NOZ: Interview Medien mit der Schauspielerin Alina Levshin
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In Odessa geborene Schauspielerin ist traurig über die
Entwicklungen in der Ukraine
Osnabrück.- Die in Odessa geborene Schauspielerin Alina Levshin
steht auf sättigende Speisen aus der Ukraine: "Ich liebe Hering unter
dem Pelzmantel, oder wie wir auf Russisch sagen: Seljodka pod shuboj.
Das ist ein mächtiger Schichtsalat mit Kartoffeln, Zwiebeln, Roter
Bete, Äpfeln, Möhren, Eiern und viel Mayonnaise", sagte die
30-jährige Berlinerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag).
Selbst koche sie "leider nicht so oft, wie ich sollte, weil ich nicht
so viel Zeit habe. Und wenn ich Zeit habe, will ich etwas anderes
machen." Deswegen gehe sie oft mit ihrem Mann aus.
Bessere Ernährung gehöre aber zu ihren Vorsätzen für das neue Jahr
2015, versicherte Levshin. "Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen
Probleme mit dem Magen. Ich glaube, ich mache mir zu wenige Gedanken
über das Essen. Das sollte ich ändern. Ernährung ist ein ganz
wichtiger Aspekt der Lebensqualität. Gerade wenn man viel reist und
sich denkt, ich kriege schon irgendwo etwas. Das ist ja dann doch
meist Fast Food. Ich werde dieses Thema jetzt ernster nehmen."
Intensiver will sich Alina Levshin auch mit ihrer alten Heimat
Ukraine auseinandersetzen. "Ich möchte mich mit der Geschichte dieses
Landes befassen, weil es ein Teil von mir ist. Andererseits will ich
aber öffentlich gar nicht so stark darauf eingehen, weil das Thema
politisch vermint ist. Jeder hat seine eigene Meinung. Es macht mich
sehr traurig, was in der Ukraine geschieht. Meine Oma und viele
Verwandte leben ja noch in Odessa. Leider kann ich dort weder etwas
bewegen noch ändern."
Sie sei zweisprachig erzogen worden, berichtete die Schauspielerin
weiter. "Ich habe mit meinen Eltern immer Russisch gesprochen.
Draußen auf der Straße und in der Schule war Deutsch angesagt." Die
Emigration nach Deutschland habe sie als Kind zunächst gar nicht
begriffen: "Mit sechs Jahren empfindet man eine Reise nicht als
Auswanderung. Die Eltern sagten: So, wir sind jetzt hier, bleiben
hier und haben keine weiteren Pläne. Anfangs dachte ich noch, wir
wären in Berlin im Urlaub und fahren irgendwann wieder zurück. Aber
die Zeit vergeht schnell, und mit acht Jahren begriff ich, dass ich
hier ja bereits zur Schule gehe und nicht mehr zurückgehen kann in
meinen alten Kindergarten in Odessa. Da war ich schon traurig, weil
ich meine Freunde vermisst habe und wusste, dass ich sie nicht mehr
wiedersehen konnte."
Ihr Mitwirken als Ermittlerin im Erfurter "Tatort" empfindet
Levshin als Herausforderung: "Für mich sind meine Figur und die
Konstellation im 'Tatort' interessant. Ich wollte wissen, was kann
ich daraus mitnehmen und benutzen, und ich wollte auch das Genre
Krimi kennenlernen. Das ist gar nicht so einfach, wie man meint. Man
hat vielleicht nicht so ein körperliches Spiel, aber die ganze Zeit
mit dem Kopf zu tun. Wie gehe ich jetzt daran, um den Fall zu lösen,
sodass es authentisch ist und ohne zu viel zu verraten? Die
'Denk-Sprechspannung' muss stimmen. Ich habe es ein bisschen
unterschätzt. Die Polizisten sprechen ja häufig so ein
Behördendeutsch - und man denkt, das ist ja voll unspannend. Aber
genau darin liegt viel Können."
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Datum: 03.01.2015 - 07:00 Uhr
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