Politische Arbeit als Hochrisikogeschäft
ID: 1149332
litische Arbeit als Hochrisikogeschäft
Mit dem Ende des Kalten Krieges setzte in Osteuropa ein tiefgreifender politischer Wandel ein. Die neuen - zumeist demokratischen - Systeme standen vor enormen Herausforderungen. Eine besondere Bedeutung kam im Transformationsprozess den frei gewählten Parlamenten zu.
"Die Abgeordneten waren als Verfassungs- und Politikingenieure maßgeblich an der Neugestaltung beteiligt", sagt Professor Heinrich Best von der Universität Jena. Der Soziologe hat gemeinsam mit den Politikwissenschaftlern Dr. Elena Semenova und Dr. Michael Edinger das Buch "Parliamentary Elites in Central and Eastern Europe. Recruitment and Representation" im renommierten britischen Fachverlag Routledge herausgegeben. Darin wird die Zusammensetzung der osteuropäischen Parlamente als Spiegelbild der Kräfteverhältnisse in Gesellschaften untersucht, die sich in einem Prozess tiefgreifender Umgestaltung befanden.
Dabei seien die Parlamentarier auch von den negativen Begleiterscheinungen betroffen gewesen, konstatiert Mitherausgeber Michael Edinger. So hätten kaum strukturierte Auswahlprozesse und starke Pendelausschläge bei den Wahlen zu hohen Austauschraten geführt: "Die parlamentarische Politik in den postkommunistischen Staaten war unter Karrieregesichtspunkten lange Zeit ein Hochrisikogeschäft."
Die neue Publikation geht aus dem Forschungsprojekt "European Political Elites in Comparison: the Long Road to Convergence" hervor, das unter Leitung von Heinrich Best in Kooperation mit osteuropäischen Forschern realisiert worden ist. Basis war ein integrierter Datensatz zu Abgeordneten, die zwischen 1990 und etwa 2010 einem der untersuchten osteuropäischen Parlamente angehört haben. "Dieser Datensatz ermöglicht erstmalig sowohl den Vergleich zwischen Parlamenten als auch die Analyse von Veränderungen im Zeitverlauf", so Prof. Best.
In der neuen Publikation rücken elf Länder in den Fokus der Wissenschaftler, darunter Polen, die Ukraine und die baltischen Staaten. Die Länderbeiträge wurden von Experten aus den jeweiligen Staaten verfasst.
Trotz Unterschieden zwischen den einzelnen Parlamenten lassen sich einige Trends ausmachen, konstatieren die Wissenschaftler. So steigen die Anteile von Frauen und ethnischen Minderheit in den osteuropäischen Parlamenten. Verändert hat sich auch die berufliche Herkunft der Abgeordneten. Während in den frühen 1990er Jahren Angehörige pädagogischer Berufe stark vertreten waren, nimmt in letzter Zeit die Zahl von Parlamentariern zu, die sich aus Parteien, Gewerkschaften und Interessenverbänden rekrutieren. Zudem strömen immer mehr Geschäftsleute und Manager in die Parlamente. Mitherausgeberin Dr. Elena Semenova beobachtet, dass diese Abgeordneten gerade in den postsowjetischen Staaten ihr Mandat vorwiegend zur Verfolgung privatwirtschaftlicher Interessen nutzen oder gar dazu missbrauchen.
Bibliographische Angaben:
Elena Semenova, Michael Edinger, Heinrich Best (Hg.): "Parliamentary Elites in Central and Eastern Europe. Recruitment and Representation", Routledge Verlag, London 2013, 322 Seiten, 64 £ (ca. 100 Euro), ISBN 978-0-415-84346-1
Kontakt:
Dr. Michael Edinger
Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Bachstraße 18k, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945055
E-Mail: michael.edinger[at]uni-jena.de
Mit dem Ende des Kalten Krieges setzte in Osteuropa ein tiefgreifender politischer Wandel ein. Die neuen - zumeist demokratischen - Systeme standen vor enormen Herausforderungen. Eine besondere Bedeutung kam im Transformationsprozess den frei gewählten Parlamenten zu.
"Die Abgeordneten waren als Verfassungs- und Politikingenieure maßgeblich an der Neugestaltung beteiligt", sagt Professor Heinrich Best von der Universität Jena. Der Soziologe hat gemeinsam mit den Politikwissenschaftlern Dr. Elena Semenova und Dr. Michael Edinger das Buch "Parliamentary Elites in Central and Eastern Europe. Recruitment and Representation" im renommierten britischen Fachverlag Routledge herausgegeben. Darin wird die Zusammensetzung der osteuropäischen Parlamente als Spiegelbild der Kräfteverhältnisse in Gesellschaften untersucht, die sich in einem Prozess tiefgreifender Umgestaltung befanden.
Dabei seien die Parlamentarier auch von den negativen Begleiterscheinungen betroffen gewesen, konstatiert Mitherausgeber Michael Edinger. So hätten kaum strukturierte Auswahlprozesse und starke Pendelausschläge bei den Wahlen zu hohen Austauschraten geführt: "Die parlamentarische Politik in den postkommunistischen Staaten war unter Karrieregesichtspunkten lange Zeit ein Hochrisikogeschäft."
