NABU: Klimapaket der Bundesregierung reicht nicht aus

NABU: Klimapaket der Bundesregierung reicht nicht aus

ID: 1154146

NABU: Klimapaket der Bundesregierung reicht nicht aus



(pressrelations) -
Tschimpke: Lücke zum Klimaschutzziel klafft weiter - erhebliche Defizite bei Kohle, Verkehr und im Gebäudebereich

Der NABU begrüßt das heute vom Bundeskabinett verabschiedete Aktionsprogramm Klimaschutz und den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz grundsätzlich, sieht aber erhebliche Defizite in einzelnen Sektoren wie der Kohleverstromung, im Verkehrsbereich und der Gebäudesanierung.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: "Damit Deutschland tatsächlich sein Ziel einer 40-prozentigen CO2-Reduktion bis 2020 erreichen und als Vorreiter bei den laufenden internationalen Klimaverhandlungen in Lima auftreten kann, muss das Maßnahmenpaket zum Klimaschutz und zur Effizienzwende in wesentlichen Punkten nachgebessert und konkretisiert werden." Vor allem das Bundeswirtschaftsministerium müsse den Fuß endlich von der Bremse nehmen. "Die Bundesregierung muss eine 40-prozentige CO2-Minderung mit mehr Ambition, Verbindlichkeit und Entschlossenheit angehen", so Tschimpke. Entgegen den vorherigen Entwürfen wurde die Lücke zum Klimaschutzziel klein gerechnet. Waren vorher noch bis zu 100 Millionen Tonnen CO2-Minderung bis 2020 im Gespräch, sind es jetzt nur noch zwischen 62 und 82 Millionen Tonnen.

Ob diese überhaupt erreicht werden, bleibt fraglich.

"Statt Hätte-Könnte-Sollte-Programmen müssen zumindest sämtliche CO2-Einsparmaßnahmen, die nun auf dem Tisch liegen, zügig und verbindlich umgesetzt werden", so Tschimpke weiter.

Aus NABU-Sicht ist vor allem die Verzögerung des Bundeswirtschaftsministeriums zur schrittweisen Abschaltung ineffizienter Kohlekraftwerke klima- und energiepolitisch nicht nachvollziehbar. "Der Druck auf die Energieunternehmen, an einer erneuerbaren und naturverträglichen Welt von morgen zu bauen, muss steigen, dann machen die Beispiele Eon und Vattenfall Schule", sagte Tschimpke. Eon und Vattenfall hatten angekündigt, sich von ihrem Atom- und Kohlegeschäft zu trennen oder diese auszugliedern. Mit der im Aktionsprogramm vereinbarten Zielvorgabe von 22 Millionen Tonnen für die enorm emissionsreiche Stromerzeugung werden aber höchstens ein Viertel der notwendigen 100 Millionen Tonnen CO2-Einsparung bis 2020 erreicht.



Aus NABU-Sicht müsse und könne auch der Verkehrssektor einen wesentlich umfangreicheren Beitrag leisten. "Es fehlen entscheidende Vorgaben wie die Einführung der Mehrwertsteuer auf internationalen Flügen oder eine Reform der Dienstwagenbesteuerung", so Tschimpke. Auch eine Anhebung der Energiesteuer auf Kraftstoffe sei überfällig und gegenüber einer verkorksten Pkw-Maut das fairere, effizientere und wirkungsvollere Instrument. Erstaunlich sei zudem, dass der zweitwichtigste Klimatreiber nach CO2, die Rußpartikel, mit keinem Wort erwähnt würden. Dabei stünden schon heute die technischen Maßnahmen zur Verfügung, um klimawirksame Luftschadstoffe etwa im Bereich der Schifffahrt oder Feuerungsanlagen schnell und kosteneffektiv zu reduzieren.

Auf die Effizienzwende wartet der NABU ebenfalls weiterhin vergeblich. "Alle wissen, dass ohne den Gebäudesektor keine Energiewende zu machen ist, dennoch bleibt der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz weit hinter seinen Möglichkeiten", so der NABU-Präsident.

