Lausitzer Rundschau: Pro und Contra zum Ende der Zugverbindung Hamburg - Breslau
ID: 1148476
750 000 Euro Verlust im Jahr - das ist für ein
Wirtschaftsunternehmen wie die Deutsche Bahn nicht hinnehmbar. Die
Bahn müsste investieren in eine Strecke, die gerade mal 40 bis 60
Leute pro Tag fahren. Ohne Halt von Hamburg nach Breslau - das ist
Luxus. Nur nicht im Fernzug Wawel, der es hinter der polnischen
Grenze kilometerweit nicht über 40 Stundenkilometer schafft, an dem -
wenn man den regelmäßigen Passagieren Glauben schenken darf - ständig
irgendwas kaputt ist. Der Wawel hat seine 150Fahrgäste pro
Zug schon vor langer Zeit verloren, zurück werden sie auch nicht
kommen, wenn der Eurocity schneller fahren könnte, wenn es wieder
einen Speisewagen gäbe. Zu gut ist die Alternative mit dem Fernbus.
Dort gibt es Wlan, Klimaanlage, Heizung. So funktioniert modernes
Reisen. Das Problem: Modernes Reisen funktioniert derzeit nur ab
Berlin. Wer künftig von Cottbus, von Forst oder vom Spreewald aus
nach Breslau fahren will ohne umzusteigen, muss das Auto nehmen. In
zweieinhalb Stunden ist man da. Dass Südbrandenburg fortan vom
internationalen Schienenverkehr abgekoppelt sein wird, ist nicht
schön - aber der Weg nach Berlin ist nicht weit. Wer geschäftlich in
Polen unterwegs ist, nimmt ohnehin gern das Auto. Eine
Alternativroute, wenn auch eine vierstündige, auf Schienen gibt es
über Görlitz. Der Bahn kann niemand vorwerfen, dass sie den Wawel nun
einstellt.
Contra
Die Zahlen stimmen nicht. Der Wawel ist unrentabel. Er wird immer
weniger angenommen. Ab mit ihm aufs Abstellgleis. So einfach kann es
sich die Bahn machen. Es lohnt sich aber, die Kehrseite des
Bummelfahrers und vor allem die politische anzuschauen. Es gab
Zeiten, da war der Wawel richtig gut auf dem Gleis. Der Vorteil des
von Hamburg über Berlin und Cottbus bis Wroclaw durchfahrenden
internationalen Fernzuges wurde sogar mit einem Speisewagen versüßt.
Da hatte die Bahn auch noch keinen Sprinter wie den IRE
Berlin-Hamburg als Konkurrenz auf die Schiene gesetzt. Während sich
rundherum alles modernisierte, Wlan zum Standard wird, musste das
ungeliebte Bahn-Kind Wawel bluten. Speisewagen weg. Service
zurückgefahren. Modernisierung Fehlanzeige - Langsamfahren statt
Gleissanierung. Sicher, all das ist nicht allein der Bahn anzulasten.
Hier kommt die Politik ins Spiel. Denn sie hat es über
deutsch-polnische runde Tische und die Beteuerung der Osterweiterung
der EU auch auf der Schiene nicht hinausgebracht. Den Polen EU-Mittel
für die Sanierung der Gleise zwischen Forst und Wegliniec anzubieten,
ist ebenso wenig gelungen, wie sich auch nur auf eine verbriefte
Trassenführung des Wawel über Forst oder über Horka/Görlitz zu
einigen. Mit dem Begräbnis des Wawel ist dem Süden Brandenburgs ein
Bärendienst erwiesen. Hoffentlich kommt er in neuem Gewand, auf
flotter Schiene bald wieder.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.12.2014 - 20:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1148476
Anzahl Zeichen: 3290
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 184 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Pro und Contra zum Ende der Zugverbindung Hamburg - Breslau"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Themen in "Report Mainz" / Dienstag, 16. Dezember 2014, 21.45 Uhr im Ersten / Moderation: Fritz Frey ...
"Report Mainz" bringt am Dienstag, den 16. Dezember 2014, um 21.45 Uhr im Ersten voraussichtlich folgende Beiträge: - Nach Tugce - Wie Behörden Menschen mit Zivilcourage im Regen stehen lassen - Selbstbedienung leichtgemacht - Wie Lokalpolitiker mit Windrädern Kasse machen
Wie tief steckt Japan in der Krise? / Parlamentswahlen in Japan ...
In Japan finden diesen Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen statt. Premierminister Shinzo Abe hatte das Parlament im November auflösen lassen, um sich den Kurs seiner Wirtschaftspolitik bestätigen zu lassen. Japan steckt zum Jahresende in einer Rezession, die Wirtschaft ist im zweiten und drit
Gauland: Folterbericht muss Folgen haben ...
Zur Veröffentlichung des Folterberichts der CIA erklärt der stellvertretende Sprecher der Alternative für Deutschland Alexander Gauland: Folter und Rechtsstaat passen nicht zusammen. Die Folterpraktiken des US-Geheimdienstes offenbaren eine nicht gekannte Brutalität, die sich durch nichts
Plenartagung des Europäischen Parlaments / 15. bis 18. Dezember 2014 - Die Schwerpunkte ...
Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2015; Haushalt 2015; Anerkennung Palästinas; LUX-Filmpreis; CIA-Folterbericht; Migrations- und Flüchtlingspolitik; Elke König wird Vorsitzende der EU-Bankenabwicklung; u.a.m. Das Europäische Parlament wird auf seiner letzten Plenartagung in diesem J