Die neue Publikation geht aus dem Forschungsprojekt "European Political Elites in Comparison: the Long Road to Convergence" hervor, das unter Leitung von Heinrich Best in Kooperation mit osteuropäischen Forschern realisiert worden ist. Basis war ein integrierter Datensatz zu Abgeordneten, die zwischen 1990 und etwa 2010 einem der untersuchten osteuropäischen Parlamente angehört haben. "Dieser Datensatz ermöglicht erstmalig sowohl den Vergleich zwischen Parlamenten als auch die Analyse von Veränderungen im Zeitverlauf", so Prof. Best.
In der neuen Publikation rücken elf Länder in den Fokus der Wissenschaftler, darunter Polen, die Ukraine und die baltischen Staaten. Die Länderbeiträge wurden von Experten aus den jeweiligen Staaten verfasst.
Trotz Unterschieden zwischen den einzelnen Parlamenten lassen sich einige Trends ausmachen, konstatieren die Wissenschaftler. So steigen die Anteile von Frauen und ethnischen Minderheit in den osteuropäischen Parlamenten. Verändert hat sich auch die berufliche Herkunft der Abgeordneten. Während in den frühen 1990er Jahren Angehörige pädagogischer Berufe stark vertreten waren, nimmt in letzter Zeit die Zahl von Parlamentariern zu, die sich aus Parteien, Gewerkschaften und Interessenverbänden rekrutieren. Zudem strömen immer mehr Geschäftsleute und Manager in die Parlamente. Mitherausgeberin Dr. Elena Semenova beobachtet, dass diese Abgeordneten gerade in den postsowjetischen Staaten ihr Mandat vorwiegend zur Verfolgung privatwirtschaftlicher Interessen nutzen oder gar dazu missbrauchen.
Bibliographische Angaben:
Elena Semenova, Michael Edinger, Heinrich Best (Hg.): "Parliamentary Elites in Central and Eastern Europe. Recruitment and Representation", Routledge Verlag, London 2013, 322 Seiten, 64 £ (ca. 100 Euro), ISBN 978-0-415-84346-1
Kontakt:
Dr. Michael Edinger
Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Bachstraße 18k, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945055
E-Mail: michael.edinger[at]uni-jena.de
PresseKontakt / Agentur:
Dr. Michael Edinger
Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Bachstraße 18k, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945055
E-Mail: michael.edinger[at]uni-jena.de
Datum: 15.12.2014 - 05:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1149332
Anzahl Zeichen: 7188
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 623 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Politische Arbeit als Hochrisikogeschäft"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Friedrich-Schiller-Universität Jena (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- weniger Schmerz Nach Amputation eines Armes oder Beines leiden viele Betroffene an oftmals schwer behandelbaren Phantomschmerzen in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil. Neue Hoffnungen vermittelt hier ein von der Arbeitsgruppe "Phantomschmerz" um Prof. Dr. Thomas Weiss vom Lehrstuh
Gestohlene Identitäten ...
täten "Geheimdienste spionieren personenbezogene Daten von Nutzern im Internet aus." "Cyber-Kriminelle hacken Kundendatenbanken von Unternehmen." Solche oder ähnliche Meldungen zu Datendiebstahl im Internet machen immer häufiger Schlagzeilen. "Wenn gestohlene Daten nic
Erfolgreiche Kooperation mit St. Petersburg ...
eration mit St. Petersburg Das "Labor für Wissenschaftsforschung" an der Nationalen Forschungsuniversität für Informationstechnologie, Mechanik und Optik (ITMO) im russischen St. Petersburg ist jetzt mit einem 2. Platz ausgezeichnet worden. Im Zuge eines sogenannten Laborfestivals li
Weitere Mitteilungen von Friedrich-Schiller-Universität Jena
Acht Millionen Euro für die Forschung bei Asklepios - 2014 Schwerpunkt Patientensicherheit ...
ro für die Forschung bei Asklepios - 2014 Schwerpunkt Patientensicherheit "Forschung ist der Motor für medizinische Innovation und die Behandlungsqualität", sagt Dr. Thomas Wolfram, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg. "Wir wollen künftig Projekte b
Libelle des Jahres 2014 ist die Kleine Moosjungfer ...
Berlin: Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) ist Libelle des Jahres 2014. Das teilten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO) mit. Entsprechend der Roten Liste der in Deutschland heimischen Libellen werde die Kleine M
Kieler Meeresforschung seit 10 Jahren im Aufwind ...
chung seit 10 Jahren im Aufwind Firmenfusionen werden zunächst oft kritisch gesehen, und so gab es 2004 auch Skepsis, ob die Zusammenführung der beiden Kieler Meeresforschungseinrichtungen, dem Institut für Meereskunde und dem damaligen Geomar, eine wirklich gute Idee sei. Doch schon sehr sc
Deutschland und Griechenland forschen gemeinsam für die Zukunft ...
- Forschungsprojekte geben neue Impulse - Rachel und Arvanitopoulos: "Forschung hilft, die Krise langfristig zu überwinden" Deutschland und Griechenland setzen ihren gemeinsamen Weg zur Intensivierung der Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung kontinuierlich fort. Zum 1. Janu




