Keltische Männer assen mehr Fleisch als ihre Frauen

Keltische Männer assen mehr Fleisch als ihre Frauen

ID: 1155793

ltische Männer assen mehr Fleisch als ihre Frauen


Forschende der Universität Bern haben neue Erkenntnisse über das Ernährungsverhalten der Kelten gewonnen. In einer Studie der Abteilung für Anthropologie am Institut für Rechtsmedizin untersuchten die Wissenschaftlerinnen Skelette aus dem 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Ernährung von Männern und Frauen: "Erwachsene Männer nahmen einen erhöhten Anteil an tierischen Proteinen zu sich", erklärt Doktorandin Negahnaz Moghaddam.

Manchen Männern wurden Waffen mit ins Grab gelegt. Die Forschenden vermuten deshalb, dass es sich dabei um Krieger handelte. Diese Skelette wiesen besonders hohe Werte an tierischen Proteinen auf. Auch bei alten Menschen waren die Werte leicht erhöht. Grundsätzlich war die Basis der Ernährung allerdings für die gesamte Bevölkerung pflanzlich, Fisch wurde anscheinend nicht konsumiert.

Die Skelette stammen aus dem keltischen Gräberfeld von Münsingen-Rain im Kanton Bern. Sie wurden bereits 1906 ausgegraben und befinden sich heute im Historischen Museum in Bern. Insgesamt fand man 220 reich ausgestattete Gräber. "Ziel des Projektes war es, Informationen über Ernährung, Migrationsverhalten und soziale Stellung der Menschen damals zu erhalten", sagt Sandra Lösch, Leiterin der Abteilung Anthropologie. Sie und ihr Team untersuchten die Skelette des Gräberfelds. Mittels Massenspektrometer konnten die Forschenden die Isotopenverhältnisse von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel in den Knochen bestimmen. Laut Lösch waren auch Knochen von Kindern darunter, jedoch zu wenige, um über deren Ernährungsgewohnheiten statistisch signifikante Aussagen zu treffen.

Die Kelten kamen bis Rom

Das 4. und 3. Jahrhundert vor Christus sind durch Migrationen keltischer Gruppen aus dem Gebiet nördlich der Alpen gekennzeichnet. In dieser Zeit drangen keltische Kriegerverbände bis nach Rom vor, plünderten und verwüsteten die Stadt. Die in Münsingen bestatteten Männer könnten Teil einer Kriegerelite gewesen sein, wie Sandra Lösch sagt: "Die Produktion tierischer Nahrungsmittel verschlingt mehr Ressourcen als jene pflanzlicher Nahrung. Fleisch wurde deshalb vor allem von Individuen in höheren sozialen Stellungen konsumiert." Die biochemische Analyse lasse somit den Schluss zu, dass die mit Waffen bestatteten Männer eine hohe Position innehatten.

Klimawandel veränderte Nahrungszusammensetzung

Den Erkenntnissen der Forschenden nach war die Münsinger-Gruppe eine relativ homogene Gemeinschaft, es gab nur wenige Zuzügler. Die Daten weisen auch auf eine Veränderung der Nahrungszusammensetzung in den späteren Phasen des Gräberfeldes hin. Klimatische Schwankungen könnten damals die Vegetation beeinflusst haben, was sich in der Ernährung der Bevölkerung bemerkbar machte. Als nächstes möchten die Wissenschaftler andere keltische Gräberfelder aus der Schweiz untersuchen. Unter anderem wollen sie Vergleiche zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen durchführen und nach regionalen Unterschieden und Gemeinsamkeiten suchen. Die Analysen werden vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.


Universität Bern
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Schweiz

Telefon: +41 (0)31 631 81 11



(pressrelations) - assen mehr Fleisch als ihre Frauen


Forschende der Universität Bern haben neue Erkenntnisse über das Ernährungsverhalten der Kelten gewonnen. In einer Studie der Abteilung für Anthropologie am Institut für Rechtsmedizin untersuchten die Wissenschaftlerinnen Skelette aus dem 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Ernährung von Männern und Frauen: "Erwachsene Männer nahmen einen erhöhten Anteil an tierischen Proteinen zu sich", erklärt Doktorandin Negahnaz Moghaddam.

Manchen Männern wurden Waffen mit ins Grab gelegt. Die Forschenden vermuten deshalb, dass es sich dabei um Krieger handelte. Diese Skelette wiesen besonders hohe Werte an tierischen Proteinen auf. Auch bei alten Menschen waren die Werte leicht erhöht. Grundsätzlich war die Basis der Ernährung allerdings für die gesamte Bevölkerung pflanzlich, Fisch wurde anscheinend nicht konsumiert.

Die Skelette stammen aus dem keltischen Gräberfeld von Münsingen-Rain im Kanton Bern. Sie wurden bereits 1906 ausgegraben und befinden sich heute im Historischen Museum in Bern. Insgesamt fand man 220 reich ausgestattete Gräber. "Ziel des Projektes war es, Informationen über Ernährung, Migrationsverhalten und soziale Stellung der Menschen damals zu erhalten", sagt Sandra Lösch, Leiterin der Abteilung Anthropologie. Sie und ihr Team untersuchten die Skelette des Gräberfelds. Mittels Massenspektrometer konnten die Forschenden die Isotopenverhältnisse von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel in den Knochen bestimmen. Laut Lösch waren auch Knochen von Kindern darunter, jedoch zu wenige, um über deren Ernährungsgewohnheiten statistisch signifikante Aussagen zu treffen.