Steueranreize, die immer noch von der Zustimmung der Länder abhingen, und ein wenig mehr Information seien zu wenig, den schlafenden Riesen endlich zu wecken.

Mehr Infos Pressefotos
www.NABU.de/presse


Für Rückfragen:

Tina Mieritz
NABU-Energieexpertin

Tel. +49 (0)30.284983-1617
Mobil +49 (0) 173-3522872

E-Mail: Tina.Mieritz@NABU.de

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch
Iris Barthel
Nele Rissmann

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510, -1952, -1722, -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000

E-Mail: presse@NABU.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Tina Mieritz
NABU-Energieexpertin

Tel. +49 (0)30.284983-1617
Mobil +49 (0) 173-3522872

E-Mail: Tina.Mieritz(at)NABU.de

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch
Iris Barthel
Nele Rissmann

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510, -1952, -1722, -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000

E-Mail: presse(at)NABU.de



drucken  als PDF  Ein Plan mit Symbolkraft Aktionsprogramm Klimaschutz: Jetzt kommt es auf die Umsetzung an
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 19.12.2014 - 16:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1154146
Anzahl Zeichen: 4281

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 342 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Klimapaket der Bundesregierung reicht nicht aus"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Naturschutzbund Deutschland e.V NABU (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

NABU fordert ehrlichen Umgang mit den Daten zur natürlichen Waldentwicklung ...
Miller: Bundeslandwirtschaftsministerium verspielt Vertrauen im Umgang mit einem der wertvollsten Schutzgüter Der NABU hat an das Bundeslandwirtschaftsministerium appelliert, die Ziele der Bundesregierung zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland nicht schönzurechnen. In einem jetzt bek

Aggressiver Salamander-Keim: NABU fordert Einschränkung des Wildtierhandels ...
Miller: "Heimische Amphibienbestände durch strenge Einfuhrkontrollen unbedingt schützen" Der NABU begrüßt den Schritt der US-Behörden, ein einstweiliges Importverbot für Salamander und Molche durchzusetzen und fordert auch die deutsche Regierung zum Handeln auf. "Wenn sich

NABU: Etappensieg im Kampf gegen Windpark im Schreiadlergebiet ...
Verwaltungsgericht Schwerin gibt Antrag des NABU statt / Vorerst kein Baubeginn Der NABU hat im Verfahren zur Genehmigung von 16 Windkraftanlagen bei Jördenstorf im Landkreis Rostock einen wichtigen Etappensieg errungen. Das Verwaltungsgericht Schwerin hat mit Beschluss vom 23. Dezember 2015 d


Weitere Mitteilungen von Naturschutzbund Deutschland e.V NABU


Aktionsprogramm Klimaschutz: Jetzt kommt es auf die Umsetzung an ...
Germanwatch begrüßt neue Ernsthaftigkeit beim Klimaschutz - doch es bleiben offene Fragen Als ein wichtiges, aber nicht ausreichend starkes Signal an die Klimaverhandlungen in Lima bezeichnet die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch die heutigen Beschlüsse des Kabinetts zum Klima

Ein Plan mit Symbolkraft ...
WWF: Klimaschutzaktionsplan bewegt sich auf dünnem Eis Die Bundesregierung hat das Aktionsprogramm Klimaschutz vorgelegt, mit dem sie die Lücke zum 40-Prozent-Klimaziel bis 2020 schließen will. Insgesamt sollen zwischen 62 und 78 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente zusätzlich eingespart werde

'BEENOW': Bayer präsentiert der Presse neues Bienengesundheits-Magazin: Bienengesundheit braucht Partnerschaften ...
Bayer CropScience hat auf dem internationalen Presse-Forum "Bayer Innovations-Perspektive 2014" in Leverkusen die erste Ausgabe seines Magazins "BEENOW" vorgestellt. Die Publikation berichtet über das vielschichtige Engagement von Bayer zur Förderung der Bienengesundheit. Gem

Keine Ausweitung der EEG-Förderung für Fotovoltaik ...
Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat in einer Erklärung den Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für eine "Freiflächenausschreibungsverordnung" für Fotovoltaik-Anlagen abgelehnt. Der DBV fordert einen bes


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z