Vielschichtige Perspektiven auf die Lausitz
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Vielschichtige Perspektiven auf die Lausitz
Gisela Gräning - Blaue Lautlosigkeit
Vattenfall eröffnet 37. Foyerausstellung in Cottbus mit Bildern von Gisela Gräning
Mit Arbeiten der Künstlerin Gisela Gräning setzt Vattenfall seine Reihe der Foyerausstellungen in der Cottbuser Hauptverwaltung fort. Die Eröffnung der 37. Kunstausstellung fand am heutigen Mittwoch, 12. November, statt. Unter dem Titel "Sehnsuchtsorte" sind faszinierende, im Wortsinn vielschichtige Collagen und Fotodrucke zu sehen. Sie lassen klar umrissene Figuren mit abstrakten Formen verfließen, lassen Hintergründe in warmen, erdigen Farben, mit rauen und glatten Strukturen, ruhend oder bewegt, in den Vordergrund treten und eröffnen so im gegenseitigen Überschneiden mehr als einen Raum zur Deutung. Wobei die thematische Nähe zum und die Inspiration durch den Braunkohlentagebau in der Lausitz unverkennbar ist.
Exemplarisch dafür ging Vattenfall-Personalvorstand Michael von Bronk in seiner Begrüßung am Mittwoch auf die Bildreihe "Schicht für Schicht" ein: "Wer einmal in einem Tagebau war, denkt sofort an das Abtragen der Erdmassen über der Kohle - Arbeitsebene für Arbeitsebene, Schnitt für Schnitt. Die Bilder assoziieren Begriffe wie Erdschichten, Schichtenverzeichnis und Schichtenfolgen, aber auch Erdgeschichte und Erdfarben. Die auf den Bildern immer wieder erscheinenden fein gegliederten Stahlkonstruktionen mit Leitern, Laufstegen und Geländern assoziieren aber auch das Bild der Arbeit - der Früh- und Spät- und Nachtschicht. Schicht für Schicht, sechs Tage in der Woche von Schichtbeginn bis Schichtende. Schicht für Schicht fährt der Bergmann in den Tagebau, um mit seiner Arbeit den Kohlestrom nicht abreißen zu lassen, um bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit die Grundlage für sicheren Strom zu schaffen. Es sind Arbeitsleben, die sich in Ihren Bildern widerspiegeln, Erinnerungen an die erste Schicht, Verbundenheit und Stolz, Sorgen um die Zukunft."
Der ehemalige Kulturminister und Journalist Herbert Schirmer hob in seiner Laudatio das Zusammenspiel der künstlerischen Ausdrucksformen in Gisela Gränings Arbeiten hervor: "Im experimentellen Umgang mit unterschiedlichen, zur Synthese gebündelten Materialien, mobilisiert sie unter anderem vielfältige Wechselbeziehungen der Bildformen untereinander. Ganz selbstverständlich bezieht sie auch fotografische Grundlagen wie Licht, Zeit, Bewegung und Raum ein, um Vergänglichkeit philosophisch und bildlich zu deuten, um das Bild von Anfang und Ende, von Davor und Danach unter Einbezug ihrer subjektiven Wahrnehmung so zu formen, dass es schließlich in einer abstrakten, zu verallgemeinernden Wahrheit kristallisiert."
Gisela Gräning, Jahrgang 1951, stammt aus Kiel, studierte in Hamburg Biologie und promovierte 1982 in dieser Fachrichtung. Die Faszination für Farben, Formen und Strukturen, die sie in der Natur fand, führte Gisela Gräning auch zur Kunst. Seit 1999 lebt und arbeitet sie in Eichwalde bei Berlin.
Die Arbeiten von Gisela Gräning sind bis zum 25. März 2015 wochentags während der Geschäftszeiten im Foyer der Vattenfall-Hauptverwaltung, Vom-Stein-Straße 39, in Cottbus zu sehen.
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Datum: 19.12.2014 - 16:07 Uhr
Sprache: Deutsch
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