische und US-Truppen bei
einem ersten Befreiungsversuch zwar acht andere Geiseln retten,
fanden jedoch Somers nicht. Dessen Entführer drohten in einem am
vergangenen Mittwoch veröffentlichten Video mit der Hinrichtung des
Journalisten, falls die US-Regierung ihre nicht näher benannten
Forderungen nicht binnen drei Tagen erfülle.

Laut Medienberichten fanden US-Soldaten Somers bei der
Befreiungsaktion vom Samstag noch lebend, aber von seinen Entführern
so schwer angeschossen vor, dass er noch vor der Ankunft auf einem
US-Kriegsschiff starb (http://t1p.de/ie4r). Wie die New York Times
anmerkt, hatte Al-Kaida in jüngster Zeit weitgehend auf die Tötung
von Geiseln verzichtet und die meisten gegen Lösegeld freigelassen
(http://t1p.de/ezc2). Während der Kommandoaktion am Samstag starb


auch ein entführter Südafrikaner; über das Schicksal von mindestens
zwei weiteren Geiseln war zunächst nichts bekannt.

GEWALT UND SCHIKANEN VON REBELLEN, MILIZEN UND SICHERHEITSKRÄFTEN

Journalisten sind im Jemen Entführungsversuchen und Mordanschlägen
bewaffneter Rebellen, Sezessionisten und Stammesmilizen, aber auch
Gewalt und Schikanen staatlicher Sicherheitskräfte ausgesetzt
(http://t1p.de/cp72). Seit dem Spätsommer hatte das Vorrücken der
Huthi-Rebellen auf die Hauptstadt Sanaa zu einer neuen Welle von
Gewalt und Willkür gegen Medienschaffende geführt. Die Rebellen
griffen Redaktionen an und durchsuchten die Häuser von Journalisten
(http://t1p.de/i88z, http://t1p.de/zhau). Viele Medienschaffende
sahen sich zur Flucht gezwungen, gingen in den Untergrund oder
versuchten, sich durch Selbstzensur zu schützen (http://t1p.de/zuem).

Der Jemen steht auf Platz 167 von 180 Staaten auf der Rangliste
der Pressefreiheit. Weitere Informationen zur Lage der Journalisten
dort finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/jemen/.



Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Silke Ballweg / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 609 895 33-55
F: +49 (0)30 202 15 10-29

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 für Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 geht nach Wien
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.12.2014 - 08:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1145188
Anzahl Zeichen: 3462

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Menschenrechte



Diese Pressemitteilung wurde bisher 366 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"ROG bestürzt über Tod von Journalist Luke Somers im Jemen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Reporter ohne Grenzen e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit guter Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Rangliste der Pressefreiheit 2026 ...
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: - Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst". - "Gut" ist

Drei Jahre unter den Taliban: Bundesregierung lässt afghanische Journalisten im Stich ...
Nur sechs afghanische Journalistinnen und Journalisten haben es bisher geschafft: Sie konnten mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen (RSF) über das Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP) nach Deutschland kommen. Zum dritten Jahrestag der Machtübernahme der Taliban zieht die Organisation in einem Be

Reporter ohne Grenzen schockiertüber Gewalt gegen Journalisten in den USA ...
Reporter ohne Grenzen (RSF) ist entsetzt über die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA, die nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd über Proteste gegen Polizeigewalt berichteten. Innerhalb weniger Tage kam es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende, da


Weitere Mitteilungen von Reporter ohne Grenzen e.V.


Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 für "Mohamed auf der Flucht" ...
Sperrfrist: 06.12.2014 13:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. Die MDR-Auftragsproduktion für den KiKA über das Schicksal des 13-jährigen syrischen Jungen und seiner Familie wird heute in Nürnberg in der

ROG: Aserbaidschanische Investigativjournalistin Ismajilowa sofort freilassen ...
Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die sofortige Freilassung der aserbaidschanischen Investigativjournalistin Khadija Ismajilowa. Ein Gericht in Baku hat am (gestrigen) Freitagnachmittag angeordnet, die prominente Reporterin für zwei Monate in Untersuchungshaft zu nehmen. Hintergrund ist die Ã

Prima Klima für schmutzige Profite - Milliardengewinne auf Kosten von Mensch und Umwelt ...
EINLADUNG ZUR PRESSEKONFERENZ Datum: Dienstag, 09.12.2014 Zeit: 11:00 Uhr Ort: Vertretung des Landes Niedersachsen, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte (10.12.) veröffentlicht FACING FINANCE e.V. DIRTY PROFITS 3. Der Bericht ist

ROG kritisiert Gründung eines Informationsministeriums in der Ukraine ...
Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die am Dienstag beschlossene Gründung eines Informationsministeriums in Kiew. Die neue Behörde soll die Ukraine künftig vor Informationen aus dem Ausland schützen und die russische Propaganda zurückdrängen. Als Minister berufen wurde Juri Stez, ein Ver


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z