Gewalt und Prävention im häuslichen Umfeld
ID: 1153825
walt und Prävention im häuslichen Umfeld
Geht es um Gewalt, stehen meist kriegerische Auseinandersetzungen, Jugendgewalt oder Gewalt auf öffentlichen Plätzen im Vordergrund. Anke Hoeffler von der Universität Oxford und James Fearon von der Universität Stanford haben jedoch jüngst errechnet, dass die ökonomischen Kosten häuslicher Gewalt die der anderen genannten Gewaltformen bei weitem übersteigen - von den persönlichen Kosten der Gewalt im Nahraum und individuellem Leiden ganz zu schweigen.
Nicht nur global, sondern auch lokal ist häusliche Gewalt ein verbreitetes Phänomen. So registrierte etwa die Marburger Gerichtshilfe für ihr Modellprojekt häusliche Gewalt 57 Geschädigte von Januar bis September 2013. Hessenweit führt das Landeskriminalamt im selben Jahr gar 7.668 Fälle im Bereich "häuslicher Gewalt/Stalking". Die überwiegende Mehrheit der Täter sind Männer. Betrachtet man die Präventionsmaßnahmen zu häuslicher Gewalt und damit zusammenhängender Problemfelder, zeigt sich, dass diese meistens auf die von Gewalt Betroffenen ausgerichtet sind. Doch wenn Prävention auf möglichst breite Integration und konstruktive gesellschaftliche Teilhabe ausgerichtet sein soll, müssen auch die Täter/die Gewalt Ausübenden mit (in diesem Sinne) präventiven Maßnahmen erreicht werden.
Zwei konkrete Beispiele dafür, wie präventive Arbeit mit Gewalttätern im häuslichen Umfeld in Marburg und Umgebung aussehen kann, werden im Rahmen eines offenen Wissenschaft-Praxis-Meetings am 11.11.2014 um 18.00 Uhr im Dekanatssaal des Psychologischen Instituts in der Gutenbergstraße 18 in Marburg vorgestellt. Die Input-Vorträge halten Sabine Schlegel und Wolfgang Schreiner-Weiß:
Die Theologin Sabine Schlegel ist langjährige Mitarbeiterin der JUKO Marburg e.V. und arbeitet dort mit dem Ansatz des STOP-Trainings. STOP steht für Soziales Training, Opferschutz und Prävention. Das Angebot richtet sich an Männer, die in ihren Familien oder Lebensgemeinschaften Gewalt ausgeübt haben oder ausüben und ihr Verhalten ändern möchten.
Der zweite Referent des Abends, Wolfgang Schreiner-Weiß, ist Diplom-Pädagoge mit familien- und körpertherapeutischer Zusatzausbildung sowie einem Tätigkeitsschwerpunkt auf Paar- und Sexualberatung. Als stellvertretender Geschäftsführer von pro familia e.V. Gießen ist er dort für das Programm "Partnerschaftlich Leben ohne Gewalt" zuständig. Auch dieses Trainingsprogramm folgt einem verhaltensorientierten Ansatz. Täter sollen dabei lernen, die Kontrolle zurückzugewinnen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und selbst gewaltfreie Konfliktlösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Nach den Kurzvorträgen wird es Raum zur Diskussion geben, die gerne bei einem Glas Wein oder Saft im Anschluss fortgesetzt werden darf. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Um eine kurze Anmeldung per Email wird gebeten.
Weitere Informationen:
?EinSicht: Marburg gegen Gewalt? - das ist zugleich Titel und Programm der Zusammenarbeit, welche die Arbeitsgruppe Sozialpsychologie der Philipps-Universität und die Universitätsstadt Marburg im Mai 2013 begonnen haben. Vorrangig, aber nicht ausschließlich geht es dabei um die Prävention von Gewalt, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgeht. Da insbesondere solche Präventionsmaßnahmen wirksam sind, die gleichzeitig von verschiedenen Akteuren zum Einsatz gebracht werden, ist ein Schwerpunkt des Projekts die Koordination der verschiedenen, in Marburg bereits bestehenden Angebote, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Gemeinsam mit verschiedensten Partnern sollen außerdem für die Problemstellungen in der Universitätsstadt Marburg abgestimmte Präventionsmaßnahmen entwickelt und angeboten werden. Eines der Kernziele von ?EinSicht: Marburg gegen Gewalt? ist es, Kinder und Jugendliche vor einem Abgleiten in kriminelle Karrieren zu bewahren.