Die Kelten kamen bis Rom

Das 4. und 3. Jahrhundert vor Christus sind durch Migrationen keltischer Gruppen aus dem Gebiet nördlich der Alpen gekennzeichnet. In dieser Zeit drangen keltische Kriegerverbände bis nach Rom vor, plünderten und verwüsteten die Stadt. Die in Münsingen bestatteten Männer könnten Teil einer Kriegerelite gewesen sein, wie Sandra Lösch sagt: "Die Produktion tierischer Nahrungsmittel verschlingt mehr Ressourcen als jene pflanzlicher Nahrung. Fleisch wurde deshalb vor allem von Individuen in höheren sozialen Stellungen konsumiert." Die biochemische Analyse lasse somit den Schluss zu, dass die mit Waffen bestatteten Männer eine hohe Position innehatten.



Klimawandel veränderte Nahrungszusammensetzung

Den Erkenntnissen der Forschenden nach war die Münsinger-Gruppe eine relativ homogene Gemeinschaft, es gab nur wenige Zuzügler. Die Daten weisen auch auf eine Veränderung der Nahrungszusammensetzung in den späteren Phasen des Gräberfeldes hin. Klimatische Schwankungen könnten damals die Vegetation beeinflusst haben, was sich in der Ernährung der Bevölkerung bemerkbar machte. Als nächstes möchten die Wissenschaftler andere keltische Gräberfelder aus der Schweiz untersuchen. Unter anderem wollen sie Vergleiche zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen durchführen und nach regionalen Unterschieden und Gemeinsamkeiten suchen. Die Analysen werden vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.


Universität Bern
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Schweiz

Telefon: +41 (0)31 631 81 11
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Universität Bern
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Schweiz

Telefon: +41 (0)31 631 81 11



drucken  als PDF  LVZ: Kinderhilfswerk sorgt sich um Jugendmedienschutz / Präsident Krüger fordert Gründung einer Bund-Länder- Tagessieg für
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 30.12.2014 - 11:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1155793
Anzahl Zeichen: 6947

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 690 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Keltische Männer assen mehr Fleisch als ihre Frauen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Universität Bern (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Forschende entwickeln Wirkstoff gegen tödlichen Muskelschwund bei Knaben ...
keln Wirkstoff gegen tödlichen Muskelschwund bei Knaben Die Duchenne Muskeldystrophie (DMD) ist eine relativ seltene Erbkrankheit, die nur Knaben trifft und zum unumkehrbaren Muskelschwund führt. Betroffen ist zirka einer von 3500 neugeborenen Knaben. Im Alter von ca. 10 Jahren sind Duchenne-Pa

Kometenjägerin Rosetta ist wach ...
setta ist wach Die Anspannung war gross: Vor 957 Tagen versetzte die Europäische Weltraumbehörde ESA die Raumsonde Rosetta in einen Tiefschlaf. Damit sollte die Kometenjägerin auf der kältesten Strecke ihrer Reise beim Planeten Jupiter Energie sparen. Ob die Sonde nach rund zweieinhalb Jahren

Eidgenossenschaft und Universität Bern schaffen Kompetenzzentrum für Tiergesundheit ...
und Universität Bern schaffen Kompetenzzentrum für Tiergesundheit Zwischen der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV besteht seit Jahren in verschiedenen Bereichen eine enge Zusammenarbeit. Mit der auf den 1. Januar 2014


Weitere Mitteilungen von Universität Bern


Tagessieg für "Der Medicus" im Ersten 7,51 Millionen sahen den ersten Teil des bildmächtigen Filmepos am gestrigen Montagabend ...
Der große Kinoerfolg ist auch als zweiteiliges TV-Event im Ersten ein überragender Publikumsliebling: 7,51 Millionen Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 22,6 Prozent, sahen am gestrigen Montag den ersten Teil des "Medicus". Auch bei den 14- bis 49-jährigen Fernsehzuschaue

LVZ: Kinderhilfswerk sorgt sich um Jugendmedienschutz / Präsident Krüger fordert Gründung einer Bund-Länder-"Stiftung Medienkompetenz" ...
Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert Bund und Länder zur Gründung einer "Stiftung Medienkompetenz" auf, um den Jugendmedienschutz in Deutschland zeitgemäß und nachhaltig zu gestalten. Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger sagte der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-A

Badische Zeitung: Fährunglück / Viele offene Fragen Kommentar von Karl-Heinz Fesenmeier ...
Im Fall der Norman Atlantic ist es viel zu früh, sich ein Bild zu verschaffen, weshalb der Brand an Bord ausgebrochen ist. Doch glaubt man den Berichten der Augenzeugen - und warum sollten sie nicht glaubwürdig sein? -, so fällt zumindest eines auf, was auch die Passagiere des vor knapp drei

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Deutschen Kulturrat ...
Der Kulturrat, der Deutschlands Kulturinstitutionen vertritt, hat es klar erkannt: Nicht nur die Finanzierung heimischer Kulturträger tut not. Theater, Museum & Co. müssen auch auf gesetzlich gesichertem Boden agieren können. Genau daran wird es künftig hapern. Der Schrecken trägt Namen


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z