Ansprechpartner:
Universitätsstadt Marburg
Stephan Grün-Fischer
06421 / 201 831
einsicht@marburg-stadt.de
Philipps-Universität
Johannes Maaser
06421 / 28 23 625
Johannes.maaser@uni-marburg.de
Geht es um Gewalt, stehen meist kriegerische Auseinandersetzungen, Jugendgewalt oder Gewalt auf öffentlichen Plätzen im Vordergrund. Anke Hoeffler von der Universität Oxford und James Fearon von der Universität Stanford haben jedoch jüngst errechnet, dass die ökonomischen Kosten häuslicher Gewalt die der anderen genannten Gewaltformen bei weitem übersteigen - von den persönlichen Kosten der Gewalt im Nahraum und individuellem Leiden ganz zu schweigen.
Nicht nur global, sondern auch lokal ist häusliche Gewalt ein verbreitetes Phänomen. So registrierte etwa die Marburger Gerichtshilfe für ihr Modellprojekt häusliche Gewalt 57 Geschädigte von Januar bis September 2013. Hessenweit führt das Landeskriminalamt im selben Jahr gar 7.668 Fälle im Bereich "häuslicher Gewalt/Stalking". Die überwiegende Mehrheit der Täter sind Männer. Betrachtet man die Präventionsmaßnahmen zu häuslicher Gewalt und damit zusammenhängender Problemfelder, zeigt sich, dass diese meistens auf die von Gewalt Betroffenen ausgerichtet sind. Doch wenn Prävention auf möglichst breite Integration und konstruktive gesellschaftliche Teilhabe ausgerichtet sein soll, müssen auch die Täter/die Gewalt Ausübenden mit (in diesem Sinne) präventiven Maßnahmen erreicht werden.
Zwei konkrete Beispiele dafür, wie präventive Arbeit mit Gewalttätern im häuslichen Umfeld in Marburg und Umgebung aussehen kann, werden im Rahmen eines offenen Wissenschaft-Praxis-Meetings am 11.11.2014 um 18.00 Uhr im Dekanatssaal des Psychologischen Instituts in der Gutenbergstraße 18 in Marburg vorgestellt. Die Input-Vorträge halten Sabine Schlegel und Wolfgang Schreiner-Weiß:
Die Theologin Sabine Schlegel ist langjährige Mitarbeiterin der JUKO Marburg e.V. und arbeitet dort mit dem Ansatz des STOP-Trainings. STOP steht für Soziales Training, Opferschutz und Prävention. Das Angebot richtet sich an Männer, die in ihren Familien oder Lebensgemeinschaften Gewalt ausgeübt haben oder ausüben und ihr Verhalten ändern möchten.
Der zweite Referent des Abends, Wolfgang Schreiner-Weiß, ist Diplom-Pädagoge mit familien- und körpertherapeutischer Zusatzausbildung sowie einem Tätigkeitsschwerpunkt auf Paar- und Sexualberatung. Als stellvertretender Geschäftsführer von pro familia e.V. Gießen ist er dort für das Programm "Partnerschaftlich Leben ohne Gewalt" zuständig. Auch dieses Trainingsprogramm folgt einem verhaltensorientierten Ansatz. Täter sollen dabei lernen, die Kontrolle zurückzugewinnen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und selbst gewaltfreie Konfliktlösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Nach den Kurzvorträgen wird es Raum zur Diskussion geben, die gerne bei einem Glas Wein oder Saft im Anschluss fortgesetzt werden darf. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Um eine kurze Anmeldung per Email wird gebeten.
Weitere Informationen:
?EinSicht: Marburg gegen Gewalt? - das ist zugleich Titel und Programm der Zusammenarbeit, welche die Arbeitsgruppe Sozialpsychologie der Philipps-Universität und die Universitätsstadt Marburg im Mai 2013 begonnen haben. Vorrangig, aber nicht ausschließlich geht es dabei um die Prävention von Gewalt, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgeht. Da insbesondere solche Präventionsmaßnahmen wirksam sind, die gleichzeitig von verschiedenen Akteuren zum Einsatz gebracht werden, ist ein Schwerpunkt des Projekts die Koordination der verschiedenen, in Marburg bereits bestehenden Angebote, um deren Wirksamkeit zu erhöhen. Gemeinsam mit verschiedensten Partnern sollen außerdem für die Problemstellungen in der Universitätsstadt Marburg abgestimmte Präventionsmaßnahmen entwickelt und angeboten werden. Eines der Kernziele von ?EinSicht: Marburg gegen Gewalt? ist es, Kinder und Jugendliche vor einem Abgleiten in kriminelle Karrieren zu bewahren.
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Datum: 19.12.2014 - 16:06 Uhr
Sprache: Deutsch
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